Jakob Fugger - Kaufmann und Wohltäter

Heute vor 560. Jahren wurde er geboren

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Jakob Fugger – der bedeutsamste Kaufmann seiner Zeit und Gründer der ältesten bestehenden Sozialsiedlung der Welt. Am 6. März jährt sich sein Geburtstag zum 560. Mal. Doch wer war Jakob Fugger und inwieweit ist seine Person noch heute hochaktuell?
Nicht umsonst bezeichnet sich Augsburg selbst als „Fuggerstadt“. Hier wurde Jakob Fugger 1459 als Sohn reicher Kaufleute geboren. Die Familie war vor allem durch Baumwollgeschäfte mit Italien sehr vermögend. Jakob stieg früh in das Handelsgeschäft seiner Eltern ein: ab 1485 war er für die Geschäfte auf der Linie Augsburg – Tirol – Venedig – Rom verantwortlich. Aufgrund seiner guten organisatorischen Fähigkeiten und seiner offenen Art, fiel es ihm leicht, das Handelsnetzwerk weiter auszubauen. Nach 1487 bestimmte er überwiegend die Geschäftspolitiken der Familie.

Ein Kaufmann mit Herz 

Doch Jakob Fugger war nicht nur ein erfolgreicher Kaufmann – er war auch ein tiefgläubiger Mensch. Er lebte zu einer Zeit, die von Armut, Leid und Not geprägt war. Besonders die Schere zwischen Arm und Reich war ihm ein Dorn im Auge. Seine religiösen Wertevorstellungen waren Antrieb für das Schaffen einer Stiftung, die bis heute existiert: Die Augsburger Fuggerei. Jakob Fugger bot hier den Armen Mietwohnungen zu extrem günstigen Preisen an. Er forderte lediglich einen Gulden (heutige Umrechnung: 88Cent) pro Jahr als Miete – zuzüglich drei Gebete pro Tag für die Stifterfamilie Fugger.

Die Fuggerei heute

Im Zuge der sozialen Ungleichheit ist die Fuggerei noch heute von höchster Aktualität. Das Konzept hat sich über 500 Jahre hinweg halten können. Angst vor steigenden Mietpreisen? Nicht nötig. Bedürftige, die heute in den kleinen Wohnungen der Fuggerei leben, zahlen jährlich noch immer 88 Cent Kaltmiete, zuzüglich der täglichen Gebete. Die Aufnahmebedingungen für die etwa 60 Quadratmeter großen Wohnungen sind gleich geblieben: Wer in der Fuggerei wohnen will, muss Augsburger, katholisch und gut beleumundet sein. Aktuell wohnen rund 150 Personen in den 67 Häusern der Stiftung.

Die Nachfahren Fuggers

Die Nachfahren der Fuggers leben heute noch in und um Augsburg. Sie sind die 16. Generation der Familie und immer noch eng an die Fuggerstiftung gebunden, verrät Astrid Gabler, Stiftungs-Administratorin der Fuggerei. Die Nachfahren vertreten weiterhin Jakob Fuggers religiöse Werte und sind an allen Entscheidungsprozessen rund um die Siedlung beteiligt.

Ein Ausflug nach Augsburg? 

Ein Trip nach Augsburg lohnt sich. Die Fuggerei ist sicherlich das wohl beliebteste touristische Ziel dieser Stadt. Der Besuch kostet Eintritt, der zur Erhaltung der Fuggerei verwendet wird. Vor Ort gibt es ein Museum, welches den Originalzustand der Wohnungen aus dem 18. Jahrhundert präsentiert. Zudem gibt es Schauwohnungen, welche den Besuchern reale Einblicke in die heutigen Wohnungen geben.
   

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