Kleiner Knigge-Kurs fürs Büro

Wie sage ich es meinem Kollegen?

kleiner-knigge-kurs-fürs-büro © AdobeStock/ Elnur
Was soll ich im Büro ansprechen und vor allem wie? Ob der Kollege unangenehm riecht, Essensreste zwischen den Zähnen hat oder ständig zu spät kommt – man sollte ihn drauf ansprechen. Aber das fällt oft schwer.

Lieber direkte Ansprache als subtile Hinweise im Büro

Die Fenster öffnen, sobald der Kollege mit strengem Geruch das Zimmer betritt oder Deos zum Geburtstag schenken - Expertin und Trainerin für Buisiness-Etikette, Susanne Helbach-Grosser, weiß, dass das vorkommt, findet das aber nicht zielführend. Stattdessen sollte man die Leute direkt darauf ansprechen, auch wenn es schwerfällt. Susanne Helbach-Grosser sagt: „Die meisten Menschen sind froh über solche kollegialen Hinweise, selbst wenn sie die Intimsphäre berühren!“

Eskalationen und Beleidigungen vermeiden

Wer Ich-Botschaften sendet, vermeidet Konflikte. Es wirkt distanzierter, wenn man sagt: „Du, mir ist aufgefallen, dass…“. Es darf bei solchen Hinweisen niemals darum gehen, jemanden zu beleidigen oder bloßzustellen. Daher sollten solche Gespräche nur unter vier Augen stattfinden. Im Idealfall hat der Ansprechpartner das gleiche Geschlecht und kennt die betroffene Person gut. Im Zweifel ist die Führungskraft eines Unternehmens gefragt, nicht dessen Assistentin oder andere Angestellte.

Nicht alles im Büro muss man ansprechen

Susanne Helbach-Grosser empfiehlt, einen Störfaktor an einem Kollegen erst einmal zu beobachten. Ist der strenge Geruch heute Ausnahme oder die Regel? Telefoniert er immer so laut? Erst bei regelmäßigem Auftreten sollte man die betreffende Person darauf ansprechen. Auch sollte man einem Kollegen bei kleinen Missgeschicken Bescheid sagen, wenn diese schnell zu beheben sind: Ein kleiner Fleck auf dem Hemd, Spinat zwischen den Zähnen oder ein offener Reißverschluss.

Bei Problemen, die nicht so leicht aus der Welt zu schaffen sind, sollte man darüber schweigen, wenn der Kollege nicht gleich einen wichtigen Termin hat, bei dem er sich mit diesem Malheur blamieren könnte. Wenn dem Chef ein Knopf am Hemd fehlt und er sowieso gerade auf dem Weg nach Hause ist, muss man nichts sagen – das merkt er vor dem Spiegel zu Hause dann von alleine.

Der ewige Streit um die Sandalen im Büro

„Ungepflegte Füße und dicke Hornhaut will niemand sehen“, sagt Susanne Helbach-Grosser. Deshalb empfiehlt sie Männern im Büro oder bei Kundenkontakt immer geschlossene Schuhe. Anders sieht es aus, wenn man den ganzen Tag im Back Office bei 35°C sitzt, da stört das niemanden. „An den Schuhen lässt sich der Status eines Mannes ablesen“ sagt Susanne Helbach-Grosser.

In einem Seminar mit Jugendlichen bat Susanne Helbach-Grosser diese, sich so anzuziehen, wie sie es für ihr erstes Bewerbungsgespräch machen würden. Die Jugendlichen sagten, sie fühlten sich nicht mehr so privat. Das ist Susanne Helbach-Grosser wichtig. Man geht ins Büro, um zu arbeiten und ordentliche Arbeitskleidung ist auch eine Wertschätzung des Unternehmens.

Die schlimmsten Lebensmittel im Büro

Susanne Helbach-Grosser hat die Liste durch lange Befragungen in ihren Seminaren erstellt:
  • Döner und Gyros mit Zaziki (riecht man durch den gesamten Raum)
  • Frikadellen-Zwiebel-Met-Brötchen (riecht streng und hängt zwischen den Zähnen)
  • Chinesische Nudelsuppe mit Glasnudeln (bleibt quasi überall kleben)
  • Reife Bananen (immer wieder gut für eine Sauerei)
  • Gummibärchen aus der Tüte (gibt es ein nervigeres Geräusch?!)
  • Äpfel und Möhren (lauter essen geht nicht!)

Mal wieder zu spät!

Die Kollegen, die sich drücken, die immer zu spät kommen und mit denen man nicht zusammenarbeiten kann – die rauben einem den letzten Nerv. Auch hier sollte man das Thema ganz offen mit einer Ich-Botschaft ansprechen: „Ich komme nicht mit der Arbeit voran, weil wir nicht zusammenarbeiten“ und „Ich bitte dich, pünktlicher zu sein“ kann man seinem Kollegen sagen. Ebenso gehört es zum guten Stil, eine Verspätung anzumelden – selbst wenn sich der Meetingsbeginn damit nur um wenige Minuten verzögert.

Man muss bei Mehr-Arbeit auch mal nein sagen

„Das könnten Sie doch noch nebenbei machen!“ Vielen fällt es schwer, Arbeit abzulehnen. Aber wer dafür seine eigene Arbeit vernachlässigt, tut niemandem einen Gefallen. In solchen Fällen hilft es meistens, um kurze Bedenkzeit zu bitten oder mit dem Chef einen Deal zu machen: „Ich übernehme das gerne, was kann ich dafür weglassen?“ Und ein höfliches „Jetzt passt es mir gerade nicht, aber nächstes Mal springe ich gerne ein“ wird einem niemand krumm nehmen.

Ansonsten läuft man Gefahr, in eine Spirale zu geraten und Arbeitssucht ist nicht nur nervenaufreibend für uns selbst, es kann uns krank machen.

Auch an die eigene Nase fassen

Man kann natürlich auch selbst auf solche Malheurs angesprochen werden. Dann sollte man selbstkritisch reagieren und sich fragen, was man ändern könnte. Wer aufmerksam ist, kann auch gewisse Signale deuten: Wir Menschen neigen dazu, uns zu imitieren. Wenn unser Gegenüber beispielsweise Kresse im Zahnzwischenraum hat, dann fahren wir uns mit der Zunge über die eigenen Zähne. Oder wir streichen über unsere Wange, wenn unser Gegenüber Tomatensoße im Gesicht hat. Wenn wir mit jemandem am Tisch sitzen, der komische Bewegungen macht, während er uns ansieht, können wir davon ausgehen, dass wir selbst etwas im Gesicht haben, was da nicht hingehört. Und wer häufig Pfefferminz-Pastillen angeboten bekommt, sollte seine Mundhygiene kontrollieren.

Auch Zuhören will gelernt sein, denn nicht immer meint es das Gegenüber so böse, wie wir gerade denken.

Viele Probleme im Büro lösen sich von selbst, wenn man sich ein bisschen diszipliniert. Hier helfen tägliche Rituale.

   

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