Isolation in der Fremde

Kollegin Anna Baumgart war auf Sri Lanka und hat Corona von einer anderen Seite erlebt

isolation-in-der-fremde © Anna Baumgart
Es klingt eigentlich wie ein Traum... regelrecht gestrandet unter Palmen in Zeiten von Corona. Was es aber tatsächlich bedeutet, in einer solchen Situation weit weg von zu Hause zu sein, hat Kollegin Anna Baumgart selbst erlebt.

Weit weg von Corona und doch so nah

Es sollten drei Wochen unbeschwerter Urlaub werden - gebucht in einer Zeit, als vom Corona-Virus noch keine Rede war. Bei Abreise Anfang März gab es zwar den ersten Fall in Deutschland, aber einen Grund, nicht abzureisen, gab es eigentlich nicht. Im Gegenteil - lieber da sein, wo gerade nichts ist. Kollegin Anna Baumgart reiste mit zwei Freundinnen nach Sri Lanka.

"Es war wunderschön. Ein tolles Land mit wahnsinnig netten Menschen. Viele haben uns geschrieben, dass wir genau zur richtigen Zeit weggeflogen seien. Und wenn wir zurück kommen, sei Corona sicher vorbei. Und so dachten wir auch", berichtet sie. Leider zeigen die aktuellen Entwicklungen eine Situation, die wir so alle nicht erwartet haben.

Eine Rückreise mit Komplikationen

"Tatsächlich begann der Wahnsinn am 17. März. Wir haben natürlich die Nachrichten immer beobachtet und unsere Flüge überprüft. Es war alles normal. Doch dann bekamen wir eine E-Mail, dass unser Rückflug gecancelt sei."  Danach beginnen Tage der Unsicherheit. Telefonate mit der Fluggesellschaft, mit der Botschaft, natürlich die Registrierung auf der Krisenliste. "Doch man ist ziemlich hilflos. Unsere Flüge wurden umgebucht auf zwei Tage später als geplant. Alles Bitten, uns auf einen früheren Flug zu setzen, half nicht. Wir haben jeden Tag den Flugstatus überprüft, aber am Schluss war keine Information mehr zuverlässig. Zudem merkt man zunehmend, dass die Einheimischen uns gegenüber skeptisch werden. Für sie sind wir die Überträger dieser Krankheit. Wir fühlen uns zunehmend unerwünscht."

Der Flug wird zwei Tage vorher erneut gestrichen, was die drei nur zufällig erfahren, denn informiert wird niemand mehr. Selbst die Botschaft weiß nicht jedes Detail und rät: buchen Sie neue Flüge - koste es, was es wolle! Eine Rückholaktion sei zu diesem Zeitpunkt für Sri Lanka nicht geplant.
In diesen sauren Apfel beißen auch die Kollegin und ihre zwei Freundinnen. Für viel Geld müssen sie einen komplett neuen Flug buchen und reisen sofort aus, immer in der Angst, dass kurz vorher oder auf einem der Anschlussflüge noch etwas schief geht.

Die positiven Seiten

Auch, wenn die psychische Anspannung unerträglich war - in einem fremden Land ohne die Sprache zu sprechen, ohne medizinische Versorgung für den Notfall und permanent auf die Hilfe und den guten Willen anderer angewiesen - gab es doch auch schöne Seiten an dieser Zeit. Eine Familie, die die drei bei sich aufnimmt, sie wie Familienmitglieder beschützt und dafür sorgt, dass sie am Ende heil an den Flughafen kommen. Der Zuspruch der Menschen aus der Heimat und das Gefühl, dass viele an einen denken und helfen, wenn sie können.

Eine enge Reise über Dubai

Der Rückflug geht zwar letztendlich ohne Komplikationen, aber am Flughafen in Dubai ist die Hölle los, tausende von Menschen - dicht gedrängt. "Wir haben uns in dem Moment so sehr gewünscht, Abstand halten zu können. Man möchte nach Hause und das am liebsten gesund."

Natürlich macht die Kollegin nun Homeoffice und beobachtet erstmal, ob alles in Ordnung ist. Probleme hat sie damit nicht: "Ich war noch nie so froh, in den eigenen vier Wänden zu sein. Abstand halten und zu Hause zu bleiben, ist für mich eine willkommene Situation, denn dann, wenn es nicht möglich ist, begreift man, wie wichtig es eigentlich wäre."

Die genauen Reiseerlebnisse können Sie in Anna Baumgarts Blog nachlesen unter www.argentarian.wordpress.com

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