Impro trifft Oper: La Triviata

Impro-Oper La Triviata eropert das Publikum

impro-trifft-oper-la-triviata © AdobeStock_pathdoc
Spontan, unterhaltsam und ungezwungen - das ist das Ergebnis, wenn Oper auf Impro trifft. Bei der Impro-Oper "La Triviata" gestaltet das Publikum die Handlung mit. Und am Ende entsteht ein einzigartiger Opernabend.

Die Idee zur Impro-Oper

"Unmöglich! Das kann nicht funktionieren" - so ist die Reaktion des Pianisten Michael Armann, als der befreundete Schauspieler und Regisseur Andreas Wolf mit der Idee auf ihn zukam, klassische Musik mit Improtheater zu verbinden. Doch Letzterer lässt sich davon nicht entmutigen und findet schließlich Sänger, die das Experiment durchführen wollen und auch Improvisationstalent haben. Ein Jahr lang proben sie gemeinsam - dann folgt die erste Aufführung: "La Triviata" ist geboren.

So funktioniert die Impro-Oper

Zu Beginn betreten die vier Künstler und ein Pianist die Bühne. Und dann nimmt das Publikum die Vorstellung in die Hand: es gibt z.B. Begriff vor, wie "Baum" oder "Frühling" und dazu verschiedene Emotionen wie Liebe oder Freude. Daraus improvisieren die Künstler dann vier verschiedene Arien und veranstalten daraus einen regelrechten Contest. Auch eine Zeitung macht im Publikum die Runde - wichtig ist, dass das Ensemble noch nicht reingelesen hat. Daraus werden willkürlich vom Publikum Artikel ausgewählt... der Text bildet das Rezitativ und die Bebilderung zum Artikel bilden die Arien.

So bereiten sich die Künstler auf die Impro-Oper vor

Wie man sich auf eine Aufführung vorbereitet, die niemals die Gleiche ist und deren Verlauf niemand vorher kennt? „Es gibt gewisse Techniken in der Theaterimprovisation, die man wirklich aus dem FF draufhaben muss.“, so Michael Armann. Doch das sei noch die leichtere Übung. Schwierig sei dagegen auf der musikalischen Ebene zusammenzukommen. Dafür hat er Gehörübungen erfunden, die helfen, dass die Sänger*innen und der Pianist ihren Gesang und das Klavierspiel spontan aufeinander abstimmen können.

Die Wurzeln der Impro-Oper liegen in der Klassik

Außer "La Triviata" gibt es laut Michael Armann nur noch ein ähnliches Projekt in London. Dort allerdings ohne Schauspiel. Dabei ist Improvisation in der klassischen Musik früher üblich gewesen. Bereits Johann Sebastian Bach improvisierte, woraus später die Goldbergvariationen entstanden. Der Improvisationskönig Ludwig van Beethoven war bekannt für seine Klavierimprovisationen. Schon damals gab es so etwas wie "Klavier Battles" - ähnlich wie beim Poetry Slam heute. Ein Thema wurde vorgegeben und beide Pianisten mussten darüber improvisieren. Seinen eigenen Briefen nach, ging Beethoven meist als Sieger daraus hervor.

Für wen ist die Impro-Oper gedacht?

Die Impro-Oper ist sowohl für Klassikfans als auch für Klassikeinsteiger geeignet. Für Klassikfans stellt die Impro-Oper eine willkommene Abwechslung dar :"Alban Berg ist zu schwierig, der Wagner ist zu lang und Mozart kennt man schon in und auswendig..." lacht Michael Armann.
La Triviata verwendet eher leicht verdauliche Klassik, die kürzer ist und durch Improvisation sehr unterhaltsam ist, zudem kann das Publikum Einfluss auf die Handlung nehmen. Auch für Klassikeinsteiger ist die Impro-Oper super gut geeignet, da sie einen leichteren Zugang und ein anderes Verständnis von Klassik bekommen. Durch moderne Sprache, das amüsante Spiel und die direkte Einbindung des Publikums gelingt es „La Triviata“, die Klassik frisch zu erfinden. "Dadurch, dass wir das Publilkum direkt fragen: was sollen wir machen? verschwindet direkt die Distanz von der Bühne", erklärt Michael Armann. Das sei auch das Schöne an der Impro-Oper, dass klassische Kunst unmittelbar und direkt wirke.

Warum die Impro-Oper "La Triviata" heißt

Dabei handelt es sich um ein Wortspiel, die Handlung hat nichts mit der klassischen Oper "La Triviata" zu tun. Zudem ist die Impro-Oper auch mal trivial, da passt der Name "Triviata" auch ganz gut. "Allerdings kann „La Triviata“ auch sehr ergreifend und ernst sein", so Michael Armann. Auf jeden Fall hat er immer Spaß dabei: "Mindestens einmal am Abend muss ich so lachen, dass ich kaum mehr Klavier spielen kann."

Wie die Impro-Oper weitere Kreise zieht.

Das Team von „La Triviata“ beschränkt sich nicht auf Impro-Oper, sondern hat auch schon Werbespots und Geschäftsberichte veropert oder kommentiert ein komplettes Fußballspiel bei einem Sportsender. Was Mitbegründer Michael Armann aus der Impro-Oper-Erfahrung mitnimmt? "Ja sagen. Sich drauf einlassen", so Michael Armann. Gerade aus den Momenten, in denen man denkt, es gehe gar nichts mehr, entständen die besten Geschichten.

Verstaubt ist Oper wirklich nicht - mittlerweile ist sie sogar bei Instagram.

Schauspielerin und Sängerin Maria Helgath steht bei der Impro-Oper auf der Bühne. Svenja Sellnow hat sich mit ihr unterhalten. Auf eine Minute - zum Nachhören in unserer Mediathek.


 

 


   

Unser Service

Für die besten Hörer in Deutschland

Musik der Extraklasse

Finden Sie im Klassik Radio Shop

Newsletter

Wir halten Sie auf dem laufenden mit unserem Premium Newsletter

Social Media

folgen Sie uns

Die PLaylist

Was lief wann?

Wir verwenden Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Indem Sie auf den „OK“ Button klicken, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen zum Thema Cookies finden Sie unter Datenschutz & Sicherheit
Weitere Informationen Ok