Humperdincks Hänsel und Gretel

Der märchenhafte Opernklassiker für die Adventszeit

humperdincks-hänsel-und-gretel © AdobeStock/ namosh
Das Märchen Hänsel und Gretel aus den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm ist wahrscheinlich eine der bekanntesten und beliebtesten Kindergeschichten überhaupt. Auch die gleichnamige Opernadaption von Engelbert Humperdinck erfreut sich gerade in der Adventszeit großer Beliebtheit und gehört mittlerweile zum Stammrepertoire vieler Opernhäuser.

Eine Hexe, zwei Kinder, eine Hexe - in drei Akten

Hänsel und Gretel sind Kinder eines armen Besenbinders und müssen den ganzen Tag alleine im Haus ihrer Eltern arbeiten. Seit Wochen gibt es jeden Tag nur ein bisschen trockenes Brot zu essen und deshalb sind die zwei furchtbar hungrig. Heute Abend soll es aber einen Reisbrei geben und als die Geschwister das herausfinden, tanzen sie voller Freude durch die Küche. Kurz darauf kommt ihre Mutter erschöpft nach Hause und fängt wütend an darüber zu schimpfen, dass ihre Kinder nur herumalbern, statt zu arbeiten.

In ihrer Rage wirft sie den Topf mit der Milch um und schickt Hänsel und Gretel in den Wald, um Beeren zu sammeln. Kurze Zeit später kommt der Vater nach Hause und fängt an, sich furchtbare Sorgen zu machen nachdem seine Frau ihm von dem Vorfall erzählt hat. Es wird nämlich schon dunkel und die Kinder könnten sich im Wald verlaufen. Dort soll auch die Knusperhexe wohnen, die Kinder anlockt um sie in ihrem Ofen zu backen und dann zu verspeisen. Voller Sorge eilen die Eltern in den Wald, um Hänsel und Gretel zu suchen.

Die haben es mittlerweile geschafft, ihren Korb mit Beeren zu füllen und auch gleich wieder leer zu essen. Jetzt ist es aber schon zu dunkel, um noch neue Beeren zu sammeln und die Geschwister fangen an, sich zu fürchten. Sie irren umher und können auch den Weg nach Hause nicht mehr finden. Da taucht das Sandmännchen auf und beruhigt die beiden, woraufhin Hänsel und Gretel auf dem Waldboden einschlafen.

Als die beiden am nächsten Morgen aufwachen, finden sie sich vor dem Knusperhaus wieder. Die Geschwister können nicht wiederstehen und naschen davon. Daraufhin kommt die Hexe heraus und versucht, die beiden in ihr Haus zu locken. Nach einem erfolglosen Fluchtversuch wird Hänsel in einen Käfig gesperrt und von der Hexe gemästet, während Gretel im Haus schon mal den Esstisch decken muss. Der Ofen wird ebenfalls angeschürt und vor lauter Vorfreude reitet die Hexe auf ihrem Besen durch die Lüfte.

So bemerkt sie nicht, dass Gretel ihren Bruder heimlich befreit hat. Wieder am Boden angekommen, wird sie von den Geschwistern überlistet und landet in den Flammen. Daraufhin zerbricht der Ofen und die Lebkuchenmännchen, die den Zaun des Hauses gebildet haben, entpuppen sich als Kinder und werden wieder lebendig. Nun vernehmen Hänsel und Gretel auch die Stimmen ihrer Eltern aus dem Wald und können diese endlich wieder in die Arme schließen.

Oper mit Volksmusikelementen

Hänsel und Gretel ist eine durchkomponierte Oper im Stil der Musikdramen Richard Wagners und späten Werke Giuseppe Verdis. Das heißt, die Musik spielt während der gesamten, zweistündigen Spielzeit der Oper durchgängig und wird nicht durch gesprochene Dialoge unterbrochen. Sie ist außerdem sehr volksliedhaft geschrieben, was unter anderem daran liegt, dass Engelbert Humperdinck einen Teil davon aus bekannten Volksliedern übernommen hat, wie beispielsweise „Ein Männlein steht im Walde“. Andere Stücke, wie zum Beispiel „Brüderchen, komm tanz mit mir“, hat er umgekehrt eigens für die Oper geschrieben und sie wurden anschließend als Volkslieder übernommen.

Entstehung eines Klassikers

Adelheid Wette, die Schwester Engelbert Humperdincks, plante eine häusliche Theateraufführung des Märchens. In diesem Zuge bat sie ihren Bruder, ein paar Verse für sie zu vertonen. Im Familienrahmen fanden die Aufführung und die Musik großen Anklang und so beschlossen die beiden Geschwister, ein Singspiel zu schreiben. Aus dieser Idee wurde dann durch große Begeisterung Humperdincks schließlich eine abendfüllende Oper.

Diese Begeisterung teilte auch das Publikum und so wurde bereits die Uraufführung des Stücks am 23. Dezember 1893 in Weimar, dirigiert von Richard Strauss, ein großer Erfolg. Neben herkömmlichen Aufführungen wurden Teile der Oper, wie beispielsweise die Märchenvorlage, in verschiedenen Inszenierungen auch oft psychologisch interpretiert. So wird beispielsweise die Rolle der Hexe gerne mit derselben Sängerin besetzt, die auch die Mutter von Hänsel und Gretel spielt.

Unser 2. Adventskonzert

Wir spielen Ihnen Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel am Sonntag, den 2. Dezember ab 18:00 Uhr in einer besonderen Aufnahme:
  • SolistInnen (Auswahl): Alice Coote (Mezzosopran), Lydia Teuscher (Sopran), Irmgard Vilsmaier (Sopran), William Dazeley (Bariton)
  • Ensemble: London Philharmonic Orchestra
  • Dirigent: Robin Ticciati
Entdecken Sie das gesamte Programm unserer Adventskonzerte.

Für noch mehr Weihnachtsstimmung empfehlen wir den Nussknacker von Peter Tschaikowsky. und in einer ganz besonderen Version, gelesen von Holger Wemhoff.

(N. Meier)
   

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