Hauschka feiert Release-Konzert in Hamburg

hauschka-feiert-release-konzert-in-hamburg © Sony / Gregor Hohenberg
Den ausverkauften Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie tauchte Hauschka gestern Abend in eine meditative Waldszene.

„A Different Forest“

Die Natur war zu seiner Kindheit ein fester Bestandteil des Lebens, erzählt Hauschka, während er auf seinem Hocker vor dem Flügel sitzt. Mit seinem Vater ging er auf Streifzüge durch die Wälder und lernte, sich an bestimmten Orten Punkte zu merken, um die Orientierung zu behalten. Das habe er bis heute beibehalten, wenn er sich nun seinen Weg durch den Großstadtdschungel bahnt.

Mit „A Different Forest“ legt der 53-jährige Komponist ein neues Album vor, das den Hörer auf einen Streifzug durch den Wald mitnimmt. Romantische Waldszenen sind es aber nicht, die man erwarten kann, die meisten Titel verströmen einen meditativen, fast psychodelischen Klang, andere wiederum  haben raue Kanten.

Rückkehr zum Soloklavier

Mit diesem Klang verzichtet Hauschka auf etwas, wofür der Komponist eigentlich so bekannt ist: sein präpariertes Klavier. Das Klavier, deren Saiten er mit allerlei Haushaltsgegenständen ausschmückt, in welche er Essstäbchen klemmt, auf die er Pingpong-Bälle legt oder dessen Hämmer er mit Alufolie verdeckt, um die seltsamsten Klänge aus dem Klavier herauszukitzeln, fehlt hier. Stattdessen kehrt er zu einem unpräparierten Soloklavier zurück, das mit einem Rückzug aus dem Alltag in die Natur hinein zu vergleichen ist.

Der Wald als Sinnbild der Veränderung

Die Naturerfahrung empfindet Hauschka als Möglichkeit, sich vom Alltag zu entfernen und sich als Mensch wieder einem Ganzen zugehörig zu fühlen. Diese Veränderung, sich selbst mehr wahrzunehmen und zu sich zu finden, kommt im Wald besonders zum Tragen, der sich über Jahrhunderte und Jahrtausende in seiner Form kaum gewandelt hat.


© Sony / Gregor Hohenberg

Klangskulptur aus Stäben

Ganz außen vor war die Technik dann aber doch nicht: Die Künstlerin Florence To, mit der Hauschka bereits in vorigen Projekten zusammengearbeitet hat, war beteiligt an der Konstruktion einer Klangskulptur, die vom Computer aus gesteuert wurde und durch Lichtinstallationen in Szene gesetzt wurde. In mehreren Strängen, wie kleine Trauerweiden, hingen in Bündeln Stäbe auf die Bühne hinab. Die Stäbe wurden zum Leuchten und Vibrieren gebracht, indem sie mit Kabeln mit dem Klavier verbunden waren. Der Klang erinnerte an das Rascheln von Blättern in den Bäumen oder dem Knacken von Ästen.


Zu Hauschka

Mit acht Jahren entdeckt Volker Bertelmann die Musik: zu Weihnachten sitzt er in seiner Heimat Ferndorf in einem Konzert, in dem Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Frédéric Chopin gespielt werden. Anschließend beginnt Berteilmann mit dem Klavierunterricht.

Seit 1992 konzentriert er sich auf die Musik – zuvor versuchte er sich mit einem Medizin- und später einem Betriebswirtschaftsstudium. Das Interesse an der Musik war jedoch stärker. Es folgte „Jugend musiziert“ und Schulband, mit 18 komponierte er dann für die ZDF-Serie „Ein Fall für zwei“.

Seinen ersten Erfolg feiert er als Mitglied der Rapgruppe „God’s Favourite Dog“, ein Erfolg, der allerdings nur sehr kurzlebig ist. Die eigene Musik lässt er daraufhin ruhen und arbeitet sieben Jahre lang als Musiklehrer.

Mit Mitte 30 dann beginnt sein Leben noch einmal neu, als er seine Klangexperimente mit dem Klavier aufnimmt und sich Hauschka nennt. Sein Debüt als Hauschka gibt er 2004 mit dem Album „Substantial“. Mit dem darauffolgenden Album „The Prepared Piano“ findet er den Klang, für den er weltbekannt ist. Er präpariert sein Klavier mit Kronkorken, mit Hüllen von Teelichtern, mit Rasseln, Butterbrotpapier oder Tennisbällen, um so mit dem Klang des Klaviers zu experimentieren.

Der Komponist findet die Überschneidung zwischen klassischer Musik, Pop und Elektronik und lässt sich keinem Genre einfügen, genauso wie er in Konzertsälen oder Clubs, aber auch in Kirchen auftritt. So arbeitet Hauschka gleichzeitig mit Künstlern aus der Elektroszene, wie etwa Michael Mayer, aber auch mit Künstlern aus der Klassikszene, wie etwa 2012 mit Violinistin Hilary Hahn.

2017 erreichte seine Bekanntheit einen neuen Höhepunkt, als er für seine Filmmusik zur Hollywood-Produktion „Lion“ für einen Oscar nominiert wurde.

Hauschka lebt mit seiner Freundin und Kindern in Düsseldorf.
   

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