Raupenplage - Der Schwammspinner

Eine Raupenart befällt Pflanzen und Bäume

raupenplage-der-schwammspinner © AdobeStock/ yod77
Es sieht ganz nach einer Raupenplage aus: In diesem Sommer 2019 haben sich in mehreren deutschen Städten die Schwammspinnerraupen massenhaft ausgebreitet. Grund dafür sind die vergleichsweise hohen Temperaturen der vergangenen Jahre, so die Experten. Aufgrund von Sonne, Licht und Wärme können sich die kleinen Insekten besser vermehren.
Daniela Franzisi ist Mitarbeiterin und Projektleiterin des Insektensommers beim Naturschutz Deutschland e.V. und hat Klassik Radio verraten, was genau es mit diesen Raupen auf sich hat.

Was ist die Schwammspinnerraupe?

Bei der Schwammspinnerraupe handelt es sich um eine Schmetterlingsraupe, die zu den deutschen Nachtfaltern gehört, erklärt uns Frau Franzisi. Die Raupe ist grau, aschgrau oder grau-gelb gefärbt und hat feine blaue und rote Punkte, die mit Haaren versehen sind. Diese Haare sind Brennhaare, welche allergische Reaktionen und Atemprobleme beim Menschen auslösen können.

Wenn die Raupen sich verpuppen und zum Schmetterling schlüpfen, dann werden sie zu einem weißen Nachtfalter, der braun-schwarz gemustert ist. Den Schwammspinner gibt es in Deutschland bereits seit vielen Jahren. Besonders in trockenen und warmen Jahren kann es passieren, dass sich die Raupen massenhaft vermehren. Aufgrund dessen, dass der Schwammspinner 400 verschiedene Baumarten nutzen kann und somit genügend Futter findet, kann es vorkommen, dass die Raupen dann zur Plage werden.

Ursache für massenhaftes Raupen-Vorkommen

Laut Frau Franzisi kommt die Raupe dann massenhaft vor, wenn wir einen trockenen und warmen Frühsommer haben. Bedingt wird das auch durch einen vorangegangenen milden Winter. Eine weitere Ursache, die das massenhafte Auftreten der Raupe begünstigt, ist der Klimawandel, denn diese Raupen mögen es besonders warm. Auch die Mücken sind übrigens schon wieder aktiv - lesen Sie alles über eine eventuelle Mückenplage im Sommer.

Befall von Pflanzen und Häusern

Wenn der Schwammspinner im Stadion der Raupe ist, dann braucht er für die Entwicklung sehr viel Futter. So fällt er über verschiedene Pflanzen her. Normalerweise gehen die Raupen nur auf die Blätter der Bäume. Finden sie jedoch nicht genügend Futter, kann es passieren, dass sie auch an Hauswände gehen und sich dort absetzen. Üblich ist dieses Verhalten der Schwammspinner jedoch nicht, man kann es eher als eine Verirrung der Tierchen bezeichnen. Dabei greifen sie die Häuser nicht an, sondern setzen sich nur an den Außenwänden ab. Besonders häufig kommt dies in Regionen vor, die Waldbestände in der Nähe haben.

Vorbeugung gegen Befall?

Daniela Franzisi rät, die Pflanzen in den eigenen Gärten immer gut zu pflegen, denn normalerweise haben Pflanzen bereits von Natur aus Abwehrkräfte gegen diese Raupen. Deshalb sollte man darauf achten, dass es den Pflanzen gut geht und sie nicht austrocknen. Der Naturschutzbund rät jedoch davon ab, Pestizide oder andere Insektenmittel einzusetzen, da die Tiere bereits auf der roten Liste des Naturschutzbundes stehen und auf Dauer vor dem Aussterben bedroht sein könnten.

Es kann bestimmte Jahre geben, in denen die Raupen häufiger auftreten, jedoch weiß man auch, dass dieses Phänomen nach der Fressphase der Raupen wieder vorbei ist. Genauso sollte man nicht versuchen, die Tierchen von den Wänden der Häuser oder Pflanzen zu entfernen, da diese allergische Reaktionen hervorrufen können.

Erholen sich die Pflanzen?

In der Natur ist es so, dass sich die Pflanzen, die vom Schwammspinner als Futterpflanze genutzt werden, trotzdem wieder von alleine erholen können, auch wenn sie stark befallen sind oder sogar komplett kahl gefressen wurden. Auch wenn es in dem Moment sehr erschreckend aussehen könnte, dass die Pflanzen komplett blätterlos sind, bilden die meisten Pflanzen Blätter nach.

Befall von anderen Raupen möglich?

Die Raupen, die in Deutschland vor allem massenhaft auftreten, wenn es im Vorfeld über einen längeren Zeitraum sehr trocken war, sind der Schwammspinner und der bekannte Eichenprozessionsspinner. Bei den anderen Raupen hält sich das Vorkommen in Grenzen. Auch in Zukunft muss man sich keine Sorgen machen. Franzisi erklärt: wenn ein massenhaftes Auftreten einer bestimmten Raupe in einem Jahr vorkommt, dämmt die Natur im nächsten Jahr automatisch diese Population wieder ein. Die Natur regelt sich somit von selbst.

Eine nette Raupe ist "Die kleine Raupe Nimmersatt“. Dieses Buch feiert 2019 seinen 50. Geburtstag und auch der Autor Eric Carle wurde 90 Jahre alt. Die schönere Alternative zur Raupenplage :-)
   

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