Hundert Jahre Schwarz-Rot-Gold

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Vor genau hundert Jahren in der frisch gebackenen Weimarer Republik: Schwarz-rot-gold wird zum Symbol der deutschen Einheit.

Schwarz-Rot-Gold für die Weimarer Republik

Am 18.02.1919 beschließt der Staatenausschuss der frisch gebackenen Weimarer Nationalversammlung die Farben der deutschen Nationalflagge: Schwarz-Rot-Gold.

Damit war auch der „Flaggenstreit“ beendet. Während Anhänger der Monarchie und die Nationalsozialisten für die Farben der Kaiserzeit plädiert hatten, schwarz-weiß-rot, wollten die Kommunisten hingegen eine einheitlich rote Flagge.

Mit Schwarz-Rot-Gold hingegen hatte man sich für jene Farben entschieden, welche auch schon zur Zeit der Märzrevolution zum Sinnbild für Einheit, Freiheit und Demokratie verwendet worden waren.

Die Herkunft der Farben

Die Nationalfarben entsprachen der Farbkombination, die wiederum etwas mehr als hundert Jahre zuvor getragen wurden: der Lützowschen Freikorps, der 1813 und 1848 in den Befreiungskriegen gegen die Napoleonischen Truppen kämpften, trugen Uniformen in diesen drei Farben, welche entstanden waren durch eine Mischung zwischen Tradition und Pragmatismus.

Damals brachten die Soldaten für ihre Militärzeit eigene Kleidung mit, welche dann einheitlich gefärbt wurde. Dafür wurde die Farbe Schwarz gewählt, da diese schlichtweg am besten alle anderen Farben überdeckte.

Die Farbe Rot gesellte sich dazu, weil das preußische Heer traditionell rote Verstärkungsstreifen an Kragen, Aufschlägen und Achselstücken getragen hatte.

Das Gold wiederum glänzte an den Messingknöpfen der Uniformen.

Aus dieser Trikolore entstand eine Durchhalteparole für die Kämpfe: „Aus der Schwärze der Knechtschaft durch blutige Schlachten ans goldene Licht der Freiheit“.

Die Farbkombination Schwarz-Rot-Gold wurde jedoch bereits im Mittelalter verwendet: Das Wappen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation etwa bildete einen schwarzen Adler mit roten Fängen und rotem Schnabel auf goldenem Grund ab.

Wunsch nach deutscher Einheit

Die Befreiungskriege gegen Napoleons Truppen führten Europa in eine neue Ordnung. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, welches Napoleon durch seine Eroberungen zerschlagen hatte, wurde nicht wieder hergestellt. Stattdessen entstand der Deutsche Bund aus 37 Einzelstaaten und vier freien Städten, dessen Präsidentschaft in Österreich lag. Nicht jeder war von dieser Neuordnung begeistert, viele hatten sich als Staatsform ein einheitliches freies Deutschland gewünscht. Die Farben Schwarz, Rot und Gold wurden schließlich zu den Flaggenfarben der ersten Burschenschaft, die sich in Jena gegründet hatte und welche die deutsche Einheit anstrebte.

Hambacher Fest

Die erste Flagge mit der schwarz-rot-goldenen Trikolore war 1832 auf dem Hambacher Fest zu sehen. Eine Protestveranstaltung, bei der die rund 30.000 Teilnehmer für Einheit, Freiheit und Demokratie einstanden und ihre Flaggen schwenkten – allerdings noch in einer anderen Reihenfolge, als wir sie heute kennen, mit dem Schwarz unten und dem Gold oben.

Nach und nach wurden die drei Farben zum Sinnbild der Einheitsbestrebungen, die Flagge war bei Protestbewegungen immer häufiger zu sehen. Fürsten versuchten daher teilweise, sie verbieten zu lassen, was die Flagge nur noch berühmter machte.

Als bei der Märzrevolution 1848 in Frankfurt die Nationalversammlung beschlossen wurde, wurden dabei auch die Farben Schwarz-Rot-Gold zu den Nationalfarben erklärt. Diese Trikolore konnte sich aber nicht durchsetzen, denn 1850 scheiterte die Revolution, Schwarz-Rot-Gold wurde verboten und musste den Flaggen des Norddeutschen Bundes bzw. des Deutschen Reiches in Schwarz-Weiß-Rot weichen. Schwarz-Weiß stand dabei für Preußen, und Rot-Weiß für den Norddeutschen Bund sowie die dazugehörigen Hansestädte.

Es dauerte bis zur Weimarer Republik, bis man sich wieder auf Schwarz-Rot-Gold besann und als Reichsfarben in die Verfassung aufgenommen wurden.

 

 

   

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