Gläserner Forstbetrieb

Ein Projekt des NABU

gläserner-forstbetrieb © kazuend_unsplash
Vier Institutionen beschäftigt sich mit der Frage: Wie wirken sich forstwirtschaftliche Maßnahmen auf das Ökosystem aus? Das Projekt läuft sechs Jahre lang.

Der Gläserne Forstbetrieb – wer macht mit?

Dieses Projekt ist ein Verbund aus vier Partnern: Das Ministerium für Wald Brandenburg, die Georg-August-Universität in Göttingen, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und der NABU. In enger Zusammenarbeit wollen sie herausfinden, wie sich verschiedene Maßnahmen der Forstwirtschaft auf das Ökosystem Wald auswirken, wie die Produktivität des Waldes gesteigert werden kann und wie der nachhaltige Artenschutz und die Biodiversität gewährleistet wird. Über sechs Jahre hinweg beobachten und bearbeiten sie ausgewählte Gebiete im Norden von Brandenburg.

Die Platzwahl für Freiluftexperimente

Diese Waldflächen in der Nähe von Reinsberg gehört der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, die zweite Fläche stellt der Landesforstbetrieb Reihersdorf zur Verfügung. Zum einen sind dies größere Flächen, zum anderen sind die Strukturen der Wälder hier sehr homogen. Das ist wichtig, um zwei parallel laufende Experimente unter möglichst gleichen Bedingungen starten zu können.

97% der deutschen Wälder sind Wirtschaftswälder. Das bedeutet, die Förster oder privaten Besitzer leben von ihren Wäldern. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Wald genug Profit abwirft, andererseits sind sie auch an der Gesundheit ihres Waldes interessiert und damit zwangsläufig auch an nachhaltiger Forstwirtschaft. Das Projekt Gläserner Forstbetrieb versucht auch diese Interessen mit abzudecken. Gerade in Zeiten des extremen Ressourcenverbrauchs ist enge Zusammenarbeit besonders wichtig.

Der Gläserne Forstbetrieb prüft Waldsterben und Waldverjüngung

Das Projekt Gläserner Forstbetrieb untersucht verschiedene Faktoren: Zum Beispiel wurden zwei Hektar mit jungen Buchen bepflanzt. Der eine Hektar wurde eingezäunt um Wildverbiss zu verhindern, der andere nicht. Anhand dieses Experiments soll herausgefunden werden, wie schlimm sich der Wildverbiss auf Naturverjüngung im Wald auswirkt oder ob es vielleicht andere Faktoren gibt, die den jungen Bäumen viel mehr schaden.

Das „Immunsystem“ des Waldes

Jeder Waldspaziergänger kennt den Effekt: Ist es draußen sehr heiß, ist es im Wald immer wesentlich kühler. Das Projekt Gläserner Forstbetrieb hat gezeigt, je höher die Biomasse, desto kühler ist es im Wald. Dabei ist es egal, ob es sich um tote oder lebende Bäume handelt: Lebendige Bäume verdunsten jede Menge Wasser über ihre Blätter und kühlen damit zusätzlich zu ihrem Schatten den Wald enorm. Dieses Waldinnenklima ist wie ein Immunsystem des Waldes, das ihn vor großen Hitzeperioden auf natürliche Weise schützt.

Tote Bäume hingegen schützen den Wald vor dem Austrocknen: Denn sie können Wasser speichern. Wenn Holz vermodert, wird es zu einem schwammähnlichen Material, bevor es zu Humus wird und der nächsten Baumgeneration Nährstoffe liefert. Das Totholz speichert Wasser sehr gut und spielt damit im Zuge des Klimawandels eine immer größere Rolle. Außerdem bietet Totholz Lebensraum für viele Tiere: Spechte brühten in ihnen, Käfer finden hier Nahrung und einen Ort, an dem sie ihre Eier ablegen können.

Ökonomie und Ökologie

Es geht in diesem Projekt um einen Kompromiss zwischen der Wirtschaftlichkeit eines Waldes und dem Naturschutz. Die Förster mögen am liebsten gesundes, schnellwachsendes Holz, das sich gut verkaufen lässt. Die Naturschützer sind daran interessiert, möglichst viele lebende Bäume im Wald zu haben. Denn die bieten mehr Lebensraum für mehr Tiere. Gleichzeitig soll aber auch die Forstwirtschaft risikoärmer werden, also man möchte Schädlingsbefall, wie etwa vom Schwammspinner, und Waldbrandgefahr so gering wie möglich halten. Das Projekt Gläserner Forstbetrieb ist noch für vier weitere Jahre geplant, wir dürfen auf die Ergebnisse im Jahr 2023 gespannt sein.
   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Indem Sie auf den „OK“ Button klicken, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen zum Thema Cookies finden Sie unter Datenschutz & Sicherheit
Weitere Informationen Ok