Heute vor 165 Jahren stirbt Abbé Prévost

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Seine Geschichten wurden als Oper vertont: Am 23. November 1763 stirbt der französische Schriftsteller Antoine-Francois Prévost.

„Man würde aus der Liebe keine Gottheit machen, wenn sie nicht oft Wunder vollbrächte“

Dieser Satz stammt von Antoine-Francois Prévost. Er selbst hat viele Liebesgeschichten gelebt, und gerne hat er auch Liebesgeschichten geschrieben. Die berühmteste ist jene über „Manon Lescaut“, ein Roman, der in der Romantik gleich zweimal als Oper vertont wurde: zunächst von Jules Massenet und später die heute berühmtere Opernfassung von Giacomo Puccini. Weniger bekannt sind die Opernvertonungen von Daniel-Francois-Esprit Auber („Manon Lescaut“, 1556) und Hans Werner Henze („Boulevard Solitude“, 1951).


Prévost, der Priester

Antoine-Francois Prévost wächst im nordfranzösischen Artois auf in einer Familie aus dem reichen Bürgertum. Nachdem er sowohl im Spanischen Erbfolgekrieg und im französisch-spanischen Krieg kämpft, studiert er Theologie und wir Priester. Im Alter von 30 Jahren wird er nach Paris ins Kloster Saint-Germain-des-Près geschickt. Daher wird Antoine-Francois Prévost auch meist als Abbé Prévost bezeichnet, mit der Anrede für katholische Diözesanpriester.

Liebesabenteuer statt der Gallia christiana

Im Pariser Kloster soll Prévost eigentlich an der Gallia christiana arbeiten, einem Gemeinschaftswerk der Benediktiner. Lieber aber schleicht Prévost aus dem Kloster, um in der Stadt an seinen Liebesromanen zu schreiben. Er ist tatsächlich erfolgreich mit seinen Büchern, und mit dem Geld, das er mit ihnen verdient, flieht er aus Paris über Holland nach London. In Paris nämlich hat sein Abt einen königlichen Haftbefehl gegen Prévost erwirkt, nachdem seine Tätigkeit auffliegt.

In London konvertiert er (vorübergehend) zum Anglikanismus, arbeitet als Hauslehrer, muss allerdings nach einem Liebesabenteuer zur Schwester einer seiner Schüler erneut fliehen. In Holland lässt er sich nieder.

Manon Lescaut – die femme fatale

In Den Haag erscheint dann 1731 die erste Fassung seiner berühmtesten Geschichte „L’Histoire du Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut“, und es wird gemunkelt, dass eine seiner eigenen Liebegeschichten Vorlage dieses Romans war, eine Affäre mit einer Haager Kurtisane, für die er sich tief verschuldet haben soll.

Der Roman „Manon Lescaut“ erzählt die Geschichte eines mittellosen Studenten, Des Grieux, der durch seine Liebe zu einer verführerischen Frau, Manon Lescaut, all seine Lebenspläne aufgibt und sogar mit der Kirche und allen Konventionen bricht, um ihr ein schillerndes Leben zu ermöglichen. Nachdem Manon ins Exil geschickt wird und auf tragische Weise stirbt, findet Des Grieux wieder zu einem sittlichen Leben zurück.


Zurück zu den Benediktinern

Nach einer rauen Phase in England, während der Prévost aufgrund von Wechselbetrug im Londoner Gefängnis sitzt, kehrt er 1734 wieder nach Paris und zu den Benediktinern zurück. Er wird zum Hauspfarrer des Fürsten von Conti und schreibt in dieser Zeit zahlreiche weitere Romane.
Am 23. November 1973 stirbt Abbé Prévost auf einem Spaziergang im Alter von 66 Jahren.

 

 

 

   

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