Heute vor 100 Jahren: Eröffnung der Pariser Friedenskonferenz

heute-vor-100-jahren-eröffnung-der-pariser-friedenskonferenz © Bundesarchiv, Bild 183-R01213 / CC-BY-SA 3.0
Am 18. Januar 1919 treffen die Repräsentanten der alliierten Siegermächte des Ersten Weltkrieges zu Beratungen über die Friedensverträge zusammen.

Die großen Vier

Knapp zwei Monate erst war es her, dass die Alliierten mit dem Deutschen Reich Waffenstillstand geschlossen hatten und der Erste Weltkrieg damit beendet war. Es waren Delegierte aus 32 Nationen, die sich trafen, um zu verhandeln. Als Treffpunkt hatte man den Spiegelsaal des Versailler Schlosses gewählt, wo vor 48 Jahren Bismarck das deutsche Kaiserreich proklamiert hatte.

Es würden bei dieser Konferenz die großen Vier sein, die bestimmten; die USA mit deren Präsident Wilson, Großbritannien mit ihrem Premier Lloyd Georg, Italien mit Ministerpräsident Orlando und Frankreich mit Premierminister Clemenceau.

Die Verlierernationen Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien und Türkei waren zu Beginn noch nicht an den Verhandlungstischen zugelassen.

1646 Sitzungen

Zwischen dem 18. Januar und dem 28. Juni 1919 – dem Tag, an dem der Versailler Vertrag mit Deutschland zustande kam, fanden 1646 Sitzungen statt. Es waren derart viele Verhandlungen, dass das französische Außenministerium allein nicht reichte, so wurden die Tagungen auf Schlösser von Pariser Vororten gelegt, mit dem Deutschen Reich etwa verhandelte man auf Versailles, mit Österreich in St. Germain oder mit Ungarn in Trianon.

Frankreich

Der Erste Weltkrieg hatte Frankreich besonders hart getroffen: Das Land hatte 1,4 Millionen Kriegstote zu beklagen und der Nordosten war in seiner Infrastruktur völlig zerstört. Frankreichs Forderungen an Deutschland waren besonders hoch, sie gingen bis zur Zerschlagung des Deutschen Reiches, dem unter anderem das Rheinland entzogen werden sollte, um schließlich ein eigener Staat zu werden.

„New Diplomacy“

„New Diplomacy“, so lautete das Credo des US-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson. Mit seinem 14-Punkte-Plan hatte er schon im Jahr zuvor große Erwartungen geschürt. Vor allem wollte Wilson zur künftigen Friedensgarantie einen Völkerbund schaffen, sowie Prinzipien eines Selbstbestimmungsrechts der Völker und eines Minderheitenschutzes einführen.

Verhandlungen mit Deutschland

Erst am 7. Mai 1919 werden auch Vertreter Deutschlands nach Versailles geladen. Der Entwurf, der ihnen vorgelegt wurde, sah vor, dass das Deutsche Reich ein Siebtel seines Gebiets sowie ein Zehntel seiner Bevölkerung und dazu sämtliche Kolonien aufgeben müsse. Unter anderem würde Elsass-Lothringen an Frankreich, Posen und Westpreußen an Polen oder Oberschlesien zwischen Polen und Deutschland aufgeteilt werden.

Die Schuldfrage

Im Versailler Friedensvertrag sollte das Deutsche Reich ebenso die Alleinschuld am Krieg übernehmen, und so empfindliche Reparationsleistungen zahlen: neben 269 Milliarden Goldmark, die in 42 Jahresraten auszuzahlen waren sollte Deutschland auch Sachlieferungen leisten.

Der Schock auf deutscher Seite saß so tief, dass der deutsche Abgesandte Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau sich vor weicher Knie nicht vom Stuhl erheben konnte, was man ihm später als Akt des Patriotismus auslegte.

In Deutschland kommentierte Regierungschef Philipp Scheidemann (SPD) den Versailler Entwurf als „Dokument des Hasses und der Verblendung“.

Am 23. Juni 1919 segnete das Berliner Parlament letztlich den Versailler Vertrag ab, der am 28. Juni 1919 im Spiegelsaal des Versailler Schlosses unterschrieben wurde.

Ende der Verhandlungen

Über ein Jahr sollten die Verhandlungen anhalten: am 21. Januar 1920 endet die Pariser Friedenskonferenz, als die letzten Unterschriften in den Vorortverträge mit den Verlierernationen geleistet wurden.
   

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