Klassik und Wiedervereinigung

Die Rolle der Klassik während der Wiedervereinigung

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Fast 31 Jahre ist es her, dass die Berliner Mauer gefallen ist. Seit 30 Jahren feiern wir daher am 3. Oktober den „Tag der Deutschen Einheit“. Und die Klassik, die spielte damals eine große Rolle.
Das erste Konzert nach dem Fall der Mauer -viele werden sich daran erinnern- war das Mauerfallkonzert der Berliner Philharmoniker unter Daniel Barenboim. Nach dem Mauerfall war natürlich totales Chaos ausgebrochen und daher spielten die Philharmoniker ein Konzert für die Berliner Bürger, drei Tage nach Mauerfall.

Musik von Beethoven

Das Mauerfallkonzert bestand aus dem ersten Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven und seiner 7. Sinfonie. Aber warum eigentlich ausgerechnet Beethoven? Kollege und Klassikexperte Axel Brüggemann hat eine Antwort:

„Bei Beethoven ist von „Brüdern und Schwestern“ die Rede…seid umschlungen, Millionen…und überhaupt: diese Musik ist ja als Hochpunkt des Humanismus angelegt und immer eine Musik, die -seit Beethovens Zeit- in jeder Zeit gestanden ist,  wenn Menschen sich vereint haben.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass „Fidelio“, Beethovens einzige Oper auch eine große Rolle gespielt hat. Diese wurde von Christine Mielitz kurz vor der Wende in Dresden aufgeführt. Man sah auf der Bühne aber nicht das klassische Gefängnis aus der Zeit Beethovens, sondern ein Stasi-Gefängnis. Das war natürlich ein hoch symbolischer Akt, dass diese Oper in Dresden aufgeführt werden durfte. Für manche war sie auch ein Fanal der Revolution, des Aufbruchs und der Wiedervereinigung…auf jeden Fall für Dresden.“

Bernstein in Berlin

Aber nicht nur die Berliner Philharmoniker und Daniel Barenboim gingen in die Geschichte ein, auch Leonard Bernstein war vor Ort. Er war dabei bei den Berlin Celebration Concerts. Ein Konzert mit einem Orchester, bestehend aus Mitgliedern aus England, Frankreich, Russland, Ost- und Westdeutschland. Am 23. Dezember 1989 fand es in der Berliner Philharmonie statt und am 25. Dezember im Ostdeutschen Schauspielhaus. Das Besondere an diesen Konzerten: Es wurde die 9. Sinfonie Beethovens gespielt, die Bernstein allerdings umgeschrieben hatte. Statt „Freude schöner Gotterfunken“ sangen sie „Freiheit schöner Gotterfunken“.

Unvergessene Bilder

Mstislaw Leopoldowitsch Rostropowitsch, der große russische Cellist der ins Exil gegangen war, auf einem einfachen Stuhl vor der Berliner Mauer sitzend…nach der Nachricht des Mauerfalls kam er damals nach Berlin und spielte Bachs Cello-Suiten. „Für mich eines der stärksten musikalischen Bilder der Wendezeit“, so Axel Brüggemann.

Übrigens: Wussten Sie, dass die DDR damals die beste Klassikversorgung weltweit hatte? Die Orchesterlandschaft hat sich überigens durch die Teilung und später die Wiedervereinigung gewandelt, nachzulesen in unserem Artikel zu diesem Thema.

(A. Brüggemann/L. Bothor)
   

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