Wie geht es Orchestern in den USA?

Ein Gespräch mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra

nachgefragt-wie-geht-es-orchestern-in-den-usa © Ed DeArmitt-Pittsburgh Symphony Orchestra
Ein Schockmoment: als die MET New York verkündet hat, die ganze Saison abzublasen. Doch wie sieht die Lage bei anderen US-Orchestern aus?

Niemand wird entlassen

Wir haben nachgefragt bei Mark Huggins, stellvertretender Konzertmeister des Pittsburgh Symphony Orchestra. Dort sieht die Lage nicht ganz so katastrophal aus - es gab zwar Gehaltskürzungen, doch niemand musste entlassen werden. Der Grund dafür: "Wir haben eine Art Stiftung für das Pittsburgh Symphony Orchestra, die unterstützt uns jedes Jahr und das sind Gelder, die wir über hunderte Jahre Existenz angesammelt haben und das gibt uns ein Fundament, auf dem wir stehen können", erklärt Huggins. Hinzu kommen Spenden von treuen Fans des Orchesters, die ihre Musiker unterstützen wollen.

Doch auch innerhalb des Orchesters ist der Zusammenhalt stark, so Huggins: "Wir sind miteinander verbunden und jeder schaut nach dem anderen, viele haben enge Freundschaften." 

Schwer vermisst: Europareisen

Am meisten vermisst das Pittsburgh Symphony Orchestra seine Konzertreisen nach Europa: "Es ist für unser Orchester sehr wichtig, vor dem Publikum in Deutschland zu spielen. [....]  Ich kann für mich sagen, diese Konzerte sind für mich immer der Höhepunkt der Saison", so Huggins. Auf seinen Deutschlandreisen findet er auch immer Zeit, seinen Kollegen Noah Bendix-Balgley, den ersten Konzertmeister der Berliner Philharmoniker zu treffen, mit dem er früher in seiner Karriere ein Pult geteilt hat. 

Autokino und Live Streams

Zumindest in Pittsburgh selbst hat es schon Auftritte gegeben- im Autokino, zudem arbeitet das Orchester fleißig an verschiedenen Live-Streams - produziert natürlich unter strengen Corona-Bedingungen wie Mindestabständen und Maskenpflicht. Die Live-Streams sind zwar kostenlos, doch sind trotzdem wichtig für das Orchester: zum einen, weil so die Musikerinnen und Musiker ihrer Leidenschaft nachgehen können und zum Anderen kann so der Kontakt zum Publikum gehalten werden, so dass das Orchester nicht in Vergessenheit gerät und die Menschen nach der Krise wieder kommen. 

Von Dallas bis L.A. 

Auch in anderen Orchestern in den USA gibt es Alternativprojekte: "Das New York Philharmonic Orchestra hat sozusagen auf der Straße gespielt, in kleinen Ensembles, in Dallas ist vor sehr kleinem Publikum gespielt worden, in Los Angeles spielen sie draußen auf der Freilichtbühne vom Hollywood Bowl und nehmen auf", zählt Mark Huggins auf. 

Jede Situation ist anders

"Jede Situation ist hier in den Staaten anders. Einige Orchester mussten sich sehr sehr einschränken wie die Metropolitan Opera, andere sind in unserer Situation, in der es tragbar ist." fasst Mark Huggins zusammen. Ein kleiner Lichtblick, dass die Lage wenigstens nicht überall so ausweglos erscheint wie in New York. 


(K.Jäger) 


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