Oper trifft Virtual Reality

Neues Opernerlebnis in Augsburg

oper-trifft-virtual-reality © Heimspiel GmbH
Eine ganz besondere Art der Aufführung und Inszenierung ist im Staatstheater in Augsburg mit „Orfeo ed Euridice“ geplant. Wir haben bei André Bücker, dem Staatsintendant am Staatstheater Augsburg genauer nachgefragt…
"Die Oper der Zukunft" - Das ist einer der ersten Gedanken über das neue Opernprojekt von Intendant André Bücker. Eine Geschichte wird mit neuen Mitteln erzählt und die Oper auf eine neue Stufe gestellt. 

Herr André Bücker, Sie haben ja eine besondere Oper geplant. Der Zuschauer wird die Oper auch durch eine Virtual Reality Brille erleben. Wie kann ich mir die Oper vorstellen? 

Es ist tatsächlich zum ersten Mal so, dass wir die ganz wunderbare analoge Kunstform der Oper/des Musiktheaters mit Virtual Reality zusammenbringen. Wir statten alle Zuschauer im Zuschauerraum während der Vorstellung mit diesen Brillen aus und es gibt drei Sequenzen in „Orfeo ed Euridice“, in denen die Zuschauer mittels dieser VR-Brillen quasi in einen virtuellen 360°-Raum eintauchen können. Dort können sie sich selbst die Blickrichtung frei aussuchen und haben trotzdem ein Live-Opernerlebnis. Diese Symbiose ist in dieser Größenordnung bisher einzigartig.

Wie sieht denn die Unterwelt aus, die dort dargestellt wird?

Ja (lacht) das ist schwer zu verraten. Erst mal ist es so, dass der Zuschauer die Perspektive von Orfeo einnimmt, der ja Euridice in die Unterwelt folgt. Das heißt: Jeder Zuschauer wird mittels dieser Brille in die Perspektive von Orfeo versetzt. Er sieht, was Orfeo sieht und ist z. B. mit in der ersten Sequenz, als die Furien vor dem Elysium wachen. Das wird schon eine ziemlich spektakuläre Fahrt bis dahin und eine ganz, ganz eigene Welt. Eine 3-D-Welt, die sich absolut von dem unterscheidet, was wir live auf der Opernbühne sehen, denn auf diese Weise sind mehrere Inszenierung ineinander verschachtelt. 

Wie viele können die Oper denn gleichzeitig anschauen?

Es ist ein sehr aufwendiges Projekt. 500 Zuschauer haben wir an Kapazität. Wir müssen 500 Brillen nicht nur bereithalten, sondern auch synchronisieren, dass gleichzeitig das Gleiche darauf läuft. Wir müssen darauf vorbereitet sein, falls mal eine Brille ausfällt, die auch direkt auszutauschen. Es ein großer logistischer Aufwand, aber natürlich viel im Hintergrund. Viel Programmierarbeit im Vorfeld. Wir haben in unserem Haus eigentlich mehr Plätze, haben diese jedoch auf 500 reduziert, um einen größeren Abstand zwischen den Sitzen herzustellen, damit sich das Publikum auch umdrehen kann und sehen kann was hinter ihm passiert.

Wie kamen Sie auf die Idee Oper und VR-Brillen zusammen einzusetzen?

Mich hat schon immer der Einsatz von Medien im Theater interessiert. Das ist tatsächlich etwas, womit ich mich schon seit Jahren beschäftige und auch in mehreren Inszenierungen intensiv gearbeitet habe. VR hat mich auch immer fasziniert und für mich war die Frage, wie man das sinnvoll im Theater einsetzen kann. Ich habe immer nach einer inhaltlichen, dramaturgischen Begründung gesucht und das ist mit Orfeo und Euridice wirklich gegeben, weil dort das Stück die Unterwelt benötigt. Das ist eine Welt, die äußerst schwer darzustellen ist. Eine Unterwelt zu kreieren, in die der Zuschauer wirklich komplett mit allen Sinnen hineintauchen kann, das ist nur mit der VR möglich. Man bleibt an seinem Platz, taucht aber in ganz andere neue Welten ein und das ist wirklich die Faszination, die in Verbindung mit der Oper von dieser Technik ausgeht. Das wollten wir realisieren und jetzt tun wir es…

Die Premiere für „Orfeo ed Euridice“ findet am 16. Mai im Staatstheater Martini Park in Augsburg statt. Neu in Augsburg ist auch das Leopold Haus. Hier wird das Leben des Vaters des berühmten Wolfgang Amadeus Mozart beleuchtet.
   

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