Zum Tode Franco Zeffirellis

Italienischer Opern- und Filmregisseur gestorben

franco-zeffirelli-verstorben © Youtube / TheSidarthaG
Der italienische Opern- und Filmregisseur starb am Samstag im Alter von 96 Jahren nach langer Krankheit.

Franco Zeffirelli tot

Üppig barocke Operninszenierungen und opulent ausgestattetes Kino – dafür ist Franco Zeffirelli berühmt. Der gebürtige Florentiner war einer der populärsten Opern- und Filmregisseure des 20. Jahrhunderts, der über 30 Theaterstücke und Opern inszenierte.

Zu seinen berühmtesten Werken gehören unter anderem die Verfilmung des Shakespeare-Dramas „Romeo and Juliet“ aus dem Jahr 1968 oder die Verfilmung der Verdi-Oper „La Traviata“ mit Plácido Domingo und Teresa Stratas.

Nun ist Franco Zeffirelli am Samstag nach langer Krankheit im Alter von 96 Jahren in Rom im Kreise seiner Adoptivsöhne Pippo und Luciano sowie eines Pfarrer der Kirche San Tarcisio gestorben.

Er verstarb eine Woche bevor seiner Neuinszenierung der Verdi-Oper „La traviata“, welche die Opernsaison in der Arena von Verona eröffnen wird.
 

Zeffirelli Nachfahre Leonardo da Vincis

Erst 2016 wurde bekannt, dass Franco Zeffirelli ein Nachfolge des berühmten Universalgelehrten Leonardo da Vincis war. Sein Nachname war das Ergebnis eines Schreibfehlers, eigentlich hatte seine Mutter ihm den Namen „Zeffiretti“ geben wollen, was übersetzt „milde Brise“ bedeutet. Auf der Geburtskunde hatte man dies falsch geschrieben, und so kam es zum Nachnamen Zeffirelli.
 

Zeffirelli und Lucchino Visconti

Kurz nach dem Krieg studierte Zeffirelli Kunst und Architektur in seiner Heimat Florenz und gelangte mit 23 Jahren in die Theatergruppe von Lucchino Visconti, eine Begegnung, welche Zeffirellis Karriere einläutete. Zwar wurde er dort als Schauspieler abgelehnt, wurde aber Viscontis Bühnenmaler, später sein Regieassistent und schließlich sollen die beiden auch privat eine Liebesbeziehung geführt haben. Visconti hatte einen großen Einfluss auf Zeffirellis Entwicklung, der sich rasch einen hervorragenden Ruf als Bühnenbildner aufbaute. Er war u.a. an Projekten mit Salvador Dalí oder an der Mailänder Scala mit Operndiva Maria Callas beteiligt.
 

Die Filmlegende Zeffirelli

Internationalen Ruhm erlangte Zeffirelli vor allem mit aufwändigem Ausstattungskino. Vor allem mit seinen Shakespeare-Verfilmungen erlangte er internationalen Ruhm:  1967 konnte er Elizabeth Taylor und Richard Burton für „Der Widerspenstigen Zähmung“ gewinnen. Besonders gelobt von den Kritikern wurde er für die Verfilmung von „Romeo and Juliet“ im Jahr 1968. Darin inszenierte er das Drama mit völlig unbekannten Schauspielern, die das tatsächliche Alter der beiden Protagonisten hatten. Viermal wurde er schließlich für diesen Film für den Oscar nominiert, unter anderem auch für den Regie-Oscar.



Weiter große Erfolge waren die Verfilmung der Verdi-Oper „La Traviata“ mit Plácido Domingo in der Hauptrolle, sowie die Verfilmung des Lebens der Operndiva Maria Callas im Film „Callas Forever“ (2002).

2004 wurde er von Queen Elizabeth für seine „wertvollen Verdienste um die britische darstellende Kunst“ zum Ehrenritter ernannt.
 

Prunkvolle Operninszenierungen

Die Oper war die zweite Liebe Zeffirellis: in den 50er Jahren inszenierte er für Opernhäuser wie die Mailänder Scala, die New Yorker Met oder die Comédia-Francaise. Sein Markenzeichen waren barock-üppige, bunte und glanzvolle Inszenierungen.
 


Zeffirelli und Berlusconi

Zeit seines Lebens bezog Franco Zeffirelli erzkonservative Positionen: noch im Jahr 1993 forderte Zeffirelli die Todesstrafe für Frauen, die eine Abtreibung vornehmen lassen. Unter anderem forderte er auch das „Henkerbeil“ für korrupte Politiker.

Zeffirelli gab 1996 offiziell bekannt, homosexuell zu sein, war gleichzeitig aber ein scharfer Kritiker der Schwulenbewegung. Er unterstützte die Sexualmoral der katholischen Kirche und sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe aus.

Zeffirelli war eng mit Silvio Berlusconi befreundet. Für dessen Partei „Forza Italia“ war er zwischen 1994 und 2001 im italienischen Senat.

#MeToo-Vorwürfe

Die vergangenen Jahre hatte der Regisseur sehr zurückgezogen verbracht. In den Schlagzeilen war er zuletzt im Zuge der #MeToo-Debatte, als der US-Schauspieler Johnathon Schaech Vorwürfe gegen ihn erhob.

Mehr aus der Filmwelt

Eine weitere Filmlegende verlässt uns im hohen Alter: Der deutsch-polnische Filmproduzent Artur Brauner stirbt im Alter von 100 Jahren.

   

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