Fensterputz an der Elbphilharmonie

Sie erstrahlt in atemberaubendem Glanz. Und damit das auch so bleibt, muss das Hamburger Konzerthaus regelmäßig von außen geputzt werden.

fensterputz-an-der-elbphilharmonie © Herzog de Meuron
Die Glasfassade der Elbphilharmonie strahlt in der Morgensonne und im Abendlicht. Damit das so bleibt, sind fleißige Helfer nötig: Drei Mal im Jahr hängen Höhenarbeiter für drei Wochen an der gigantischen Glasfassade des Hamburger Wahrzeichens und polieren die 2.200 Fensterelemente.

Was für ein Aufwand!

Die Elbphilharmonie lebt in der Welt der Superlative und das hat seinen Preis. Hohe Geldsummen sind keine Seltenheit und so kosten die drei Wochen Fensterreinigung über 100.000 Euro. Und dieser Aufwand wird drei mal jährlich betrieben.

Auch Höhenarbeiter Steffen Falkenberg aus Berlin war schon an den Reinigungsarbeiten an dem weltberühmten Konzerthaus beteiligt. Für ihn lohnt sich die ganze Aktion schon wegen der atemberaubenden Sicht auf die Hansestadt. Einige würden für diesen Blick sehr viel Geld zahlen und die Fensterputzer kommen als angenehmen Nebeneffekt in diesen Genuss. Es gibt die „gesunde Angst“ bei der Arbeit, bei der es gelegentlich am ganzen Körper kribbelt, aber die lähmende Angst verspürt keiner der Arbeiter, sonst könnten sie ihren Job nicht machen.

Mit „normalem“ Fensterputz hat das nichts mehr zu tun

Man stellt sich vielleicht ein paar Arbeiter mit Einwischer und Abzieher vor, die ein großes Gebäude putzen, aber so leicht ist das natürlich nicht. Durch die Wölbung der Scheiben, wird eine Art „hungriges Wasser“ eingesetzt, welches den ganzen Dreck aufnimmt und diesen runterspült.

Drei Wochen dauert es, die Elphi auf Hochglanz zu polieren. Die Arbeit in der enormen Höhe verlangt auch die Konzentration der Arbeiter. Es muss genau darauf geachtet werden, dass keine Geräte runterfallen, die Seile dürfen sich nicht verfangen und alle Kollegen müssen stets auf gleicher Höhe arbeiten. Eine Hürde stellt auch das Hamburger Wetter dar. Zum Glück steht der Regen der Arbeit nicht im Weg, aber der Wind ist teilweise sehr problematisch, wenn beispielsweise kein richtiges Arbeiten gewährleistet ist oder die Sicherheit des Teams gefährdet ist. Man könnte auch fast meinen, man putzt ein ganz besonderes Schloss mit außergewöhnlichen Fenstern. Schloss Neuschwanstein, dass dieses Jahr 150 Jahre alt wird hat zum Beispiel besonders viele Fenster, die auch mehrmals im Jahr wieder zum strahlen gebracht werden müssen.  

Bei außergewöhnlicher Arbeit passiert Außergewöhnliches

So viel Spaß hatte der Mensch beim Fensterputzen wahrscheinlich noch nie. Der „Window-Waltz“ war eine PR-Aktion der Elbphilharmonie, welche für viel Aufsehen in den Medien gesorgt hat. Wie ließe es sich an einem Konzerthaus besser arbeiten, wenn die Arbeit von Musik begleitet wird? So ist in dem Video eine Violinistin vor ihrer Aufführung zu sehen, die den berühmten Strauß-Walzer „An der blauen Donau“ spielt. Die Fensterputzer übernehmen einfach den Takt und die Melodie mit ihren traditionellen Reinigungsgeräten (Einwischer, Abzieher und Teleskopstange). Diese Aktion steht für die Authentizität von Hamburg und der Elbphilharmonie und ist gleichzeitig eine Hommage an die mutigen Putzer, die Ihre Arbeit mit praktischer Musik verbunden haben.



Der nächste Einsatz für die Höhenarbeiter an der Elbphilharmonie steht vom 30.9. bis 18.10. an.

Auch Skandale gab es schon: Riccardo Muti boykottierte die Elbphilharmonie und während eines Konzertes von Jonas Kaufmann entstand ein regelrechtes Akustik-Gewühl. Doch bisher gab es mehr reibungslose Abende wie die Opening Night 2018 mit Chamayou.

   

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