Kritik an der Kritik - Wirbel um Artikel zu Levit

Ein kritischer Artikel zu Pianist Igor Levit sorgt derzeit für Aufruhr

kritik-an-der-kritik-wirbel-um-artikel-zu-levit © Felix Broede
Musikkritiker Helmut Mauró hat einen Artikel geschrieben, der hauptsächlich die Frage stellt, ob Igor Levit seinen Erfolg eigentlich wegen seines Klavierspiels oder seiner Twitteraktivitäten hat. Dabei nutzt er einige Formulierungen, die vielen aufgestoßen sind, auch Levit selbst hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet.
In dem Artikel "Igor Levit ist müde" wirft der Musikkritiker Helmut Mauró die These in den Raum, dass Igor Levit, der diesen Monat mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet wurde, gerade so erfolgreich ist, weil er permanent auf Twitter unterwegs ist und dort seine Meinung zu allen möglichen Themen, vorwiegend aber gegen Antisemitismus, kund tut. Mauró nutzt in dem Zusammenhang auch das Wort "Opferanspruchsideologie", was natürlich – wenn man bedenkt, dass Levit Jude ist – einen faden Beigeschmack bekommt.
Als Pianist findet der Musikkritiker Levit nicht herausragend.

Stellungnahmen und Reaktionen

Die Süddeutsche hat in einer Stellungnahme auf Twitter den Artikel verteidigt, die vom Autor beklagte „Opferanspruchsideologie“ beziehe sich auf Twitter als Ort und nicht auf das Judentum. Gestern Abend meldetet sich nun auch Igor Levit selbst - via Twitter: der Artikel habe ihn getroffen, die Stellungnahme habe ihn noch mehr getroffen.

Am Ende stellt sich wahrscheinlich die Frage, was Kritik darf, wo die Grenzen liegen und ob man, wenn man Kritik an einer Sache hat, einen Menschen in den Mittelpunkt stellen muss.

UPDATE 21.10.2020
Am Abend des 20.10.2020 schrieb die Süddeutsche in eigener Sache: „Viele unserer Leserinnen und Leser kritisieren diese Veröffentlichung scharf und sind empört. Manche empfinden den Text als antisemitisch, etliche sehen Levit als Künstler und Menschen herabgewürdigt. Auch er selbst sieht das so. Das tut uns leid, und deswegen bitten wir Igor Levit persönlich wie auch unsere Leserinnen und Leser um Entschuldigung.“

Die Klassik News Kompakt hören Sie täglich im Programm um 10:15 Uhr und 14:40 Uhr. Außerdem zum Nachhören in der Mediathek.

(A. Baumgart)
   

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