Digitales Musizieren ohne Delay

Neue Technologie könnte Musiker weltweit verbinden

digitales-musizieren-ohne-delay © Mikro_Fotolia_Petrovich12_Adobe_Stock
Kennen wir alle: die nervige Verzögerung von Bild und Ton bei Videokonferenzen oder Videotelefonaten….beim Forschungsprojekt LIPS wurde jetzt ein Möglichkeit entwickelt, diesen Delay fast vollständig auszuräumen, so dass selbst Musiker aus der Entfernung miteinander spielen können! Der Pianist sitzt in München, die Geigerin in Hamburg - und trotzdem können sie zusammen musizieren als seien sie in einem Raum. Klingt utopisch - geht aber wirklich, wie das Forschungsprojekt LIPS gezeigt hat!

Musizieren in Echtzeit

Dr. Raphael Thöne ist Professor an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und erklärte uns, dass die Studenten in Wedemark in Niedersachsen und in München miteinander musiziert haben; mit Ton und Bild in Echtzeit. Und dabei stand eine Box in Wedemark und eine in München. "Man hatte das Gefühl, man würde nicht mit Menschen in der Ferne kommunizieren, sondern genau im selben raum sein", so Thöne. Möglich war das durch Glasfaserleitung und der innerhalb des Projekts entwickelten Technik.

LIPS, das steht für "Live Interactive PMSE Services". PMSE wiederrum heißt "Program Making and Special Events" und umfasst alle Anwendungen in den Bereichen Produktionstechnik, Veranstaltungstechnik und Konferenztechnik. Dazu gehören beispielsweise Mikrophone, LAutsprecher, Monitore, Scheinwerfer etc.

Das Ergebnis

8,5 Millisekunden Verzögerung! Das ist das Ergebnis des Forschungsprojektes. Zum Vergleich: Normale Video-Calls haben in der Regel um die 250 Millisekunden. Studenten und Professoren sind sehr zufrieden. Dost sagte: "Es ist ein sehr großer Schritt in die Richtung, dass auch in einer digitalen Umgebung musiziert und auch als Zuschauer angeschaut werden kann." Auch Thöne war zufrieden: "Es ergeben sich, nicht nur in der Pandemie, sondern auch in Zukunft ganz faszinierende Möglichkeiten", so Thöne. Er könne sich auch vorstellen, dass irgendwann zwei Orchester miteinander spielen könnten.

Würdige Alternative

Max Dost war Teilnehmer des Projektes und ist Student an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Für ihn war es natürlich spannend, mit welch geringer Zeitverzögerung das musizieren möglich war. Trotzdem ist er der Meinung, dass es das gemeinsame Musizieren nicht ersetzten kann, obwohl er von dem Projekt und dem Ergebnis sehr begeister ist. "Es ist schon super gut und kommt dem sehr nahe." Er könne sich vorstellen, dass beispielsweise verschiedene Musikhochschulen miteinander musizieren könnten, oder ein Gastdozent einer anderen Hochschule auf diese Art und Weise zugeschaltet werden könnte. Aber auch das Reisen könnte in Zukunft eingeschränkt werden, wenn das Muszieren auf diese Art ud Weise möglich wird.

Der finale Workshop wurde übrigens aufgezeichnet und kann hier angesehen werden:



Wie Sänger aus aller Welt es geschafft haben als "Word Choir of Peace" gemeinsam zu singen, haben wir Ihnen in diesem Artikel zusammengefasst.
Und wie zwei Musiker über 800 Kilometer hinweg gemeinsam komponiert haben, können Sie in unserem Artikel lesen.


(L.Bothor)
   

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