Oper „Werther“ in Augsburg

Jules Massenets Oper im Martinipark

oper-„werther“-in-augsburg © Jan-Pieter Fuhr
André Bücker, seit der Spielzeit 2017/18 Intendant des Theaters Augsburg, inszeniert die hoch emotionale französische Literaturoper „Werther“ von Jules Massenet.

Herausragende Stimmen im Martinipark

Das Theater Augsburg ist derzeit geschlossen, da es stark sanierungsbedürftig ist. Im Martinipark ist daher eine Übergangsspielstätte entstanden, die aber akustische Schwierigkeiten mit sich bringt. Trotzdem schaffte es die Premiere der Oper „Werther“ von Jules Massenet am Samstag war dort und hat mit herausragenden Stimmen und einem Orchester, das der Akustik trotzte das Publikum begeistert

Die Oper „Werther“

Jules Massenets Oper wurde am 16. Februar 1892 an der Wiener Hofoper uraufgeführt. Als Vorlage diente der Briefroman von J.W. von Goethe: „Die Leiden des jungen Werthers“. In diesem Roman verliebt sich der junge Rechtspraktikant Werther in Lotte, die aber einem anderen versprochen ist. Am Ende nimmt er sich das Leben, da seine Liebe unerfüllt bleibt.

Werther ist autobiographisch

Die literarische Figur der Lotte im Roman ist einer Frau nachempfunden, in die Goethe auch im wahren Leben verliebt war: Charlotte Buff, und auch sie war einem anderen versprochen. Es heißt, es habe nach der Veröffentlichung seines Romans ein regelrechtes „Wertherfieber“ gegeben: junge Männer kleideten sich wie die Romanfigur und angeblich stieg auch die Selbstmordrate. Das Buch wurde bisher in über 60 Sprachen übersetzt und ist ein Schlüsselwerk des deutschen Sturm und Drangs.

Tiefe Emotionen

Intendant André Bücker sagte uns im Interview: „Wir wollten schon die ganze emotionale Dimension, die auch in der Musik liegt, herausarbeiten. Wir vertrauen da ganz dieser sehr klaren, stringenten Geschichte und diesen fantastischen Sängern und Darstellern und versuchen wirklich ganz tief in die Emotionen dieser Figuren und der Musik hineinzugehen.“  Diese Tiefe kommt auch beim Zuhörer an.

Schlichte Eleganz

Die aus St. Petersburg stammende Mezzo-Sopranistin Natalya Boeva singt die Charlotte und Tenor Xavier Moreno, der den Werther singt, spricht von einer „sehr eleganten und gut gedachten Inszenierung“, bei der die Zuschauer aber „nicht von den Emotionen überrollt werden“. Das ist gelungen. Die Musik Massenets und die Hauptdarsteller berühren und lassen den Zuschauer mitfühlen, auch wenn man kein Französisch versteht.

Das Bühnenbild ist schlicht gehalten; Gebäude, die aussehen, als ob sie aus Pappe wären. Die Projektionen auf Häusern und Rückwand sind ein wenig plump, aber ein interessantes Stilmittel. Die Kostüme sind aus der Entstehungszeit, allerdings ganz in schwarz und so muten die Protagonisten an wie Scherenschnitte. Und sie „haben einen interessanten Kniff“, so Bücker: riesige Perücken des Rokoko, ebenfalls aus Papier und Pappe, die die Hauptdarsteller in dem Moment ablegen, in dem Werther im Sterben liegt. Die Perücken stehen als Sinnbild für die gesellschaftlichen Regeln, denen Werther und Charlotte unterliegen. Erst im Moment des Sterbens sind sie bereit ihrer Liebe freien Lauf zu lassen.

Alles in allem eine gelungene Inszenierung, bei der einen die phantastischen Künstler vergessen lassen, dass man nicht im richtigen Theater-Gebäude, sondern in einer Behelfs-Spielstätte sitzt. Das Stück nimmt einen mit in eine andere Zeit.

Darauf können Sie sich freuen

„Es erwartet Sie einfach ein Fest der Stimmen,(…) es ist wirklich eine fulminante musikalische Leistung, die uns da erwartet“, sagt Intendant Bücker im Interview

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