ONLINE BANKING – NEUES VERFAHREN

Alle Bankkunden müssen sich bald an neues Online-Banking-Verfahren gewöhnen

online-banking-–-neues-verfahren © AdobeStock/ipopba
Online-Banking nutzen viele Bankkunden bereits, aber ab dem 14. September 2019 müssen sie sich auf einige Veränderungen einstellen. Denn dann tritt die letzte Stufe einer neuen EU-Zahlungsrichtlinie in Kraft. Diese soll elektronische Zahlungen sicherer machen.
Doch es bedeutet auch einige Umstrukturierungen. Das iTAN-Verfahren für Online Banking soll endgültig abgeschafft werden, der Zugang zum Online-Konto wird sich verändern und neben der Bank dürfen auch andere Firmen auf das Online-Konto des Kunden zugreifen. Kerstin Backofen, Redakteurin bei Finanztest, verrät Klassik Radio, was auf uns zukommt.

Änderungen beim Zugriff auf das Online-Konto

Bisher konnte sich der Kunde mit seinem Benutzernamen und einem persönlichen Passwort einloggen, um die Umsätze der letzten 90 Tage zu sehen. Um zukünftig alle Bewegungen auf dem Konto und der Kreditkarte sehen zu können, müssen sich die Kunden ab dem 14. September 2019 mit der zusätzlichen Zwei-Faktor-Methode identifizieren, erklärt Kerstin Backofen. Dazu muss sich der Kontobesitzer zwei von drei möglichen Merkmalen aussuchen, die er von der Bank vorgegeben bekommt.

Diese Merkmale können zum einen aus dem Bereich „Wissen“ stammen, beispielsweise ein zusätzliches persönliches Passwort. Des Weiteren kann es eine Chipkarte oder ein TAN-Generator sein, somit ein „Besitz“ des Kunden oder es ist ein „biometrisches“ Merkmal, beispielsweise der Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung.   
Der Trend geht übrigens bei Paaren zu getrennten Konten.

I-TAN-Funktion nicht mehr möglich

Die bekannte i-Transaktionsnummer (kurz: TAN) ist eine Zahlenkombination, die der Kunde über eine nummerierte Papierliste erhält, um Online-Überweisungen zu tätigen. Allerdings entspricht diese Liste nicht mehr den Sicherheitsanforderungen der Europäischen Union. Deshalb müssen alle Banken dieses Verfahren bis zum 14. September 2019 abgeschafft haben.

Dem Kunden werden fünf neue Verfahren angeboten, welche die Banken anwenden. Diese sind die SMS-TAN, die App-TAN, die Chip-TAN über ein externes Lesegerät, die QR-TAN und die Foto-TAN. Die sichersten Verfahren sind nach dem heutigen Stand der Technologie die Chip-TAN und die Foto-TAN. Eine hohe Sicherheit bietet die App-Tan. Die SMS-TAN hat jedoch nur noch eine mittlere Sicherheit, da hier bereits häufiger Betrugsfälle aufgetreten sind.

Online Banking nur mit Smartphone möglich?

Wenn Sie nicht im Besitz eines internetfähigen Smartphones sind, jedoch ein Handy haben, mit dem Sie telefonieren können und SMS-Nachrichten empfangen, dann können Sie die Chip-TAN oder die Foto-TAN nutzen, sagt Frau Backofen. Jedoch ist hierfür ein externes Gerät notwendig, mit welchem die benötigte TAN erzeugt werden kann. Dieses zusätzliche Gerät ist in etwa so groß wie eine Chip-Karte und hat in der Regel einen Einschub für die Girokarte. Für eine TAN-Erzeugung muss die Girokarte in das Gerät gesteckt werden und eine Pin eingegeben werden. Daraufhin zeigt das Gerät eine Transaktionsnummer an und gleichzeitig können die Auftragsdaten nochmals kontrolliert werden.

Auch gibt es Geräte, mit denen die Daten für die Erzeugung einer Transaktionsnummer optisch ausgelesen werden können. Beispielsweise über einen Strich-Code. Jede Bank erklärt den Kunden im Vorfeld, welche Verfahren sie anbieten und verkaufen meistens auch die dafür notwendigen Geräte. Andernfalls gibt es diese TAN-Generatoren auch in den klassischen Elektronikmärkten. Sie kosten je nach Funktion zwischen 10€ und 160€.  Auch das Verfahren über die SMS-TAN ist ohne internetfähiges Smartphone möglich, jedoch garantiert dieses Verfahren, wie bereits oben erwähnt, nur eine mittlere Sicherheit.

Sicherheit und Haftung

Laut Kerstin Backofen ist keines dieser Verfahren zu 100 Prozent sicher. Jedoch bieten Banken, wie die DKB oder die ING den Kunden an, für Schäden komplett zu haften. Andere Banken, wie die Commerzbank und die Deutsche Bank bieten diese Leistung zwar auch an, jedoch ist es nicht in deren AGBs festgehalten. Im Streitfall kann es also passieren, dass der Kunde sich nicht darauf berufen kann. Auch bieten weitere Banken die Haftung nur an, wenn Kunden diese im Vorfeld beantragen.

Kosten für Online-Banking

Die Nutzung von Online-Banking bietet die größte Sicherheit für den Bankkunden, verspricht Frau Backofen. Doch Sicherheit kostet. Für die Nutzung des Online-Banking-Verfahrens mit zusätzlichem Lesegerät müssen Sie mit einer einmaligen Summe von 9€ bis 35€ rechnen. Für die App-TAN und die SMS-TAN berechnen die Banken bis zu 9 Cent pro TAN. 

Zugriff von Firmen auf das Bankkonto

Kerstin Backofen erklärt, dass in Zukunft Banken sogenannten Drittfirmen einen Blick auf ihr Konto gestatten müssen, jedoch nur mit deren Erlaubnis. Diese Firmen müssen jedoch vorher für dieses Verfahren von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht oder einer anderen europäischen Aufsichtsbehörde zugelassen werden. Solche Drittfirmen können Zahlungsauslösedienste sein, die im Auftrag des Kunden Überweisungen ausführen. Jedoch sollten Kunden vorher darauf achten, nicht jeder Firma diesen Zugriff zu erlauben, denn diese können nach der Zustimmung innerhalb von 24 Stunden viermal ohne weitere Zustimmung auf das Konto schauen.

Frau Backofen von Stiftung Warentest rät, dass die Wahl für ein neues Online-Banking auf das Verfahren fallen sollte, mit dem man sich am sichersten fühlt und welches für einen persönlich am leichtesten zu bedienen ist. Der Computer sollte vorher ein Update erhalten, um vor Schadprogrammen geschützt zu sein. Auch soll man das Online-Banking Verfahren immer abbrechen, sobald einem etwas komisch dabei vorkommt.

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