Meistergeigen aus dem Computer

Komponieren mit Klängen der Vergangenheit

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Die ganze Stadt stand still, um etwas zu ermöglichen, das es bisher so nicht gab. In einer kleinen Konzerthalle des Museums „Museo del violino“ in Cremona wurden über eine Millionen Töne aufgenommen.
Es waren Tone einer Geige von Stradivari von 1727, eine zweite Geige von Guarneri von ca. 1734, eine Viola von Amati von 1615 und ein Cello von Stradivari von 1700. Wir berichteten im Feburar letzten Jahres, wie die Aufnahmen abliefen. Das Ziel dieses verrückt klingenden Unterfangen ist es, Musikern mit einer Software zu ermöglichen, am Computer zu komponieren. „Die ganzen aufgenommenen Töne werden von der Software in Echtzeit wieder zusammengesetzt, dazu muss der Künstler nur eine Klaviatur an den Computer anschließen“, erklärt der Leiter des Projekts Thomas Koritke aus Hamburg, Experte für virtuelle Instrumente.

Geiger werden nicht ersetzt

Das Programm soll Musikern und Künstlern dabei helfen, mit Geigen zu komponieren, auch wenn gerade kein Geiger zur Hand ist. Aber: „Geiger sollen auf gar keinen Fall ersetzt werden“, betont Korikte. Es gehe vielmehr darum durch die Software das Komponieren zu erleichtern. Bis Herbst diesen Jahres soll es den Nutzern des Programms möglich sein, ein ganzes Streichquartett zu programmieren und damit zu komponieren.

Computer und trotzdem natürlich

Neben den fünf Wochen Aufnahme und der monatelangen Auf- und Nachbereitung war die wirkliche Herausforderung aber „die einzelnen Tonschnippsel so zu verbinden, dass es sich am Ende wieder organisch und nach einem Musikinstrument anhört“, so Koritke. Dass das auf jeden Fall gelungen ist, wurde schon unter Beweis gestellt. Zwei Stücke wurden bereits mit der Software programmiert, eine davon war sogar eine komplett neue Komposition.

Auch wenn die Software aus Cremona die Musiker nicht gänzlich ersetzten kann und nicht will, kann aber das Komponieren erleichert werden und es eröffnen sich so vollkommen neue Möglichkeiten für die Welt der Musik.

(A. Kohler)
   

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