Heute vor 120 Jahren geboren: Al Capone

heute-vor-120-jahren-geboren-al-capone © Wikipedia / United States Department of Justice
Als „Scarface“ führte er im Chicago der 20er Jahre ein riesiges Verbrechersyndikat mit Alkoholschmuggel, Glücksspiel und Prostitution an.
Der Mann mit den drei Narben im Gesicht hatte viele Seiten: Geschäftsmann und Wohltäter, vor allem aber Gangster und Mörder. Einer der früheren Staatsfeinde Nr. 1 wurde heute vor 120 Jahren geboren. Der König der Untergrundwelt Chicagos: der Mafioso Al Capone. 

Ein berühmter Neapolitaner

Am 17. Januar 1899 kommt Alfonso Capone in New York zur Welt. Seine Eltern waren kurz zuvor aus ihrer Heimat Neapel in die USA ausgewandert; der Vater ist Friseur, die Mutter Näherin und zudem gut beschäftigt mit der Erziehung Alfonsos und seinen neun Geschwistern. Die große Familie lebt in einem heruntergekommenen Apartment im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Hier gab es weder eine Toilette oder fließendes Wasser und es wimmelte von zwielichtigen Bars und Bordellen.

Auf den Straßen von Brooklyn

In der Schule fällt Al mit überdurchschnittlich guten Noten auf. Das Klima an den Schulen Brooklyns ist allerdings sehr rau; nachdem seine Lehrerin Al schlägt, schlägt dieser zurück und wird von der Schule verwiesen.

Schnell rutscht er in die Kriminalität ab, welche in seinem Stadtteil unter den Italoamerikanern gut organisiert ist. Im Alter von fünfzehn Jahren weiß Al bereits, wie man Schutzgeld erpresst. Wollte ein Bar- oder Ladenbesitzer seinen Anteil nicht zahlen, stattete der junge Capone dem Verweigerer mit einem Baseballschläger einen kurzen Besuch ab. Dabei ist Al der Laufbursche des Gangsterbosses Johnny Torrio, der eine besondere Zuneigung für Al Capone teilt. Schnell steigt Alfonso innerhalb Torrios Verbrecherorganisation auf.

Scarface – das Narbengesicht

Als Alfonso achtzehn Jahre alt ist, handelt er sich mit einer Äußerung seinen berühmten Spitznahmen ein: Als er wohlwollend über den Po einer Frau kommentiert, greift deren verärgerter Bruder zu einem Messer und schlitzt Alfonso das Gesicht auf, was drei große Narben hinterlässt. Fortan wird er nur noch das „Scarface“, das „Narbengesicht“ genannt, was Capone sein Leben lang missfällt.

Für Al Capone hält New York nicht mehr viel bereit: sein Förderer Johnny Torrio verlässt die Stadt, um nach Chicago zu gehen, und New York ist unter den verbleibenden rivalisierenden Organisationen bereits streng aufgeteilt. Die schmutzigsten Seiten des Geschäfts lernt er in der Zeit kennen, als er für den Gangsterboss Frankie Yale arbeitet.

Die Capones beschließen daher, der Stadt New York ebenfalls den Rücken zuzukehren.

Die Blütezeit in Chicago

Für kurze Zeit sieht es so aus, als würde Al Capone noch auf die rechte Bahn geraten. Nachdem er mit neunzehn Jahren eine junge Irin heiratet und Vater wird, nimmt er in Baltimore eine Anstellung als Buchhalter für eine Baufirma an. Als allerdings sein Vater stirbt, streckt Al Capones früherer Boss Johnny Torrio die Hand nach ihm aus, der sich mittlerweile ein großes Verbrecher-Imperium in Chicago aufgebaut hat.

Mit der Familie und seiner großen Verwandtschaft zieht auch Al Capone nun nach Chicago um. Torrios Geschäfte konzentrieren sich auf Glücksspiel und Prostitution. Als 1919 die Prohibition in Kraft tritt, kommt ein neues, besonders lukratives Geschäft dazu: der Alkoholschmuggel.

Eine große Erbschaft

Als Torrio in die Jahre kommt und nur knapp ein Attentat überlegt, beschließt dieser, in Rente zu gehen und übermacht Capone sein Imperium. Mit nur 25 Jahren ist Al Capone damit einer der größten und auch bekanntesten Gangster der USA. Mit dem Alkoholschmuggel verdient er in den 20er Jahren pro Jahr rund 95 Millionen Dollar.

In dieser Zeit begeht Capone viele Morde, diese und seine illegale Machenschaften kann man ihm jedoch nicht nachweisen. Zu groß ist die Angst der Zeugen, den mächtigen Al Capone gegen sich aufzubringen.

Ein bewunderter Verbrecher

Statt die Medien zu meiden, wird Al Capone zum meist fotografierten Verbrecher seiner Zeit – und fällt dabei mit Eitelkeit auf: Al Capone wollte stets von rechts fotografiert werden. Die Medien weiß „der Pate“ geschickt für sich einzusetzen und die Öffentlichkeit zu manipulieren: so eröffnet er die erste Suppenküche der USA, für die er täglich 2.500 Dollar springen lässt. Nach einem Attentat auf ihn etwa zahlt Capone die Krankenhausrechnung zweier ihm unbekannter Personen, die durch das Attentat in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Al Capone ist stets modisch gekleidet und inszeniert sich gern als Gentleman. Er tritt wohlerzogen und respektvoll in der Öffentlichkeit auf, etwa bei Wohltätigkeits- oder Sportveranstaltungen. Seinen Wohnsitz hat er im luxuriösen Metropole Hotel, wo seine Suite ihn täglich 1.500 Dollar kostete.

Al Capone im Sinkflug

Nachdem in einer Schießerei aus Versehen ein Staatsanwalt getötet wird, steht der US-amerikanische Präsident unter Druck. Al Capone kann zumindest für Steuerhinterziehung belangt werden und wird im Oktober 1931 zu elf Jahren Zuchthaus im kalifornischen Gefängnis Alcatraz verurteilt. Hier durften seine Familienangehörigen ihn zwei Mal im Monat besuchen.

Von der Strafe muss er nur acht Jahre absitzen, wegen guter Führung werden ihm die letzten drei Jahre der Haft erspart. Als Al Capone jedoch in sein Leben zurückkehrt und nach Florida zieht, ist er gesundheitlich schwer angeschlagen. In seiner Jugend hatte Al Capone sich noch vor seiner Heirat mit Syphilis angesteckt, und nun litt er unter den Folgen des tertiären Stadiums; er war verwirrt, litt unter Panikattacken, und blieb für den Rest seines Lebens pflegebedürftig.

Schließlich stirbt er am 25. Januar 1939 im Alter von 48 Jahren an einer Lungenentzündung. Zu diesem Zeitpunkt ist von Al Capones Reichtum nichts mehr übrig, die Bestattungskosten übernimmt sein Bruder.

   

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