Politisches Engagement muss ein persönliches Anliegen sein

Pianist Joja Wendt über Künstler in der Politik

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„Musik ist wie eine Sprache, die viele Facetten unseres Seelenlebens abbildet. Sie ist international, wird in der ganzen Welt verstanden und ist multikulturell“, sagt Joja Wendt.
Die Pandemie stellt auch die Kunst und Kulturbranche vor ungeahnte Schwierigkeiten. Viele der Kulturschaffenden bemängeln, dass Künstler und vor allem auch Musiker keine Stimme in der Politik, keine eigene Lobby haben.

Für den Pianisten Joja Wendt ist die Kultur und vor allem die Musik eines der höchsten Güter in unserer Gesellschaft und auf jeden Fall systemrelevant:

„Meines Erachtens fördert die Musik eine Sensibilität, die auch in der Politik sehr hilfreich sein kann. Alle Politiker, die ich kenne, die auch Musik gemacht haben, waren in der Lage Probleme auch aus verschiedensten Blickwinkel zu bewerten und das hilft auch bei den Einschätzungen von schwierigeren Sachverhalten.“

Lösungen in der Politik

Die prekäre Lage der Branche zu lösen wird aus Wendts Sicht mit der derzeitigen Politik schwierig:

„Eine Hochkultur, die ohnehin schon subventioniert wird, zu unterstützen, halte ich für zu kurz gesprungen. Alle Kulturschaffenden jetzt mit Geld zuzuschütten ist aber auch nicht die richtige Strategie.

Die Politik muss die Rahmenbedingungen schaffen, damit die Branche aus sich selbst heraus wieder kreativ sein kann. Das große Problem ist, dazu muss die Politik selbst kreativ sein und ich fürchte, das ist ein Paradoxon.“

Mehr Künstler in die Politik?

Warum gehen die Musiker also nicht selbst in die Politik? Wendt hat dafür Verständnis:

„Ein politisches Engagement sollte nicht einfach nur sein, weil man eine große Reichweite hat, sondern nur wenn es einem ein persönliches Anliegen ist.“  

Für den Pianisten gibt es Künstler, bei denen würde ein politischer Einsatz einfach nicht passen, seiner Meinung nach würde das oft zu gekünstelt wirken.

„Insofern finde ich es besonders ehrenwert, wenn sich jemand abseits von strategischer Überlegung, alleine für seine Werte in der der Politik einsetzt, wie zum Beispiel Till Brönner, erklärt Joja Wendt. Er selbst könnte sich nicht in einem so großen Amt wie beispielsweise dem Bundespräsidenten sehen, jedoch:

„(...) sollte jedoch jemand im Kulturministerium auf die Idee kommen, mich zu fragen, wie meine Sicht der Dinge ist oder mich bitten zu beraten, würde ich das nicht ausschlagen.“

Für den Pianisten ist das Wichtigste in diesen Zeiten der Zusammenhalt aller Künstler:

„Ich spüre eine Riesen-Solidarität in der Branche. Wir erleben im Moment einen riesen Zusammenhalt der Szene, weil im Grunde alle in einem Boot sitzen.“

(A. Kohler)

Joja Wendt hören Sie immer samstags im Programm von Klassik Radio mit "Jojas Helden der Klassik" um 10:00 Uhr und 14:10 Uhr.
   

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