Die Wahre Geschichte der Woche - Mendelsche Gesetze

Ausgewählt und Kommentiert von Johannes Zapotocky

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Dieses Mal kommt unsere Wahre Geschichte der Woche von unserem Kollegen Johannes Zapotocky. Er kommt gebürtig aus Österreich und hat es sich nicht nehmen lassen, seine Wahre Geschichte der Woche im reinsten österreichischen Deutsch zu schreiben.
Erbsen, Bohnen, Fisolen – goa net vuastellboar, dass grad Mitglieda vom naturforschenden Verein des so fad gfunden habn. Wenn die nua gwusst hättn, wo des Ganze hinfiahrt!

Persönlich nehmn deaf ma des net: Mendel bricht die gsamte Vererbung auf a poa Zwutschgerl owe. Wos haßtn des fia mi ois Individuum? Lassts uns des amoi genauer, und ganz unwissenschaftlich, anschaun.
Goethe hat gsagt: „Vom Vater hab ich die Statur, des Lebens ernstes Führen, vom Mütterchen die Frohnatur, und Lust zu fabulieren.“ Des mant mea oda weniga, i krieg ois klaner Gschroppen nua des beste von meine Oiden. Obacht: heit is dieser Goethe-Wisch fast scho a veroitetes Rollenbüdl – ois warat meine Muada weniger guad im „ernsten Führen“ ois mei Vota, und prächtig „fabulieren“ tans beide. Freilich, g‘erbt hab i direkt vü von meine Oiden: des Musikalische, den trockenen Schmäh, die schlechtn Zahnd. Owa ausschaun tua i net wirklich wia di beidn.

I bin a Erbsn

Und da kommt da Mendel ins Spü. Der hat den Leit gsagt: Vererbung geht allerweil unreglmäßig. Nix da (oda zumindest: net imma) „wie der Vater, so der Sohn“ (muass ma natürlich a in die Erziehung schaun, gell, owa des is a andres Thema). I zum Beispiel bin da mehr wie da Opapa: helle Hoa auf da Birn, ka Boart, tiafe Stimm, Wampn. Guad, a Wampn hat mei Bruada a, owa sei Gsicht is des vom Papa. Und mei Schwesta schaut aus wia mei Muada. Und i? I bin die Mendel‘sche Erbsn, die a Generation „übersprungn“ hat, des Ergebnis von unreglmäßiga dominant-rezessiver Erbgäng. Da Mendel hats uns zeigt: mia san a genetischer Mischmasch, zusammengsetzt aus da Hackn der Generationen. Freilich, zufällig, ja, owa imma nachvoiziehboa.

Da Gregor, a echtes Hascherl

Leida hat er zu früh a Bretzn grissn. Die Leut habn erm net glaubt, owa gsudert hat er deswegn nie, und a Owezahra wara erst recht net. Leit, denens a so gangn is, kemma gnua. Vü Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihra Zeit voraus woan. A in da Musik gibts an Haufn solcher Hawara: zum Beispiel dem Bruckner sei Musik habns anno dazumal a net vastandn. A Visionär, wie ma so sche sagt, wara, da Mendel. Und erst lang nach dem er midn 71er gfoahn is, sans drauf kommen: „Jessas, herst, der hat Recht ghabt! Mia san alle Erbsn, oida!“

Zum Schluss kamma und muass ma an gwissn Pathos reinhaun: mia san, wos ma san. Zwoa bestimmn die Gene an Grundstock, owa wosma draus machn, des bleibt jedm selbst überlassn. Oisdann: i werd mi jetza über die Häusa haun und an meiner Wampn oaweidn. Owa bringt des wos? Habs ja g‘erbt, oda? A mei, vielleicht hab i des a ois foisch vastandn. Ur zach.

Ihr Klassik Radio-Quotenösterreicher,

   Johannes Zapotocky

Übrigens: "Die Wahre Geschichte" zum nachhören gibt es in unserer Mediathek oder On Air von Montag bis Freitag kurz nach 9 Uhr und kurz nach 17 Uhr. Auch als Buch kann man über die besten "Wahren Geschichten" staunen - ab sofort in unserem Shop!

   

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