"Ich habe Anfragen bis Juli 2021!"

Was macht eigentlich ein Hygieneberater am Set?

neue-jobs-für-neue-situationen © AdobeStock Madu Oliveira
Die Dreharbeiten sind in vollem Gange, durch die aktuellen Maßnahmen aber auch ein (noch) aufwändigeres Unterfangen. Die Gesundheit der Darsteller und die der Crew-Mitglieder sind natürlich wichtig und genau dafür gibt es jetzt einen neuen Beruf. Es ist ein Job, den es vor einem Jahr noch nicht einmal gab! Der des Hygienebeauftragten oder „Set Medical“ und wir haben mit Katharina Berger aus München gesprochen, die genau diesen Job macht.

Ein neues Berufsfeld

Anfangs durfte in Deutschland überhaupt nicht gedreht werden. Seit April ist das aber wieder möglich, natürlich mit Einschränkungen und neue Hygienekonzepten. Dadurch entstand ein neuer Job; der des Hygieneberaters oder –beauftragten. Katharina Berger aus München arbeitet seit Juni dieses Jahres in dem Bereich, gelernt hat sie es allerdings nicht. „Ich habe mir alles angelesen und mich durchgefragt. Es gibt von der Berufsgenossenschaft „BG ETEM“ einen Handlungsleitfaden. Die haben diesen für die Dreharbeiten erstellt und das ist so ein bisschen die Bibel der Filmwelt geworden wenn es um das Thema Corona geht. Da heb ich mich reingelesen und das RKI hat auch viel veröffentlicht zu dem Thema und so habe ich viel Recherche betrieben“, so Berger.

Wer kann diesen Job überhaupt machen?

Anfangs bestand die Arbeit eines Hygienebeauftragten darin, Fiber zu messen und Abstriche zu machen. Diese dürfen aber nur von medizinischem Fachpersonal gemacht werden. „Wir sind im Pflegenotstand, es gibt dieses Personal frei auf dem Markt also gar nicht. Es gibt aber einige freiberufliche Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen, oder beispielsweise auch Rettungssanitäter, die das machen dürfen“, sagt Berger. Da zu Beginn des Lockdowns viele Veranstaltungen abgesagt wurden gab es viele Sanitäter, die keinen Auftrag hatten. Die waren plötzlich frei und freuten sich über die Arbeit am Set. Aber trotzdem gäbe es laut Berger noch viel zu wenig Personal. Ziemlich schnell hat sich aber gezeigt, dass das eigentliche Aufgabenfeld sehr viel größer und komplexer ist.

Die Aufgaben eines Set Medicals

Morgens gibt es einen Check in. Das komplette Team und alle Schauspieler werden nach Symptomen befragt, Fiber wird gemessen und Abstriche gemacht. Danach geht es ans Set. „Hier schaue ich mir die einzelnen (Szenen-) Bilder an, achte darauf, dass die Abstände eingehalten werden, sich niemand eine Flasche teilt, alles wieder desinfiziert wird und natürlich alle Masken tagen“, beschreibt Berger Ihren Tagesablauf. Dazu kommen dann natürlich noch viel Koordination und Organisation. „Wer muss wann zum Test, wer reist wann an und ab, wo wohnt derjenige überhaupt, in welches Labor kann derjenige gehen und wie schnell bekommen wir überhaupt Ergebnisse? Vielleicht war der Schauspieler zuvor bei einer anderen Produktion, bei der eventuell ein Test gemacht werden kann und dann ändern sich doch wieder die Reise- und Drehpläne und man muss alles wieder umschmeißen…das sind so ganz viele Dinge, vereint in einem Job, die mir gut gefallen.“ Berger ist den kompletten Tag am Set und hat natürlich viel Verantwortung und Aufgaben, die sie bewerkstelligen muss. Je nach Team-Stärke kann sie Unterstützung durch einen Assistenten bekommen.

Ausgebucht bis Juni 2021

Die Nachfrage nach Set Medicals ist extrem hoch. „Jeder der hört, dass es jemanden gibt, der bucht direkt vor, weil sich die Produktion das Personal direkt sichern wollen.“ Daher hat Frau Berger angefangen Set Medicals zu vermitteln, weil sie den Ansturm an Anfragen selber nicht mehr bewerkstelligen könnte. Sie macht sich deswegen auch keine Sorgen um Ihre Zukunft: „Ich glaube, dass dieses „Hygiene“-Thema wird nicht aus der Welt sein, denn es gibt ja auch andere Infektionskrankheiten, die so einen Dreh lahmlegen können.“

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(L. Bothor)
   

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