"Ein schlimmes Zeichen für den Nachwuchs"

Holger Wemhoff im Gespräch mit Jonas Kaufmann und Diana Damrau

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Klassik Radio Moderator Holger Wemhoff war am Sonntag auf dem roten Teppich des OPUS Klassik unterwegs und hat sich dort unter anderem mit Preisträger Jonas Kaufmann und Preisträgerin Diana Damrau getroffen.

Die Coronakrise produktiv nutzen

Wenn man in der Coronazeit schon kaum auftreten kann, hat man zumindest mehr Zeit für andere Projekte. Kaufmann nutzte die Zeit, um im Studio produktiv zu sein. Das Ergebnis ist ein Weihnachtsalbum: „Seit Jahren gibt es einige Fans, die in einem steten, gebetsmühlenartigen Wunsch zu mir kommen und fragen: Was ist denn nun mit dem Weihnachtsalbum?!“

Für ihn ist das Weihnachtsalbum zu einem echten Herzensprojekt geworden, das er nun schneller als erwartet realisieren konnte. „Ich konnte mich nicht entscheiden: Soll ich ein internationales, jazziges Album machen oder doch eher klassische deutsche Weihnachtslieder? Wir konnten uns nicht richtig entscheiden und das Ende vom Lied ist ein Doppelalbum, auf dem es sowohl das eine als auch das andere zu hören gibt.“ Dem Album wird es auch nicht an Chor und Orchester mangeln, da diese in voller Besetzung noch vor der Pandemie aufgenommen wurden.

Digitale Auftritte ohne Publikum

Diana Damrau und Jonas Kaufmann traten auf der Gala das erste Mal seit langer Zeit wieder miteinander auf: „Vor allem sich so richtig sehen, die Energie spüren und eine Verbindung herstellen, das geht einfach nicht über Bildschirme“, erzählt Damrau. „Es ist erschreckend!“, pflichtet Kaufmann ihr bei, „Ich habe immer geglaubt, ich kriege das alleine hin, ich bin in meiner Welt und ob das Publikum am Ende applaudiert oder nicht, so wahnsinnig wichtig ist mir das nicht – total verkehrt!“

Coronafolgen für die Kulturbranche

In seiner Dankesrede appellierte Kaufmann sowohl an die Politik, als auch an das Publikum, die Kulturbranche zu unterstützen. Im Interview betont er vor allem die schwierige Lage vieler aufstrebender Nachwuchskünstler: „Das Schlimmste ist das Zeichen, das wir jungen Musikerinnen und Musikern in Ausbildung geben, die sich jetzt fragen: Wann kommt der nächste Lockdown? Ist das dann überhaupt ein sicherer Arbeitsplatz? Kann ich davon eine Familie ernähren? Nein! Unter diesen Umständen wahrscheinlich nicht. Das bedeutet, dass viele dann trotz der großen Talente, die sie haben, einen anderen Beruf ergreifen werden. Da muss man sehr schnell das Ruder rumreißen, damit wir die alle noch wieder einfangen können!“

Zum Video vom OPUS Klassik mit Holger Wemhoff und Jonas Kaufmann.

(N. Meier)
   

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