Konrad Duden

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Fast jeder im deutschen Sprachraum kennt den Duden. Der Lehrer hinter diesem Werk wurde heute vor 190 Jahren geboren.

Der Vater der deutschen Einheitsschreibung

Rund 90 Prozent der Deutschen ist der Nachname Duden ein Begriff. Der Gymnasiallehrer Konrad Duden schuf 1880 ein Werk, das für eine einheitliche Schreibweise sorgen sowie die Schreibweise vereinfachen sollte, indem sie sich verstärkt am phonetischen Ansatz orientierte.

Rechtschreib-Wirrwarr im Kaiserreich

Konrad Duden war ein Gymasiallehrer, dessen Arbeit durch die Kleinstaaterei im deutschen Kaiserreich erschwert wurde.
In jedem noch so kleinen Teilstaat gab es eine verschiedene Rechtschreibungen, und häufig verwendeten sogar im gleichen Teilstaat die unterschiedlichen Behörden, Schulen und Verlage ihre eigene Regeln. All jene regionalen Besonderheiten existierten nebeneinander, ohne dass es eine einheitliche Rechtschreibung gab.

Regelbüchlein für den Hausgebrauch

Mit einem kleinen Heft, das Duden zunächst für seine Schüler am Schleizer Gymnasium verfasste, sammelte der Lehrer auf 163 Seiten rund 6000 Stichwörter, welche in besonders vielen Varianten kursierten.
Er versuchte mit diesem Heft, die Stichwörter zu vereinheitlichen und in der Schreibweise mehr der Phonetik anzugleichen, nach der Devise „schreibe, wie du sprichst“. Dabei nahm er die preußische und die bayerische Schulrechtschreibung als Grundlage.
Sein Regelbüchlein war so ein durchaus gewagtes Unterfangen, denn Reichskanzler Bismarck hatte die preußische Schulorthografie bei „gesteigerter Schulorthographie“ verbieten lassen.

Urduden 1880

Sein Büchlein für den Hausgebrauch erweiterte Duden später ins „Vollständige orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache“. 1880 erschien dieser Urduden mit 27.000 Stichwörter im Verlag Bibliographisches Institut Leipzig.

Verkaufsschlager

Mit seinem Wörterbuch erreichte Duden ein breites Publikum. Sein Werk kostete nur eine Mark, so dass es guten Absatz fand: Schulen, Drucker, Korrektoren und Setzer wandten seine neuen Regelungen an und so erreichte Duden innerhalb kurzer Zeit die Einheitsschreibung im deutschen Sprachraum.

Offizielle Grundlage der Rechtschreibung

Rund zwanzig Jahre nach der Veröffentlichung wird Dudens Wörterbuch 1901 als verbindliche Grundlage der Rechtschreibung im deutschen Kaiserreich festgelegt. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz wird Dudens Wörterbuch zum Standardwerk für die Rechtschreibung. Bis zum Jahr 1905 arbeitete Duden selbst kontinuierlich an den Folgebänden. Mit der neunten Auflage erschien schließlich das Wörterbuch unter dem Titel „Duden. Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter“.

Der heutige Duden

Von den 27.000 Wörtern des Urdudens ist die Zahl bis heute auf 145.000 Stichwörter herangewachsen. Heute wurden auch Wörter wie „Livestream“, „Darknet“ oder „Selfie“ mit in den Duden aufgenommen.

Konrad Duden

Konrad Duden war der Sohn eines Gutsbesitzers und Branntweinbrenner Johann Konrad Duden und seiner Frau Julia Duden.
Er wuchs in Lackhausen bei Wesel auf, studierte später in Bonn und in Frankfurt Philologie, Germanistik und Geschichte.
Nach dem Studium fand er sowohl als Hauslehrer als auch an verschiedenen Gymnasien Anstellungen, am Gymnasium in Schleiz hatte er für sieben Jahre die Direktorenstelle inne und wurde später Direktor des Gymnasiums in Bad Hersfeld.

   

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