Riccardo Muti boykottiert Elbphilharmonie

riccardo-muti-boykottiert-elbphilharmonie © Youtube / Klaus Hasenkamp
„Dort vergeude ich nicht meine Zeit.“ Der italienische Maestro will nie wieder in der Elbphilharmonie dirigieren.

Das Akustikdebakel

Ein weiterer Musiker bricht mit der Elbphilharmonie. Dirigent Riccardo Muti, derzeit Chefdirigent beim Chicago Symphony Orchestra, möchte nicht wieder in der Elbphilharmonie dirigieren. „Dort vergeude ich meine Zeit“ sagte er in Tokio während eines Interviews mit einem Journalisten der „Welt“, Manuel Brug, welcher selbst ein bekennender Kritiker der Elbphilharmonie ist.

Muti sei mit der Klangqualität des Großen Saales unzufrieden, nannte die Elbphilharmonie mittelmäßig und ließ das Konzerthaus aus seinen Tourneen mit den Wiener Philharmonikern und dem Chicago Symphony Orchestra streichen.

Muti dirigierte 2017 in der Elbphilharmonie zur Eröffnung des Konzerthauses. Zwar gratulierte er damals im Gästebuch der Elbphilharmonie, äußerte später aber Kritik zum Klang.

Vor einigen Monaten beklagte sich bereits Tenor Jonas Kaufmann nach einem missglückten Konzert über die Akustik in der Elbphilharmonie. Viele Besucher hatten sich lautstark über die schlechte Akustik beschwert, Plätze gewechselt oder sogar das Konzert verlassen. Sein nächstes Konzert in Hamburg will der Tenor deswegen nicht in der Elbphilharmonie, sondern in der Laeiszhalle geben.
 

Elbphilharmonie kontert

Der Sprecher der Elbphilharmonie, Tom R. Schulz, kommentierte im „Abendblatt“ Mutis Worte:

„Wenn zwei mächtig gewaltige Egos beim Sake in Tokio aufeinanderstoßen und es tönt hohl, dann kann daran nicht auch noch die Elbphilharmonie schuld sein.“
 

Auch Akustiker Toyota kommentiert

Auch der Akustiker Yasuhisa Toyota, welcher das Klangdesign für die Elbphilharmonie gestaltet hat, meldete sich zu Wort. Ihm gegenüber habe Muti sich nie kritisch zum Klang der Elbphilharmonie geäußert.

Bereits beim Fall Jonas Kaufmann sagte Toyota, nicht der Klang sei problematisch, sondern die Tatsache, dass Sänger und Orchester nicht genügend Zeit hätten, um sich auf die Akustik im Großen Saal vorzubereiten. Die Musiker müssten ihrem eigenen Klang und dem ihrer Kollegen sehr sorgfältig zuhören, um den Unterschied zu erkennen und sich darauf einstellen zu können.

 

   

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