"Eine solche Freude und Spielfreude"

Dirigent Franz Welser-Möst über das Eröffnungswochenende in Salzburg

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Die Salzburger Festspiele 2020 finden statt - das war für viele eine erstaunliche Nachricht in diesem Corona-geplagtem Jahr. Am 01. August war die Eröffnung und Klassikexperte Axel Brüggemann hat danach exklusiv mit Dirigent Franz Welser-Möst gesprochen, der bei Strauss` Elektra am Pult stand.

Herr Welser-Möst, Wie war es, die erste Oper mit den Wiener Philharmonikern seit dem Lockdown zu dirigieren?

"Das ist schwer zu beschreiben, also die Wiener Philharmoniker haben bei dieser Elektra gezeigt, dass sie einfach in diesem Repertoire absolut unschlagbar sind. Und es war, nach dieser langen Zeit, bei jedem Musiker eine solche Freude und Spielfreude vorhanden.

Die Proben waren mit das Unanstrengendste, was ich jemals in diesem Beruf erlebt habe."

Sie entdecken immer neue Stimmen - wonach wählen Sie aus?

"Ich suche natürlich mit Markus [Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele] zusammen Sänger aus, von denen ich glaube, dass diese Vorstellung, die ich von einem Stück habe, dass die das wirklich gut umsetzen können.

Vor zwei Jahren bei Salome... was ist da geunkt worden im Vorfeld, ob Frau Gregorian das schaffen wird und was weiß ich. Das war jetzt genau so wieder mit Frau Stundyte, die eine sehr andere Elektra ist. Nicht klischeehaft mit stählernen Stimmbändern gesegnet. Aber sie hat eine absolut verletzliche, wie ich finde wunderschöne, Elektra dargestellt und der Erfolg gibt uns ja recht."

Wie ist denn nun die Stimmung in Salzburg?

"Die ist vorsichtiger Optimismus würde ich sagen. Alle Beteiligten, auch über die sechs Wochen Probenzeit hin, waren etwas angespannt. Wir sind uns allen bewusst, dass wir uns auf sehr dünnem Eis bewegen, so wie Markus das ausgedrückt hat.

Es fällt einfach das Feiern weg. Die gesellschaftlichen Aspekte sind sehr in den Hintergrund getreten, aber das hat auch den Fokus auf die Kunst geschärft und man hatte auch das Gefühl, auch am Schluss der Aufführung, dass das Publikum einfach dankbar und erleichtert ist, dass so etwas wieder stattfinden kann."

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Während die Salzburger Festspiele in einer verkürzten Variante stattfinden, mussten die Bayreuther Festspiele ausfallen. Stattdessen gab es einen grandiosen Moment für die Klassik mit Wagner im Garten.

Wie war die Premiere der Elektra bei den Salzburger Festspielen? Axel Brüggemanns Kritik können Sie nachhören in der Mediathek.

(A. Brüggemann/ KR Red.)

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