Erster Schönheitswettbewerb Europas

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Heute vor 130 trafen sich Schönheiten aus aller Welt in der belgischen Stadt Spa.
Katastrophe, Desaster, Reinfall – den Reportern vor Ort wären sicherlich weitere Schmähungen eingefallen, denn der erste Schönheitswettbewerb auf europäischem Boden verlief nicht wie erhofft.

Ein US-Import

Die Idee für den Schönheitswettbewerb war keineswegs eine europäische – erfunden haben es die Amerikaner. Nach einem Flop im Jahr 1853 veranstaltete der Zirkusbesitzer Adam Forepaugh 1881 die erste erfolgreiche Misswahl. Die schönste Frau Amerikas wurde dabei Louise Montague und erhielt ein Preisgeld von stattlichen 10.000 Dollar. Forepaugh verdiente mit dem Event allerdings etwa fünfzig mal so viel.

PR-Kampagne

Dass man mit Schönheitskonkurrenz also Geld machen konnte, hatten auch die Verantwortlichen des belgischen Kurorts Spa in Erfahrung gebracht – und kurzerhand beschlossen, in ihrem Kurort ebenfalls eine Misswahl zu veranstalten. Die Veranstalter versprachen ein glänzendes Spektakel auf höchstem Niveau mit Exotik und Glamour und lockten so Journalisten und Schaulustige aus den verschiedensten Ländern in die Stadt.

Zwanzig an der Zahl

350 Frauen aus aller Welt schickten ihre Fotos ein, doch entsprach die Auswahl nicht ganz den Vorstellungen der Verantwortlichen. Die 20-köpfige Jury, die zum Großteil aus Männern bestand, sah sich gezwungen, einen Großteil der Bewerberinnen auszusortieren, da sie sie für zu alt, zu jung oder schlichtweg zu unattraktiv befanden. Am Ende reisten nur 20 Damen nach Spa an.

Pleiten, Pech und Pannen

Nach viel Geheimniskrämerei und noch mehr Versprechungen wurden die Damen schließlich am 19. September 1888 im Casino von Spa dem gespannten Publikum vorgeführt. Nach den ersten neugierigen Blicken folgte nicht mehr als ein enttäuschtes „Ohhh“ des Publikums. Die Damen – zum Großteil aus Frankreich und Belgien – waren weitaus weniger exotisch als erhofft und auch keine wirklichen Schönheiten.

„Der Kopf ist bezaubernd“

„Eine Blondine mit schwarzen Augen, ausgestattet mit schönen Rundungen und einer schmalen Taille, der Kopf ist bezaubernd.“ So beschrieben die Zeitungen die 18-jährige Marthe Soucarèt aus Guadeloupe, die schließlich zur Siegerin dieses skurrilen Wettbewerbs gekürt wurde. Doch wäre das nicht schon genug, kam es bei der Siegerehrung zu einem weiteren Skandal. Die übrigen Mitstreiterinnen rissen den Damen, die Platz eins bis drei belegten, die Blumen aus den Händen, zertrampelten diese und spuckten die Siegerinnen sogar an.

   

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