Ensemble Resonanz in der Elbphilharmonie

ensemble-resonanz-in-der-elbphilharmonie © Tobias Schult
Die menschliche Stimme als Inspirationsquelle für das Ensemble Resonanz.

Wehrt euch, werdet laut!

Der Abend beginnt, und auf die halbkreisförmige Bühne des großen Saals der Elbphilharmonie tritt Tobias Rempe, gefolgt vom Ensemble Resonanz. Doch bevor die Damen und Herren zu spielen beginnen, richtet Rempe, der Geschäftsführer des Ensembles, das Wort ans Publikum.

Die kommende Saison stehe unter dem Begriff der Stimme, auf deren Spuren sie unter anderem mit dem Auftaktkonzert „Geburt“ gehen. Natürlich ginge es größtenteils um die ästhetische Form der Stimmlichkeit, doch, so Rempe, könne nicht darauf verzichtet werde, die Stimme im außermusikalischen Kontext zu betrachten. Vor allem in einer Zeit, in der sich vermehrt Stimmen erheben, die mit einer enormen Intensität gegen unsere freiheitlich demokratischen Grundwerte an brüllen.

Georges Aperghis: Ein mutiger Einstieg

Es wird wieder unruhig im Saal. Dann ertönt aus einem Winkel des runden Raums eine leise Stimme. Ein ungewöhnlicher Gesang kommt von Donatienne Michel-Dansac, welche die atonalen Klänge des Komponisten Georges Aperghis vorträgt. Die Stimmfetzen versetzen das Publikum in Unbehagen, einige Gäste nehmen den vorangegangen Appell zu ernst und unterbrechen den Gesang mit vorzeitigem Applaus. Der Beweis dafür, dass einige sich nicht auf ungewohnte Stimmlichkeit einstellen können oder wollen.

Das Risiko ist das Ensemble eingegangen, und es war genau richtig. Wie der Dirigent Riccardo Minasi über die anschließenden Sinfonien sagt: Damit Kunst auch wirklich Kunst ist, muss sie schwierig sein. Auch wenn das mit Sicherheit nicht auf alle Formen der Kunst zutrifft, die Zuschauer müssten ab und zu aus ihrer Komfortzone gerissen werden und sich einlassen können auf neue Musik, selbst wenn sie am Ende doch lieber zu gewohnten Klängen zurückkehren.

Igor Stranwinski: Ruhige Töne

Auftritt der achtzehn Streicher: Mit viel Hingabe spielen die Musiker Igor Strawinskys „Apollon musagete". Dirigiert werden sie vom Italiener Riccardo Minasi.


Riccardo Minasi    © Julien Mignot

Nach Strawinskys wildem „Sacre du printemps", ist die Musik zum Ballett „Apollon musagete" eher brav und unauffällig. Die Musik lädt dazu ein, die Augen zu schließen und ein Wechselspiel unterschiedlichster Szenarien zu sehen. Öffnet man die Augen wieder, sitzt vor einem das Ensemble Resonanz, das mit strahlenden Gesichtern spielt.

Wolfgang Amadeus Mozart: Jupiter

Die technische Präzession nimmt auch im zweiten Teil des Abends nicht ab, als das Ensemble Resonanz die Jupitersinfonie des Ausnahmetalents Wolfgang Amadeus Mozart spielt. Die Reise ins Universum beginnt, und wir landen auf dem Jupiter. Ein mitreißendes Stück Musik, das Mozart 1798 komponierte und mit dem Ensemble Resonanz wieder aufblüht.

Der Applaus des Abends und die freudigen Gesichter der Musiker und des Dirigenten Riccardo Minasi sprechen für sich.
   

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