Gerechtigkeit für Franz Liszt Erben

Klassik Stiftung Weimar

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Wir alle streben nach Gerechtigkeit. Eine Sache, die wir schon als Kinder lernen und schätzen. Seit gut zehn Jahren versucht die Klassik Stiftung Weimar ebenfalls für Gerechtigkeit zu Sorgen, die zur Zeit des Nazi-Regimes nicht stattgefunden hat.
In einem dieser Fälle geht es um Franz Liszt und Emma Frankenbacher. Sie war Jüdin und besaß zwei Partituren von Franz Liszt, die sie verkaufen musste. Die Nationalsozialisten hatten damals strenge Regeln aufgestellt, in denen Juden häufig viel Geld oder ihre Besitztümer abgeben mussten. Viele verkauften Ihr Hab und Gut, um mit dem Geld ihre Flucht zu bezahlen oder um einfach zu überleben.

Im Archiv entdeckt

Entdeckt wurde der Fall Emma Frankenbacher, weil das Archiv systematisch nach eben diesen Fällen sucht, erzählt Rüdiger Haufer wissenschaftlicher Mitarbeiter der Klassik Stiftung Weimar, im Gespräch. Wenn feststeht, dass es sich bei dem Kulturgut um einen nicht rechtmäßigen Ankauf handelt, wird weiter geforscht und festgestellt, ob die Person die gesuchte Person ist und ob man nach Erben suchen muss. Im Fall Emma Frankenbacher traf das alles zu. 1942 wurde sie nach Theresienstadt in das Konzentrationslager deportiert, das sie nicht lebend verlassen hat.

Juristin übernimmt Suche 

Für Rüdiger Haufe ist der Fall damit abgeschlossen und er übergibt sozusagen den Staffelstab an seine Kollegin Cora Chall. Sie ist Juristin und spezialisiert auf Provenienz, also die Suche nach dem Ursprung, in diesem Fall nach den Nachkommen von Emma Frankenbacher. Ziel des Ganzen ist es, die Partituren nachträglich zu einem rechtmäßigen Preis zu erwerben oder wenn gewünscht das Kulturgut zurück zugeben.





Warum wird erst jetzt gesucht? 

Natürlich kommt die Frage auf, warum man jetzt erst nach den Nachkommen sucht und diese Fälle bearbeitet. Der Grund ist, dass früher nicht wirklich versucht wurde, das aufzuarbeiten. 1998 trafen sich 44 Staaten bei der Washingtoner Konferenz. Diese haben sich noch einmal ausführlich mit diesem Thema beschäftigt und es wurde klar, dass hier noch viel aufgearbeitet werden muss. 

Erben in Argentinien entdeckt

Cora Chall sagt, dass es heute auf jeden Fall einfacher ist, nach den Leuten zu suchen. Das Internet hilft hier schon sehr. Früher hätten die Suchprozesse noch viel länger gedauert und wer weiß, vielleicht hätte sie die Erben der Franz-Liszt-Partituren in Argentinien gar nicht gefunden. Ein Cousin konnte in Südamerika ausfindig gemacht werden. Er war positiv überrascht, dass man sich die Mühe gemacht hat, nach ihm zu suchen und wieder ein Stück Gerechtigkeit herzustellen.

Zwei wertvolle Partituren

Bei den Partituren handelt es ich um eine Abschrift von Franz Liszts 1. Klavierkonzertes in Es-Dur. Das besondere, erzählt Cora Chall, ist, dass die Abschrift viele Notizen und Anmerkungen vom Komponisten persönlich enthält und später als Stichvorlage für den Erstdruck diente. Die zweite Partitur ist eine Abschrift des „Festliedes zu Schillers Jubelfeier“ mit einer Widmung von Franz Liszt.

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(R. Jünemann)
   

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