Musikalische Freundschaften

Treue Begleiter statt fieser Konkurrenten

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Freundschaften sind wichtig! Das wissen schon die Kleinsten und suchen sich ihren "Lieblingsfreund". Wer es auch als Erwachsener schafft, gute Beziehungen aufzubauen, der ist zufriedener, gesünder und sogar erfolgreicher!
Auch in der Klassik hatte der ein oder andere Komponist richtig Glück mit seinen Freunden! Ob finanziell oder musikalisch... auf die Unterstützung war - zumindest in den meisten Fällen - Verlass.

Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann

Robert Schumann schätzte Felix Mendelssohn Bartholdy, wie kaum einen anderen seiner Zeitgenossen. Im Herbst 1834 begegneten sich die beiden Komponisten zum ersten Mal während des Jurastudiums. Schon kurz nach dem ersten Kennenlernen legte Schumann 1835 ein Notizbuch an, in das er seine Eindrücke und Gedanken über Mendelssohn niederschrieb. Sein Lob galt ihm immer als das Höchste, die letzte Instanz. Schumann schätzte an Bartholdy: Seine Sprachkenntnisse, sein unglaubliches Gedächtnis, aber auch: seine Religiosität.

Seinen Sohn Felix hat er zwar nicht mehr kennengelernt, aber er wurde nach seinem besten Freund benannt: Felix Mendelssohn Bartholdy.

Modest Mussorgsky und das liebe Geld

Als Pianist war Mussorgsky wohl zu schlecht, um damit Geld zu verdienen und seine Kompositionen waren nur begrenzt erfolgreich. Also haben seine Freunde ihn finanziell ausgehalten, obwohl sie seine Musik auch nicht ganz verstanden haben. Er war auch befreundet mit Rimski-Korskaow, der nach dem Tod Mussorgskis seine Werke bearbeitete und „korrigierte“.

Peter Tschaikowsky und Nikolay Rubinstein

Eigentlich hätte er seinen Rat überhaupt nicht gebraucht. Peter Tschaikowsky, war 1874 eigentlich schon ein berühmter Komponist, trotzdem wollte er sein 1. Klavierkonzert erst einem seiner besten Freunde vorspielen, seinem Mentor, Nikolay Rubinstein (der Mann der das Ganze dann auch hätte spielen sollen). Hat er gemacht, in einem leeren Klassenzimmer, an Weihnachten 1874. Die Reaktion von Rubinsteins war so erschütternd, so katastrophal, dass er noch 3 Jahre später darüber schreibt:

"Ich spielte den ersten Satz. Nicht ein Wort, nicht eine Bemerkung... Ich fand die Kraft, das Konzert ganz durchzuspielen. Weiterhin Schweigen. 'Nun?' fragte ich, als ich mich vom Klavier erhob. Mein Konzert sei wertlos, völlig unspielbar sagt Rubinstein. Die Passagen seien so bruchstückhaft, unzusammenhängend und armselig komponiert, dass es nicht einmal mit Verbesserungen getan sei. Die Komposition selbst sei schlecht, trivial, vulgär. Hier und da hätte ich von anderen stibitzt. Ein oder zwei Seiten vielleicht seien wert, gerettet zu werden; das Übrige müsse vernichtet oder völlig neu komponiert werden. ..."

Vernichtende Worte. Was macht Tschaikowsky? Er ändert nicht eine Note und schickt das Konzert einfach einem anderen, dem Dirigenten und Pianisten Hans von Bülow. Dem gefiel es und er spielte die Uraufführung 1875 in Bosten. Die Resonanz war überwältigend.

Maurice Ravel bekochte gerne seine Freunde

Er hat legendäre Feinschmeckeressen für seine engsten Freunde veranstaltet. Mit ihm befreundet zu sein war bestimmt nicht förderlich für die Figur…Er prägte das Musikerleben in Frankreich, gemeinsam mit Erik Satie und Claude Debussy. Allerdings war die Freundschaft zu Debussy eher distanziert. Es entbrannte sogar ein Plagiatsstreit bei dem die Vorwürfe, Ravel würde Debussy kopieren, im Raum.

Erik Satie und seine Unterstützer

Er war ein Außenseiter, ein sonderbarer Typ. Er trifft sich jeden Tag mit seinen Freunden auf dem Montmartre. Die Lieblingsbeschäftigung: Essen und Trinken. Das Komponieren kommt dabei viel zu kurz, das Geld wird knapp und er muss als Pianist im Varieté arbeiten. So richtig toll gelaufen ist es mit seiner Karriere auch nicht, beim Konservatorium ist er zwangsexmatrikuliert worden und ohne die Hilfe seiner einflussreichen Freunde Claude Debussy und Maurice Ravel wäre er gar nicht erst bekannt geworden.
Mit Claude Debussy verbindet ihn einge Freundschaft (so wie auch mit Picasso und Massine) gleichzeitig waren die beiden aber auch musikalische Rivalen.

Franz Liszt und Richard Wagner

Die Freundschaft zwischen Franz Liszt und Richard Wagner gilt als eine der bedeutendsten in der Musikgeschichte. Allerdings herrschte wohl eine hohe Ungleichheit. Liszt war der Gebende, Wagner der Nehmende.

Liszt erkannte Wagners Talent und förderte ihn. Ihm verdankt die Oper "Tannhäuser" ihren Durchbruch. Als Hofkapellmeister in Weimar führte Liszt 1850 erstmals Wagners "Lohengrin" auf. Liszt hat Wagners Karriere auf den Weg gebracht. Allerdings war lange Zeit das Ansehen Liszts in der Familie nicht sehr gut.

Rolando Villazón und Anna Netrebko

Lange hielt sich das Gerücht, die beiden Opernstars seien ein Liebespaar. Sie haben es immer dementiert und beteuert, dass sie nur Freunde wären. Generell soll das Arbeiten mit Netrebko eine tolle Erfahrung sein und so hat uns schon Bariton Michael Volle von seiner guten Beziehung zu ihr Berichtet. Das Interview mit unserem Klassik Experten Axel Brüggemann können Sie auch nachhören bei Spotify und Klassik Radio Select.

Freundschaft als Lebenselixier

Warum es sich lohnt uns sogar lebensverlängernd ist, ein gutes soziales Netzwerk zu haben, das können Sie in unserem Interview mit Dr. Wolfgang Krüger hören.


(L. Bothor)
   

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