Eine Organisation für Komponistinnen

Mehr Chancen für alle

eine-organisation-für-komponistinnen © Alliance for Women Film Composers
Man kennt viele Komponisten, aber nur wenige Komponistinnen. Die "Alliance for Women Film Composers" will genau das ändern.
"Es muss keine Frau für ein Filmprojekt engagiert werden, sondern es geht darum, dass Frauen auch eine Chance bekommen", sagt Starr Parodi, Filmkomponistin, Pianistin und Leiterin der Organisation "Alliance for Women Film Composers" (AWFC). 

Was ist die AWFC? 

Die AWFC wurde 2014 von Laura Karpman, Miriam Cutler, Lolita Ritmanis und Chandler Poling gegründet. Waren es am Anfang nur zwei Hände voll, zählt die Organisation weltweit mittlerweile über 400 Mitglieder. Alle sind Filmkomponistinnen, die sich hier zusammenschließen und einen Ort bekommen, wo sie sich und ihre Arbeit zeigen können. Denn darum geht es der AWFC, den Frauen in der Kompositionsbranche mehr Sichtbarkeit zu geben. Am Anfang organisierten sie ein großes Konzert vor 1.000 Menschen in Los Angeles. Sie luden alle wichtigen Menschen aus der Filmbranche ein, von Agenten*innen bis Studioleiter*innen waren alle dabei. Aufgetreten sind 20 Komponistinnen mit ihrer komponierten Musik. Sie wollten allen zeigen, dass sie auch da sind, komponieren und gut sind in dem, was sie machen. Es geht darum, einen Mix von Frauen und Männern zu haben. Aktuell ist die Branche eher noch eine Männerdomäne. 

Wie unterstützt die AWFC ihre Mitglieder? 

In der AWFC unterstützt man sich durch unterschiedliche Projekte. Erst einmal ist es ein großes Netzwerk, dass allen Komponistinnen hilft. Denn eins ist in der Branche sehr wichtig, viele Leute zu kennen und auch empfohlen zu werden. Hat man einen guten Job gemacht, wird man gerne wieder engagiert. Die Organisation plant auch Events, wo sich die Mitglieder treffen können. Im letzten Jahr natürlich auch etwas anders als sonst, dafür dann online und noch globaler. Es werden auch Menschen aus den unterschiedlichen Bereichen eingeladen, z. B. Agenten, Juristen und andere Komponisten, die etwas über ihre Arbeit erzählen und wo andere Komponisten von den Erfahrungen lernen können. Es geht darum, auch einen sicheren Raum zu schaffen, indem alle möglichen Fragen gestellt werden können. Zudem bieten sie ein Mentoren-Programm an, bei dem Star-Komponisten wie Rachel Portman oder John Powell in einem eins zu eins Programm junge Komponistinnen unterstützen. 

Was hat sich verbessert?

Seit der Gründung hat sich etwas in der Branche verändert. Nicht nur, dass sich die vielen Komponistinnen untereinander kennen, sie wurden auch bekannter für die Öffentlichkeit. Auch die Arbeit von Frauen wird jetzt von den Studios speziell angefragt und damit auch die Arbeit von neuen Gesichtern. Außerdem ist der Beruf bekannter für Frauen geworden und viele befinden sich gerade in der Ausbildung oder haben angefangen zu arbeiten. 

Was muss sich noch ändern?

Ein Problem sind die Entscheider von Filmen, in die viel Geld investiert wird. Um hier als Komponist einen Job zu bekommen, musst du Erfahrung haben. Man setzt lieber auf eine sichere Seite, auf eine Person mit Erfahrung, die schon erfolgreich war. Doch stattdessen wäre es gut, auch neuen Gesichtern, egal ob Frauen oder Männern eine Chance zu geben. Am Ende sollte für Parodi nämlich keiner nach seinem Geschlecht oder so beurteilt werden, sondern allein nach seiner Arbeit. Jeder Komponist kann, wenn er wunderschöne Kunst vor sich hat, etwas ebenso Wunderschönes erschaffen. Im Großen und Ganzen sind es alles Komponisten, die ihr Handwerk gelernt haben.

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(R. Jünemann) 

   

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