Kultur-Token: Klimafreunde werden mit Kultur belohnt

Klimafreundlich unterwegs - kostenlos ins Konzert

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"Sammeln Sie Punkte?" Diese Frage kennen die meisten von uns von der Kasse im Supermarkt. In Wien macht es gerade viel mehr Spaß, Punkte zu sammeln, so genannte Token. Denn dafür gibt's kostenlose Theater- und Konzertkarten. Was man dafür tun muss? Einfach Rad oder Ubahn fahren oder zu Fuß gehen.

Der Kultur-Token: Klimafreundlich für Kultur begeistern

"Klima schonen und Kultur genießen" so wirbt die Stadt Wien für ihr Projekt "Kultur-Token".  Dabei handelt es sich um eine App, die das Fahrradfahren, Laufen und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel mit Kultur belohnt, genauer gesagt, mit Konzert- und Theaterkarten.  Die Idee dazu ist von ist  Alfred Strauch, Pressesprecher der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien, ins Leben gerufen worden. Zum einen hat er sich angesehen, was die Wiener so machen: sie fahren viel Rad, gehen zu Fuß und nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel.  Sie sind also klimafreundlich unterwegs. Auf der anderen Seite gibt es in den meisten Kultureinrichtungen verschiedene, anaologe Bonussysteme, wie z.B. Rentner- oder Studentenrabeatte. Der Kultur-Token der Stadt Wien soll diese beiden zentralen Punkte miteinander verbinden. Zudem soll es ein Weg sein, die Digitalisierung zu nutzen, um die Menschen wieder ins analoge Leben zu bringen. Von der App in den Konzertsaal sozusagen.

Der Kultur-Token: so funktioniert's

Die App zählt den Weg, der klimafreundlich mit Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wird. Im Vergleich zu einer Autofahrt wird der ersparte CO2-Ausstoß dann errechnet und angegeben, wie viele Token insgesamt verdient wurden. "Um einen Token zu erhalten, muss man ca. 2 Wochen seine üblichen Alltagswege mit Fahrrad, Öffentlichen oder zu Fuß zurücklegen. Maximal kann man 5 Token in der App sammeln. „Danach muss man Kultur konsumieren.“, erklärt der Initiator Alfred Strauch mit einem Augenzwinkern. Momentan herrscht das 1:1-Prinzip, für einen Token man erhält demnach eine Eintrittskarte.  Die Token können in der momentanen Testphase unter anderem beim Wiener Konzerthaus für Musik, dem Wienmuseum und der Wiener Kunsthalle für zeitgenössische Kunst. "Wir haben schon geschaut, dass es für jeden Geschmack was gibt", so Alfred Strauß. Es gäbe aber bereits Gespräche mit weiteren Institutionen wie beispielsweise dem Schloss Belvedere.

Der Kultur-Token: kein Umweltprojekt

"Keiner wird jetzt sein Auto wegen unserer App stehen lassen", meint Alfred Strauch nüchtern "wenn das einer tut, dann ist das supertoll. Doch wir wollen nicht die Leute belehren: lass schön das Auto stehen.  Sondern es soll allen Freude machen und dann ist schon viel erreicht." Die Menschen die klimafreundlich handeln, indem sie beispielsweise zu Fuß gehen, sollen vielmehr dafür mit dem Kultur-Token ein Dankeschön erhalten…Die Grundidee dahinter ist jedoch: "einen Zugang zu Publikumsschichten zu bekommen, die vielleicht gewissen Kulturinstitutionen fern sind."  Also wird die Digitalisierung genutzt, um ein Publikum für kulturelle Veranstaltungen wie Konzert oder Theater zu begeistern, welches sonst gar nicht damit in Berührung kommen würde.

Der Kultur-Token: andere Städte stehen Schlange

Auch wenn das Projekt erst in der Testphase ist, schlägt es schon jetzt große Wellen. "Es stehen Städte wie Zürich, wie Düsseldorf, aber interessanterweise auch sehr viele osteuropäische Städte und auch kleinere Städte momentan bei uns ein bisschen Schlange und wollen sich das alles anschauen und erklären lassen", so Alfred Strauß. "Das ehrt uns sehr und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind". Doch einiges müssten sie selbst erst einmal durchspielen, bevor sie Auskünfte zu dem klimafreundlichen Kulturprojekt geben könnten.

Der Kultur-Token: vom Pilot-Projekt zur Umsetzung

Aktuell läuft der klimafreundliche Kultur-Token nur als Pilot-Projekt mit 1000 Teilnehmern und vier Kultureinrichtungen. Bis die App in ganz Wien eingesetzt werden kann, wird es vorraussichtlich mindestens noch ein Jahr dauern, meint Alfred Strauch. Problem dabei ist nicht die Motivation der Wiener - allein auf das Pilot-Projekt hatten sich 3000 Menschen beworben. Doch es gibt verschiedene technische Hürden. „Das Ticketing, das ist eine Wissenschaft für sich, jedes Haus hat da ein anderes System, lässt sich da auch ungern in die Karten blicken und da für jeden eine technische Schnittstelle zu finden, die auch absolvierbar und machbar ist, ohne Personal Kosten oder Anschaffungskosten, das ist schon sehr schwierig.“, definiert Alfred Strauch ein Problem. Die App muss technisch standhalten und auch rechtlich verschiedene Parameter einhalten, um für alle Wiener und Wienerinnen angeboten werden zu können. Zudem sei es schwierig, kulturelle Einrichtungen, die nicht auf den Anreiz durch die App angewiesen sind, zum Stiften von Karten zu bewegen. Eine Alternative sei dann beispielsweise durch Token auch Rabatte zu bekommen oder statt typischer Kulturveranstaltungen beispielsweise auch Backstagestouren in der Oper anzubieten.

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