Nachgefragt: Was treibt Sie an?

Intendant der MET Peter Gelb im Gespräch

nachgefragt-was-treibt-sie-an © Brigitte Lacombe
Es ist die größte Herausforderung seit er an der Metropolitan Opera New York Intendant ist. Peter Gelb, fast 15 Jahre der Chef der „Met“, einem der weltweit führenden Opernhäuser, hat mit uns über die momentane Situation in den USA gesprochen, das Streaming Angebot und über seinen persönlichen Umgang mit dieser schwierigen Zeit.
12 Konzerte, an ungewöhnlichen Orten in Europa und den USA, live übertragen von der Metropolitan Opera New York; das ist momentan die einzige Möglichkeit für das Opernhaus, mit seinem Publikum in Kontakt zu bleiben. In den USA ist die Wiederaufnahme des Spielbetriebes noch in weiter Ferne. 

Weltweite Übertragungen

Bereits seit einiger Zeit arbeitete Peter Gelb, der Intendant des Opernhauses daran, die Bekanntheit der Met zu steigern. „Wir wollten die Medien nutzen, um unsere Zielgruppe und unser Publikum zu vergrößern“, so Gelb. Also übertrugen sie also ihre Opern auch auf Kinoleinwänden weltweit. So konnte die Met nach dem Lockdown ihr Publikum sofort mit Oper versorgen, denn das Archiv war voll mit den Aufzeichnungen der vergangenen Übertragungen. Und ein weiter Vorteil hatte die Arbeit der letzten Jahre: technisch war die Met ebenfalls so gut aufgestellt, dass sie bereits am 18. Juli das erste Konzert, live aus dem Kloster Polling übertragen konnten.

Streaming nur temporär

„Es ist ein sehr guter Weg mit den Menschen weltweit in Kontakt zu sein und zu bleiben“, so Gelb über ihr Streaming-Angebot. Allerdings betonte er auch im Gespräch mit uns, dass dies nur eine temporäre Lösung sei. „Am Ende kann nichts einen Live-Auftritt in der Oper ersetzten“, sagt Gelb. „Die Oper ist eine Kunstform, die dafür gemacht ist mit echten Menschen vor echten Menschen stattzufinden. Das Streaming sollte nur die Kirsche auf der Torte sein und nicht andersherum.“

Keine Besserung in Sicht

Wann der normale Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, das ist weiterhin ungewiss. Im Juni kam die Meldung, dass die Met voraussichtlich im Dezember die Türen wieder öffnen werde, ab Gelb sagte uns, dass in New York weiterhin die Regel gelte: maximal 50 Personen an einem Ort, Künstler und Publikum mit inbegriffen. Normalerweise bietet das Haus Platz für 3.800 Besucher. Ob bis Dezember der Spielbetrieb also wieder aufgenommen werden kann? Testkonzerte oder Versuche mit beispielsweise desinfizierendem Nebel, wie hier in Deutschland ist momentan zumindest undenkbar, sagte uns Gelb. Für die Met ist die momentane Situation kaum aushaltbar, denn Theater und Opernhäuser bekommen keine staatlichen Subventionen. Die Einnahmen aus Ticketverkäufen bleibt aus und so lastet eine immense Verantwortung auf Gelb, für alle Musiker und Künstler und das Gesamte Haus.

Die Oper am Leben halten

„Mein Leben lang habe ich versucht Kunst und Menschen zusammenzubringen. Deswegen ist die Pandemie eigentlich ein Fluch, denn sie separiert die Menschen und die Kunst. Mein Ziel ist es, das letztendlich zu überwinden“, sagte uns Gelb. Auf die Frage hin, wie er die momentane Situation überhaupt aushalte antwortete er: „Ich habe ein Ziel, das mich antreibt, emotional und geistig und mir Energie gibt ist zu wissen, dass die Met diese Krise aushalten MUSS. Die Met am Leben zu erhalten ist für mich wie ein Treibstoff für meinen Verstand und meine Seele.“


(L. Bothor)
   

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