Herbert Feuerstein - ein musikalischer Nachruf

Der beliebte Entertainer Herbert Feuerstein verstarb im Alter von 83 Jahren

herbert-feuerstein-ein-musikalischer-nachruf © Elke Wetzig/ https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en
Er wurde als TV-Partner von Harald Schmidt vor allem für seinen Humor bekannt, hatte aber auch eine tiefe Verbundenheit zur Musik. Herbert Feuerstein ist am 06. Oktober 2020 im Alter von 83 Jahren gestorben.
Feuerstein wäre gerne Papst geworden, erzählte er, sicherlich mit einem Augenzwinkern, in einem Interview mit dem Musikmagazin „Rondo“, aber da die großen Wunder ja alle schon vollbracht waren, entschied er sich für die Musik. So studierte er zwei Jahre lang Klavier, Cembalo und Komposition am Mozarteum in Salzburg, bevor es ihn von Österreich nach Amerika und von der Musik hin zum Journalismus zog.

Seinen Weg zurück zur Musik fand Feuerstein schließlich um die Jahrtausendwende, nachdem er sich unter anderem als Chefredakteur der Satirezeitschrift „MAD“, TV-Partner von Harald Schmidt in „Schmidteinander“ und Moderator seiner eigenen Livesendung „Feuersteins Nacht“ bereits einen festen Platz in der deutschen Kulturlandschaft erarbeitet hatte.

Feuerstein und das Musiktheater

Zwischen 2003 und 2008 spielte Feuerstein in insgesamt rund 75 Vorstellungen von Johann Strauss‘ „Die Fledermaus“ in der Kölner Oper den Gerichtsdiener Frosch und präsentierte dort 2006 auch sein eigenes Programm „Mordnacht Mozart“ zusammen mit dem Gürzenich-Orchester Köln unter Enrico Delamboye und der Pianistin Anna Skrylewa, in dem er sich einem Krimi ähnlich mit den mysteriösen Todesumständen des berühmten Komponisten beschäftigte.

Unter dem Titel „Opern ohne Sänger“ erweckte Feuerstein außerdem eine Idee zum Leben, die bereits Gustav Mahler zu seiner Zeit als Wiener Operndirektor geäußert haben soll: „Opern könnten eine feine Sache sein, wenn da bloß nicht diese Sänger wären!“
Für das Projekt wurde die Musik bekannter Opern, wie beispielsweise Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ oder Bizets „Carmen“, für kleine Ensembles bearbeitet und die Geschichte der Oper von Feuerstein selbst humorvoll aufbereitet und erzählt. Das Konzept kam beim Publikum sehr gut an und so fanden viele Jahre Aufführungen mit verschiedenen Ensembles statt.

Musik für Alle

Neben eigenen Programmen war Feuerstein auch als Vermittler der Musik tätig und moderierte beispielsweise ab 2007 in der Reihe „Feuerstein führt Klassik ein“ regelmäßig Konzerte des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin mit dem Ziel, für unerfahrene Hörer einen Zugang zur Welt der Klassik zu schaffen, sowie bereits versierten Hörern ein unterhaltsames Konzerterlebnis zu bieten.

Für den WDR präsentierte er bereits in den Neunzigern Klassiksendungen im Radio und Live-Auftritte des hauseigenen Rundfunkorchesters. Auch bei Filmmusik-Konzerten des NDR Pops Orchestra war er als Moderator mit dabei.

Ein Nachruf auf sich selbst

Feuerstein setzte sich im Jahr 2014 zur Ruhe und nahm bereits ein Jahr später einen knapp zweistündigen Nachruf auf sich selbst in Form eines Radio-Beitrags auf, den der WDR nun nach seinem Tod veröffentlicht hat und in dem er unter anderem auch die Musik präsentiert, die ihm persönlich viel bedeutet hat. Bereits zu Beginn verkündet er: „Ich will nicht lange drumherum reden: Ich bin jetzt tot und Sie liebe Hörerinnen und Hörer werden das eines Tages auch sein. Spätestens dann sind wir quitt.“

Wenn es also etwas gibt, das sich Herbert Feuerstein sein Leben lang beibehalten hat, dann sind es sein Humor und seine Liebe zur Musik.

(N. Meier)
   

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