Humor in der Klassik

Kann Klassik uns zum Lachen bringen?

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Auch wenn es uns gerade vielleicht nicht danach ist – wir sollten das Lachen nicht vergessen. Denn es macht nicht nur glücklich, sondern hilft auch unser Immunsystem zu stärken! Doch kann auch klassische Musik uns ein lautes Lachen entlocken?

Klassik: Subtiler Humor

„Musik als solche ist humorfrei“, meinte Musikwissenschaftler Prof. Dr. Franz Körndle. Wenn Menschen Musik als lustig bezeichneten, sei es meistens eher der Text, den sie meinten oder auch die Diskrepanz zwischen Musik und Text, z.B. ein lustige Text zu einer eher tragischen Musik. Doch natürlich gibt es auch Humor in der Klassik. Nur äußert der sich eher subtil und braucht ein gewisses Hintergrundwissen, um verstanden zu werden. Denn der humoristische Effekt entsteht, indem mit Erwartungshaltungen, Konventionen und Regeln gebrochen wird. „Zum Beispiel am Ende eines Stückes, wenn alle darauf warten, es wird jetzt eine Schlusskadenz da sein und dann hört das Ding auf. Und dann hört der Komponist eben nicht auf und macht immer noch weiter…und macht einen sogenannten „Trugschluss“, also was ja wie eine akustischer Betrug sein kann, statt eines Schlusses eben etwas anderes zu machen. Dann kann man das komisch finden, weil eine Erwartungshaltung nicht bedient wird“, erklärt Professor Dr. Körndle. Dazu gehören auch Überraschungseffekte, wie die zwei lauten Schlussakkorde bei Bedrich Smetanas „Moldau“.

Können Humoresken der Klassik uns zum Lachen bringen?

Und wie sieht das mit den Humoresken in der Klassik aus – leitet sich der Name nicht auch von „Humor“ ab? „Im weitesten Sinne ja“, meint Professor Dr. Körndle. „Die Gattung der Humoreske im 19. Jahrhundert entstand in Analogie zur literarischen Gattung. Dort werden Alltagsgeschichten in heiterer Art kurzweilig erzählt und die Musik lehnt sich an das an. Also allein mit der Bezeichnung „Humoreske“ das soll etwas kurzweiliges sein“. So kann diese Gattung unterhalten und gute Laune machen, auch wenn man nicht unbedingt in lautes Lachen ausbrechen muss.

Komische Oper in der Klassik: immer humorig?

Ähnlich ist es in der Klassik auch bei der komischen Oper bezüglich Humor. „Von frühesten Anfängen an kann man pauschal sagen: die Komödie ist der Typ, bei dem die Geschichte gut aus geht und bei der Tragödie geht sie eher schlecht aus. Das ist natürlich sehr sehr pauschal, aber es hilft Irrtümer zu vermeiden. Eine Komödie ist nicht unbedingt lustiger Stoff, doch sie geht meistens gut aus. Ähnlich ist es in der Oper. Wir haben im 17. Jahrhundert einen großen Operntyp, die „Opera seria“, die seriöse oder ernste Oper. Die Franzosen sagen später: Tragédie lyrique. Die seriöse Oper ist nicht automatisch eine Tragödie. Doch sie ist ein ernstes Stück. Es geht um Helden und Götter…manchmal auch um Liebesgeschichten, doch immer ernsthaft“, erläutert Professor Dr. Körndle. Später in der Geschichte bildet sich eine zweite Gattung heraus – die sogenannte komische oder lustige Oper. Diese Opéra buffa behandelt eher leichten Stoff und ist im bürgerlichen oder bäuerlichen Milieu angesiedelt. Sie dient zunächst als Pausenfüller zwischen den Akten der seriösen Oper. Die Franzosen nennen sie dann „Opéra-comique“. „Doch auch hier gilt: das muss nicht unbedingt zum Lachen komisch sein“, unterstreicht Professor Dr. Körndle.

Klassik mit Humor zum Lachen

Doch keine Sorge – es gibt in der Klassik natürlich auch Opern, die nicht nur unterhaltsam sind, sondern auch zum Lachen animieren. Man denke nur an die „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Szene, in der der freche Papageno ein Schloss vor den Mund bekommt und trotzdem versucht, sich mit „mh mh mh“ bemerkbar zu machen. Abgesehen davon gibt es sehr viele klassische Stücke, bei denen man vielleicht nicht vor Lachen herausplatzt, doch die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern und Schwung, Humor und gute Laune für den Tag bringen. Die hören Sie natürlich bei uns auf Klassik Radio.

Was passiert wenn Oper auf Virtual Reality trifft, lesen Sie hier.
   

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