"Fair Trade beschränkt sich nicht auf Honig und Kaffee"

Markt Erlbach wird zur Fair Trade Gemeinde

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Drei Jahre lang hat die Gemeinde Markt Erlbach in Mittelfranken darauf hingearbeitet: letzte Woche ist sie mit dem Fair Trade Siegel ausgezeichnet worden.

Langer Weg zum Fair Trade Siegel

Der Weg dorthin war weit: denn zahlreiche Kriterien müssen erfüllt sein, um das Siegel zu bekommen. An erster Stelle steht ein Gemeinderatsbeschluss, dass die Gemeinde das Vorhaben mitträgt. Dann müssen je nach Größe der Gemeinde, eine bestimmte Anzahl an Institutionen wie Kirchen, Schulen und Vereinen sowie Geschäften und Unternehmen mitmachen. 

Vom Kaffee zur Fair Trade Gemeinde

Die Idee, zur Fair Trade Gemeinde zu werden, entstand im örtlichen Kolpingverein. Dort wird seit über 20 Jahren Fair Trade Kaffee auf Weihnachtsmärkten und Gemeindeveranstaltungen vertrieben. Der Kaffee fand immer größeren Anklang und Absatz bei der Bevölkerung und so war es dann nur noch ein kleiner Sprung bis zu dem Gedanken, sich doch als Fair Trade Gemeinde zu bewerben, erklärt Matthias Mandel, einer der Mitinitiatoren und Vorstand der Steuerungsgruppe  "Fair in Markt Erlbach". 

Voller Einsatz

Einige Voraussetzungen dafür waren bereits erfüllt - so gab es an einer Schule schon seit Jahren ein von Schülern betriebenes "Fair Café", in dem faire Produkte wie Kaffee und Schokolade angeboten wurden. An anderen Stellen musste zunächst noch Überzeugungsarbeit geleistet werden. Dafür veranstalteten Matthias Mandel und seine Mitstreiter*innen Informationsabende und stellten Infostände in Geschäften auf: dort berichteten z.B. Jugendliche, die fair gehandelte Textilien im Ort selbst bedrucken oder es wurden neue Möglichkeiten gezeigt, wie jeder etwas zur Fair Trade Gemeinde beitragen kann, z.B. mit fair hergestellten und gehandelten Fußbällen für den Sportverein. 

Anfangs reichen kleine Schritte

Bei Cafés und Restaurants war es aufgrund der aktuellen Situation und dem damit verbundenen Überlebenskampf etwas schwieriger, für die Idee zu begeistern. Doch schließlich schaffte man es auch hier, drei Locations mit ins Boot zu nehmen. Schließlich muss nicht immer das ganze Geschäft umgekrempelt werden, oft reichen für den Anfang auch kleine Schritte, erklärt Matthias Mandel: "Viele Restaurants oder Cafés haben ja auch Kaffeeverträge, weil die Kaffeemaschine geleast ist. Doch es gibt Handlungsspielraum bei kleinen Punkten, so kann z.B. der Keks oder die Schokobohne zum Espresso fair gehandelt sein. Vieles kann man auch im Kleinen machen. Was sich eben ergibt. Wenn sich dann viel mehr ergibt, umso besser, aber auch die kleinen Schritte sind uns wichtig." 

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Das gilt auch für die private Ebene. Statt hier große Vorsätze zu fassen, ist es besser, erst einmal kleine Brötchen zu backen und sich z.B. vorzunehmen, jede dritte Packung Kaffee Fair Trade zu kaufen oder sich weniger oft Schokolade zu gönnen und statt dessen dann zu einer besonders leckeren Fair Trade Variante zu greifen. Damit tut man nicht nur etwas Gutes, sondern spart noch Kalorien, sagt Matthias Mandel mit einem Augenzwinkern.

Mehr als Honig und Kaffee

Er hat bereits Zukunftspläne - so kennt er z.B. eine Kommune, bei der alle Gemeindemitarbeiter, z.B. vom Bauhof, mit Fair Trade Kleidung ausgestattet wurden oder in einem Neubaugebiet die Häuser mit regional abgebauten Steinen, statt mit Importen aus China gebaut werden. "Das sind solche Aspekte, die kann man immer überall einbringen, weil sich Fair Trade Arbeit nicht nur auf Honig und Kaffee beschränkt, wie viele meinen." Und noch etwas ist ihm wichtig: "Fair Trade muss einfach soweit in den Köpfen der Bürger sein, dass es nicht mit Mehrkosten verbunden ist. Oft sind diese Produkte gar nicht teurer, nur die Kalkulationen sind anders, dass der Erzeuger faire und gerechte Preise bekommt und nicht nur der Großhändler." 


(K.Jäger)

Mut zum Aufbruch hatten auch Musiker in Südtirol- und haben ein neues Orchester gegründet.

Woran man faire Kleidung erkennen kann - ein kleiner Guide.
   

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