Mangelware Musiklehrer

23.000 Musiklehrer fehlen an Grundschulen

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Singen, Instrumente spielen, Musik hören und verstehen- das ist in Deutschlands Grundschulen oft Fehlanzeige. Denn es fehlen 23.000 ausgebildete Musiklehrer - und in kommenden Jahren droht die Lücke noch größer zu werden

Musiklehrer an Grundschulen werden knapp

An Grundschulen hat es sich bald ausgeträllert: denn wie aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung ergeben hat, fehlen dort deutschlandweit 23.000 ausgebildete Musiklehrer. Deshalb werden auch nur 43% des Unterrichts von ausgebildeten Musiklehrern erteilt. Ansonsten übernehmen fachfremde Lehrer die Musikstunde oder sie findet nicht statt. Dabei fällt die Lücke in einigen Bundesländern mehr auf als in anderen - denn die Pflichtstunden für den Musikunterricht variieren zwischen einer und zwei Stunden pro Woche. Auch sind die Definitionen eines qualifizierten Musikunterrichtes sehr unterschiedlich.

Die Pensionswelle bedroht auch Musiklehrer an Grundschulen

Die Knappheit an Musiklehrern wird noch zunehmen. Denn wie insgesamt im Grundschulbereich gibt es auch bei den Musiklehrern eine sogenannte "Pensionswelle", also viele ältere Musiklehrern, die demnächst in Pension gehen. Doch der Nachwuchs - der bleibt aus.

Niemand möchte mehr Musiklehrer an einer Grundschule werden

"Die Absolventenzahlen sind in den letzten Jahren dramatisch eingebrochen", so Dr. Ute Welscher, zuständig für den Bereich Musik bei der Bertelsmann Stiftung. "Da kommen mehrere Auslöser zusammen. Als Grund wird oft angegeben, dass es zu wenig Studienplätze für Musik gibt und auch die Einstiegshürden, also die Aufnahmeprüfung für Musikhochschulen sind sicher ein Thema. Es gibt auch immer weniger Leistungskurse Musik an den Gymnasien, die auch wieder für Nachwuchs sorgen würden." Eine Rolle spielt vielleicht auch die Attraktivität des Fachs Musik sowie des Einsatzgebietes Grundschule. Denn dort liegen Prestige und Bezahlung z.B. unter denen eines Gymnasiallehrers, so dass sich junge Musikstudenten eher für eine Stelle dort entscheiden. "Das sind einige Stellschrauben, an denen man drehen könnte", so Dr. Welscher.

Musiklehrer an Grundschulen wichtig wie nie

Die Kernfrage der Studie bzw. ihr zentrale Anliegen: "das es eine Grundversorgung mit Musikunterricht in der Grundschule gibt", so Dr. Welscher. "Das alle Kinder eine faire Chance auf Musikunterricht haben. Wir wissen, dass gerade für Kinder von bildungsfernen Familien der Musikunterricht die einzige Chance ist, mit Musik in Berührung zu kommen. Es gibt eigentlich ein hohes Interesse der Eltern für Musik und für kulturelle Angebote. Doch das ist in der Umsetzung bei Familien, die finanziell schlechter gestellt sind, sehr schwer. Nur in der Grundschule sind noch alle Kinder gemeinsam. Später trennen sich dann die Wege in die unterschiedlichen Schulformen - und gerade Kinder, die später aufs Gymnasium gehen, haben erfahrungsgemäß vom Elternhaus andere Möglichkeiten mit Musik in Berührung zu kommen. Deswegen ist es so wichtig, in der Grundschule alle Kinder mit Musik zu versorgen."
Sollte es keinen Musikunterricht an Grundschulen mehr geben, dann wird vielen Kindern im Alter bis zu 10 Jahren die Berührung mit Musik fehlen und die Möglichkeit aktiv Musik zu hören und zu machen.

Warum alle Kinder im Chor singen sollten, lesen Sie hier.
Auch Franz Schubert hatte sich einmal um eine Stelle als Musiklehrer bemüht
Falls die Musikstunde wieder ausfällt, können die Kids versuchen, per App Klavierspielen zu lernen.
   

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