Scala: Nein zu Geld aus Saudi-Arabien

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Das Mailänder Opernhaus lehnt das millionenschwere Kultursponsoring aus Saudi-Arabien ab.

15 Millionen für Platz im Aufsichtsrat

Es war ein millionenschwerer Deal, den der Intendant der Mailänder Scala, Alexander Pereira, mit dem saudischen Kulturminister Prinz Badr bin Abdullah ausgehandelt hatte.

Innerhalb von fünf Jahren sollte Saudi-Arabien 15 Millionen Euro als Kultursponsoring an die Mailänder Scala zahlen. Dafür wurde dem saudischen Kulturminister ein Platz im Aufsichtsrat des berühmten Opernhauses zugesichert.

Weitere geplante Projekte waren etwa die Eröffnung eines Konservatoriums für Kinder in Riad sowie die Opernproduktion von „La Traviata“ in der saudischen Hauptstadt.

Empörung in Italien

Die Kooperation mit Saudi-Arabien löste in Italien große Empörung aus. Das erzkonservative Saudi-Arabien steht aufgrund der dortigen Menschenrechtslage stark in der Kritik. Auch die Vorgehensweise des österreichischen Intendanten Pereira sorgte für großen Unmut, da dieser noch vor Beschluss des Aufsichtsrates Geld angenommen hatte: 3,1 Millionen Euro flossen bereits auf einen Garantiefonds eines Notars für die Scala.

Sitzung des Aufsichtsrats

Am Montag tagte schließlich der Aufsichtsrat der Mailänder Scala und lehnte dabei einstimmig den Deal zwischen dem Opernhaus und Saudi-Arabien ab. Die 3,1 Millionen Euro, die der Scala bereits durch den Golfstaat überwiesen wurden, wurden zurückgegeben.

Scala-Personal hält zu Pereira

Während der Sitzung des Aufsichtsrat versammelte sich eine Gruppe von Mitarbeitern des Opernhauses und demonstrierte für Pereira. Dieser habe wie kein anderer viele Finanzierungen für das Opernhaus aufgetrieben, so Gewerkschafter Pippo Fiorito, „wenn Pereira geht, können wir schließen“.

Der Mailänder Bürgermeister und Präsident der Scala-Stiftung Giuseppe Sala teilte mit, dass Pereira vertragsgemäß bis 2020 im Amt bleiben würde. Pereiras Vorgehen bezeichnete Sala allerdings als „naiv“.

UPDATE VOM 1. JULI 2019

Mittlerweile hat die Mailänder Scala Dominique Meyer als neuen Intendanten des Opernhauses offiziell bestätigt. Die Mitarbeiter der Scala demonstrierten währenddessen für einen Verbleib Pereiras an der Scala. Mehr dazu lesen Sie hier.

   

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