Diebstahl von Instrumenten

Keine Seltenheit

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Es ist ein Alptraum für Musiker: Wenn das eigene Instrument gestohlen wird. Gerald Mertens von der Deutschen Orchestervereinigung spricht mit uns über dieses Thema.


Diebstahl von Instrumenten

Man kann nicht vorsichtig genug sein - und doch kann es passieren. Vergangene Woche wurde das Cello des Ersten Cellisten der Los Angeles Opera John Waltz aus seinem Hotelzimmer gestohlen. Wenig später wurde das 300 Jahre alte Instrument wieder gefunden. John Waltz ist jedoch nicht der Einzige, dem so etwas passiert ist.

Wer klaut Instrumente?

"Musikinstrumente werden nach unserer Erfahrung nur gelegentlich geklaut. Beispiel: Ein Dieb geht an einem Auto vorbei, sieht, dass da ein Musikinstrument drinnen sein könnte, bricht das Auto auf und nimmt das Musikinstrument mit oder es ist bei einem Wohnungseinbruch geklaut worden. Man geht einfach davon aus, dass diese Instrumente teuer sind, egal ob sie nur 500 oder 50.000 Euro kosten. Eine eindeutige Täterzielgruppe kann man hier nicht zuordnen", so der Vorsitzende der Deutschen Orchestervereinigung Gerald Mertens.

Was passiert mit gestohlenen Instrumenten?

"Instrumente, die gestohlen werden, tauchen in der Regel wieder auf Plattformen im Internet oder bei Händlern auf. Man kann sich dagegen schützen, in dem man sein Instrument fotografiert und die Seriennummer aufschreibt. Diese Nummer muss man bei der Verlustanzeige mitteilen", erklärt uns der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung.

Was kann der Betroffene tun?

"Der Instrumentalist, der von einem Instrumentendiebstahl betroffen ist, meldet sich natürlich als Erstes bei der Polizei. Er kann sich eben auch bei uns melden. Wir haben eine eigene Plattform, wo vor gestohlenen Instrumenten gewarnt wird. Hierüber sind auch schon Instrumente wieder an die ursprünglichen Eigentümer zurückgeführt worden, weil einfach die Polizei bei uns auf die Seite guckt, wenn sie Diebesgut findet", erklärt uns Gerald Mertens.

Kommt so etwas häufig vor?

"Das ist sehr unterschiedlich", so Mertens. "Wir haben in der Regel zwei bis drei Meldungen pro Monat. Wir haben zum Beispiel Meldungen gehabt, dass in Wien eine Querflöte gestohlen worde oder in Duisburg am Hauptbahnhof ein Sopransaxophon oder auf der Zugfahrt im ICE von Osnabrück nach Essen eine wertvolle Violine. Das sind die Standardfälle, die bei uns gemeldet werden."

Was dagegen tun?

"Das hört sich zwar wie einer Plattitüde an, aber am Besten schützt man sein Instrument, indem man gut darauf aufpasst, es also nicht im Auto liegen lässt, auch wenn man das Auto nur fünf Minuten irgendwo stehen lässt. Man sollte es nach Möglichkeit immer am Körper haben und es nicht aus den Augen lassen", so Gerald Mertens.

Wo findet der Verkauf von geklauten Instrumenten statt?

"Der Verkauf findet auch auf Flomärkten statt und auch in Internetplattformen. Ein richtiges "Darknet" im engeren Sinne gibt es nicht, weil es eben Zufallsdiebe sind, die dann versuchen, die Flöte oder die Geige, von der sie meinen, dass sie wertvoll sein könnte, zu vertreiben. Da kommen dann auch mal gelegentlich Instrumentenbauer ins Spiel, die dann gewarnt sind und aktiv werden", so Gerald Mertens.
   

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