Internationaler Tag des Zuhörens

Am 18. Juli feiern wir das Zuhören. Eine scheinbar einfache Fähigkeit, die ein hohes Gut ist.

internationaler-tag-des-zuhörens © AdobeStock/ Adam Gregor
Zuhören ist Teil unseres Alltags: wir hören unseren Kindern zu, wenn sie uns etwas erklären, wir hören Musik zu, wenn sie uns gefällt - aber welche Bedeutung hat das Zuhören wirklich? Psychologin und Paartherapeutin Alexandra Hartmann über eine scheinbar normale Sache, die - näher betrachtet - oft zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.

Warum ist Zuhören so wichtig?

Nur, wer zuhört, kann eine gute Beziehung führen. Dieser Meinung ist Alexandra Hartmann. „Denn in einer Beziehung bezieht man sich aufeinander“, so die Psychologin und Paartherapeutin. Nur durch das Zuhören könne der eine etwas von dem anderen lernen und auf dessen Wünsche und Bedürfnisse eingehen.

Überhaupt können sich zwei Menschen nur durch das Zuhören wirklich kennenlernen und eine Beziehung herstellen. Es sei eine Frage des Respekts, dem Gegenüber zuzuhören, es zu würdigen und Fragen zu stellen. Nur so könne überhaupt ein Vertrauensverhältnis entstehen. Das Zuhören sensibilisiert das Verständnis für den anderen – das macht es so wertvoll.

Woran merkt man, dass jemand nicht zuhört?

Wirklich zuhören bedeutet mehr als nur "offene Ohren haben!". Laut Hartmann ist hier Intuition gefragt: Man merkt sofort, wenn einem nicht mehr zugehört wird - der vermeintliche Zuhörer ist wieder mit sich selbst beschäftigt - oder im schlimmsten Fall sogar mit dem Handy oder ähnlichem. Vor allem geht das Gegenüber nicht mehr auf das Gesagte ein.

Hören Frauen besser zu als Männer?

Ob Männer oder Frauen bessere Zuhörer sind, lässt sich pauschal nicht beantworten. Auch Männer können gute Zuhörer sein. Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen liegen vor allem in der Art und Weise der Kommunikation. Alexandra Hartmann stellt fest, dass der Mann das Zuhören oft als Aufforderung versteht, etwas tun zu müssen. Dies ist aber nicht unbedingt gemeint und die Frau fühlt sich häufig nicht verstanden.

Zuhören kann man lernen

Wem es schwer fällt, aktiv zuzuhören, kann praktische Tipps anwenden, rät Alexandra Hartmann: Um einen praktischen Eindruck vom „richtigen Zuhören“ zu bekommen, ist es hilfreich, sich einander gegenüber zu setzen. Eine Person beginnt zu reden, die andere hört zu, geht darauf ein und stellt Fragen. Schließlich werden die „Rollen“ getauscht. Durch diese gespielte Situation wird die Aufmerksam ganz bewusst auf das Gegenüber gelenkt.

Oder Sie hören einfach mal aktiv dem Gezwitscher der Vögel zu.

Soll ich einfordern, dass man mir zuhört?

Es ist laut Alexandra Hartmann, durchaus legitim, das Zuhören einzufordern und konkret anzusprechen, dass man das Gefühl habe, es werde einem nicht richtig zugehört. Wichtig ist hier die Art der Formulierung: Es sollte nicht vorwurfsvoll klingen, denn das erzeugt leicht eine Abwehrreaktion. Am besten spricht man aus der Ich-Perspektive "Ich habe das Gefühl, dass Du mir nicht richtig zuhörst."

So kam es zum Tag des Zuhörens

Die akustische Landschaft unserer Zeit soll für die Nachwelt erhalten bleiben - das war das Anliegen der Non-Profit-Organisation „The World listening Project“, als sie alltägliche Klänge und Geräusche aufzeichneten. Denn dadurch wird primär das Verständnis für unsere Kultur und Umwelt unterstützt.
Und wer Musik gut zuhört, kann sogar Krankheiten heilen.

Dass wir nun ausgerechnet am 18. Juli den Tag des Zuhörens feiern ist kein Zufall. Heute vor 86 Jahren wurde der kanadische Komponist und Klangforscher Raymond Murray Schafer geboren. Sein Werk „The Tuning of the world“ (von 1977) gilt in der akustischen Ökologie und Feldforschung als absolutes Standardwerk. Er prägte den Begriff „Soundscape“ und bildete auf diesem Gebiet in der wissenschaftlichen Arbeit den Standard.

Immer ein Grund genau zuzuhören, ist das Klassik Radio Programm - nicht nur am Weltradiotag!
Einen, der immer zuhört, finden Sie im Hamburger Erzählkiosk.
   

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