"Ich kann Farben hören"

Nachwuchskomponistin Mirjam Skal

ich-kann-farben-hören © Mirjam Skal
Für die junge Komponistin Mirjam Skal war nach einem Besuch in der Hochschule der Künste in Zürich klar: "Ich werde Komposition für Film, Theater und Medien studieren.“ Gerade macht sie ihren Master.
Eine Verbindung zur Musik hatte Mirjam Skal schon sehr früh, hat sie uns im Interview erzählt. Ihre Mutter ist Organistin und so haben beide zusammen Klavier gespielt. Irgendwann hat sie gemerkt, dass sie die Musik etwas anders wahrnimmt. Wenn sie Töne hört, sieht sie nämlich Farben. Schnell fand sie heraus, dass sie Synästhesie hat, eine Fähigkeit, die laut Wissenschaftlern etwa 4 % der Bevölkerung hat. Diese hilft Ihr auch beim Komponieren.

Und dann wusste ich, ich werde Komponistin

Gewusst, dass sie Komponistin werden möchte, hatte Mirjam Skal nach einem Besuch in der Hochschule der Künste. Als Abschlussarbeit für Ihre Matura, wählte Skal ein Projekt mit Musik. Das war so gut, dass Ihre Lehrer sagten, sie solle doch etwas in die Richtung machen und sich mal informieren. Skal ging also zur Hochschule der Künste in Zürich, wo sie die Beschreibung für den Studiengang Komposition für Film, Theater und Medien entdeckte. "Dann hat es auf einmal Gong hinter mir gemacht und ich wusste, das ist genau das, was ich machen will", erzählt Skal von dem Moment. 

Vorbilder

Ihre Vorbilder sind bekannte Namen aus der Filmszene. Einmal der verstorbene Komponist Jóhann Jóhannsson, der die Filmmusik für "Die Entdeckung der Unendlichkeit", "Sicario" oder "Arrival" geschrieben hat. Außerdem ist auch die Komponistin Hildur Guðnadóttir ein großes Vorbild, die letztes Jahr den Oscar für den Film "Joker" bekommen hat. 

Erste Aufträge und über das Komponieren 

Erste Aufträge als Komponistin hat Skal durch das Studium bekommen. Das sind Studentenprojekte, wie zum Beispiel ein Animationskurzfilm von Studierenden der Hochschule Luzern oder auch die Vertonung von einem Virtual Reality Dokumentarfilm. Dafür komponiert sie am liebsten im Studio, wo alles ruhig ist und man zusammen mit Kollegen und Musikern arbeiten kann. Aktuell arbeitet sie mit Kollegen über das Internet. Allgemein ist für Skal das Komponieren ein Handwerk, das sie gelernt hat und jetzt nutzen kann. "Ich muss nicht immer von der Muse geküsst werden", sagt sie. Wenn aber mal eine Inspiration beim Spazierengehen kommt, wird schnell das Handy gezückt und die Idee aufgenommen. 

 




Veränderungen 

Wegen Corona arbeitet die Komponistin allein im Studio, von denen es an der Hochschule Zürich einige gibt. Aktuell findet das über das Internet statt, was einen schönen positiven Effekt hat. So ist man nicht ortsgebunden, sondern kann mit Kollegen auf der ganzen Welt arbeiten. Eine neue Möglichkeit, die sich durch die Pandemie entwickelt hat. 

Talentförderinitiative der Berlinale und Alliance for Women Film Composers

Aktuell wird Skal durch zwei Projekte für Ihre Leistung und Ihr Talent gefördert. Einmal steht bald ein Workshop durch die Talentförderinitiative der Berlinale an. Hier trifft sie auf viele andere junge Filmschaffende, lernt in Online-Workshops und hofft, den ein oder anderen Kontakt zu machen. Außerdem wurde sie Anfang des Jahres von der Alliance for Women Film Composers ausgewählt, an einem Mentorenprogramm teilzunehmen. Die nächsten 6 Monate wird Skal von Mychael Danna, bekannt für seine Komposition zu "Life of Pi" oder "Little Miss Sunshine", beraten, der Ihr Tipps zur Arbeit als Komponistin gibt und bestimmt den ein oder anderen Kniff beibringen wird. 


Immer noch wenige Komponistinnen

Auf die Frage, warum immer noch so wenige Frauen in der Branche sind, sagt Skal: "Ich denke einfach, weil die Generation von heute noch im Prozess ist, im Studium ist. Denn in meinem Studium zum Beispiel sind es fast gleich viele Frauen wie Männer, die studieren. Das ist supertoll und ich habe selber auch wirklich nur Support erhalten von allen Seiten. (...) Ich denke, die Branche verändert sich stark, wie auch in der Filmbranche. (...) Und ich denke, da verändert sich die Welt gerade sehr." 

Pläne für die Zukunft

Für die Zukunft könnte sich Mirjam Skal vorstellen, ein eigenes Studio aufzubauen. Wo das sein wird, weiß sie noch nicht, aber sie denkt über London oder Los Angeles nach. Gerade ist sie auf der Suche nach einem Projekt, in dem ein Langfilm vertont werden soll. Denn in Zukunft die Musik für einen Film zu komponieren ist ein großer Wunsch von Ihr.

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(R. Jünemann)
   

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