Koncz und die Geige Mozarts

Christoph Koncz im Gespräch über die Geige von Wolfgang Amadeus Mozart

koncz-und-die-geige-mozarts © Andreas Hechenberger
Bei „Mozart`s Violin“, dem neuen Album des Geigers Christoph Koncz, ist der Name Programm. Die CD enthält nämlich Aufnahmen von Mozarts Violinkonzerten, die er mit Mozarts eigener Geige eingespielt hat.
Christoph Koncz tritt weltweit als Solist, Dirigent, Kammermusiker und Stimmführer der Wiener Philharmoniker auf. International bekannt wurde er bereits als Neunjähriger durch seine Rolle als Wunderkind Kaspar Weiss im Kinofilm „The Red Violin“, dessen Filmmusik mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Im Interview mit Klassik Radio hat er uns ein paar Einblicke in die Geschichte hinter dem Projekt gegeben.

Wie bekommt man so eine Gelegenheit?

An Mozarts Geige kommt man natürlich nicht einfach so heran: „Ich war im Jahr 2012 bei einem Konzert der Mozartwoche als Besucher anwesend, bei dem diese Geige erklungen ist. Ich war sofort sehr fasziniert und habe mich dann nach dem Konzert hinter die Bühne getraut…“

Dort lernte Koncz die zwei Mitarbeiterinnen des Mozarteums kennen, die die Geige betreuen. Sie erkannten ihn von seiner Arbeit bei den Wiener Philharmonikern und luden ihn spontan ins Geburtshaus Mozarts ein, um die Geige anzuspielen. „Ich war natürlich sehr geehrt, habe mir dann von einem Freund einen Barockbogen ausgeborgt und bin tatsächlich wenige Tage später in Mozarts Geburtshaus gekommen.“ Im Tresorraum durfte er dann nach Herzenslust drauflos spielen.

Woher kam die Idee für das Projekt?

Die Inspiration zum Album kam beim Spielen: „Ich habe alle Mozart Violinkonzerte durchgespielt und war ganz selig natürlich. In diesem Überschwang habe ich dann gefragt, ob es denn auf dieser Geige schon Aufnahmen mit den Violinkonzerten von Mozart gäbe. Sie haben überraschenderweise verneint und das war der Moment, in dem diese Idee für mich geboren wurde.“ Von dort an begann für Koncz eine jahrelange Vorbereitungsphase, in der er sich intensiv mit dem besonderen Instrument und der Musik Mozarts beschäftigt hat.

Was ist das für ein Gefühl?

Musik auf dem Instrument zu spielen, auf dem sie Jahrhunderte vorher geschrieben wurde, ist selbstverständlich ein Erlebnis: „Das ist natürlich enorm faszinierend und inspirierend, weil es doch für einen Geiger sehr selten ist, dass wir Violinkonzerte spielen können, die auch der Komponist selbst gespielt hat. Das ist bei den großen Komponisten eigentlich nur bei Mozart der Fall und dementsprechend ist es dann ein ganz besonderes Erlebnis, das Instrument in Händen zu halten, auf dem Mozart diese Violinkonzerte selbst auch gespielt hat.“

Auch die Atmosphäre beim Üben im Mozarthaus beschrieb Koncz als außergewöhnlich: „Die ganze Luft atmet noch diesen Geist [Mozarts] und das ist natürlich ganz wunderbar.“

Was ist das Besondere an dem Instrument?

Unabhängig davon, dass sie einmal Wolfgang Amadeus Mozart gehört hat, ist die Geige heutzutage etwas Einzigartiges: „Was sehr besonders und sehr selten ist an diesem Instrument, ist, dass es weiterhin im Originalzustand geblieben ist. Diese Geige ist nie baulich verändert worden und das ist äußerst selten.“ Nahezu alle Geigen, die heute gespielt werden, seien baulich an die Begebenheiten des modernen Konzertwesens angepasst, so Koncz. Deshalb ist Mozarts Geige eine echte Besonderheit.

Den Umgang mit so einem historischen und preislosen Instrument sieht er gelassen: „Glücklicherweise bin ich seit meiner frühsten Kindheit mit wertvollen Instrumenten vertraut. Natürlich geht man besonders vorsichtig mit diesen Instrumenten um, aber es darf Sie der Respekt vor diesem historischen Instrument auch nicht am Musizieren hindern.“

(N. Meier)
   

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