Nikolaus Bachler: „Monika Grütters ist feige“

Nikolaus Bachler übt scharfe Kritik an der Corona-Politik

nikolaus-bachler-„monika-grütters-ist-feige“ © Louisa Dedalus/ https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
Nikolaus Bachler, Intendant der Bayerischen Staatsoper in München, übt scharfe Kritik an der Corona-Politik der Bundesregierung.
In einem Gespräch mit Axel Brüggemann sagte er bei Klassik Radio, dass er ein „Unbehagen habe, wenn Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten Maßnahmen beschließt, denn Dinge, die Grundrechte der Menschen betreffen, gehören ins Parlament.“ 

Versagen der Kulturpolitik

Bachler vermisst besonders das Engagement von Kulturpolitikern. Kulturstaatssekretärin Monika Grütters wirft er „Feigheit“ vor. „Ihr Nicht-Handeln schockiert mich, aber ich habe auch damit gerechnet“, sagt Bachler. Für ihn sei das Versagen der Kulturpolitik ein weiterer Hinweis, dass Politik sich immer mehr auf einzelne Entscheidungsträger, „auf den starken Mann oder die starke Frau, ja auf den Führer konzentriert.“ 

Reduzierung der Zuschauerzahlen gefährlich

Der Intendant der Bayerischen Staatsoper befürchtet, dass „das Angst-Moment derzeit alles überschattet.“ Die Reduzierung der Besucherzahlen in München auf 50 und die eventuelle Schließung von Theatern hält Bachler für politisch gefährlich. Gerade Theater seien Orte, um einen kreativen künstlerischen Diskurs zu führen und Verschwörungstheoretikern so die Bühne zu nehmen. 

Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche

Bachler beklagt, dass einige Intendanten, die die Corona-Krise dafür nutzten, um ihre Häuser durch Kurzarbeit, Subventionen und eine weitgehende Niederlegung des Spielbetiebes finanziell zu sanieren: „Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche“, sagt Bachler, dieses Verhalten sei aber fatal, weil einmal abgebaute Kultur nicht leicht zurückkäme – und weil ein derartiges Handeln „unethisch gegenüber den Künstlern ist.“ 

Nach dem Ende der Corona-Krise rechnet Bachler mit einem „unglaublichen Kahlschlag in der Kultur.“ Er sagt: „Es wird lange dauern, bis die Theater das Publikum wieder erreichen und die Zuschauer wieder sagen: ‚Ja, das Theater gehört zu meinem Leben‘“.

(A. Brüggemann)

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