Do-it-yourself Lüftungsanlage an Schule

Virenfreier Klassenraum dank Schirm, Rohr und Ventilator

do-it-yourself-lüftungsanlage-an-schule © Brunnenschule Mainz-Marienborn
Sie sieht etwas aus wie ein Ufo und sorgt für frische Luft im Klassenzimmer: eine DIY-Lüftung an der Brunnenschule in Mainz-Marienborn. Warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht - das hat sich das Max-Planck Institut für Chemie in Mainz gedacht und eine Lüftungsanlage entwickelt, die man in Eigenregie nachbauen kann und die Aerosole aus der Luft filtert. Das Material gibt es online und im Baumarkt, die Bauanleitung steht auf der Homepage des Max-Planck Instituts. Zwei Schulen in Mainz haben die Idee schon umgesetzt. Eine davon ist die Brunnenschule in Mainz-Marienborn. Karin Mades, die Schulleiterin, erklärt, wie das Ganze aufgebaut ist: "Es funktioniert eigentlich wie eine Dunstabzugshaube. Über jedem Kindertisch mit zwei Kindern hängt eine Art Schirm. Von diesem geht ein kleines Rohr zu einem großen Rohr, das in der Mitte des Raumes aufgehängt ist. Durch das große Rohr wird die schlechte Luft nach draußen transportiert. Durch einen Ventilator, der im Fenster angebracht ist, wird sie sozusagen nach draußen gepustet."

Das Ganze sieht ziemlich futuristisch aus, die Kinder lieben die Konstruktion und nennen sie ihr "Ufo". Die Materialien für die Lüftungsanlage gibt es ganz einfach im Baumarkt oder online, die Anleitung hat das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz online gestellt. In der Brunnenschule in Mainz-Marienborn haben sich Lehrer, Hausmeister und Eltern zusammengetan, an drei Wochenenden durchgearbeitet und so die Anlage fertiggestellt. Dafür haben sie sich in Schichten organisiert, so dass immer nur zwei Haushalte zusammen gearbeitet haben. Das Ganze war aber nicht nur viel Arbeit: "Es hat auch großen Spaß gemacht, zusammen in der Gruppe so etwas zu kreieren", erklärt Karin Mades. Auch die Helfer waren mit Begeisterung dabei. 

Laut Max-Planck Institut soll die Anlage 90% der Aerosole aus der Luft filtern. Damit entfällt das obligatorische Lüften an der Schule zwar nicht, kann aber von einem 20 auf einen 40minütigen Intervall ausgeweitet werden, also fast eine Unterrichtsstunde. So werden Kinder und Lehrer nicht mehr ständig unterbrochen und können konzentrierter weiterarbeiten. 

Zur Pilotschule wurde die Brunnenschule, da die Eltern eines Kindes am Max-Planck-Institut arbeiten. So hatte die Schule auch die ganze Zeit Profis an ihrer Seite. Unterstützung kam auch von der Stadt Mainz: "Sie stand komplett hinter der Idee. Wir wurden immer nur unterstützt und auch das Finanzielle wurde immer von der Stadt getragen", erklärt Karin Mades. Dabei halten sich die Kosten für die Anlage in Grenzen: pro Klassenraum fielen ca. 200 Euro an. Zudem lässt sich die Anlage wieder rückstandslos abbauen. Karin Mades sieht deshalb große Einsatzmöglichkeiten der Anlage auch in anderen Einrichtungen wie z.B. Arztpraxen. Eine Tanzschule aus Frankfurt hätte die Anlage schon selbst nachgebaut, so die Schulleiterin. 

Wer weiß - vielleicht sehen wir ja immer öfter "Ufos", die für frische Luft sorgen. 


(K.Jäger)


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