Schmidts Streamingtipps KW 01

von Film-Experte Florian Schmidt

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Er weiß immer, wo die besten Filme laufen - Klassik Radio Film-Experte Florian Schmidt. Für Ihr Wochenende hat er seine Filmtipps für Sie zusammengefasst.
Es ist das perfekte Couch-Wetter. Nass-kalt, ungemütlich, früh dunkel. Brauchen wir nur noch das passende Streaming-Futter. Das gibt‘s zum Glück, für unterschiedliche Geschmäcker.

Skandinavische Serienkost

Über die Festtage habe ich die beiden Staffeln der norwegischen Serie „Weihnachten zu Hause“ auf Netflix geschaut, die man sich auch nach dem Fest noch anschauen oder aber gleich mal für den Dezember vormerken kann.



Darin versucht die Single-Frau Johanne, 31 Jahre alt, schnell noch einen Mann zu finden, damit sie nicht wieder allein zu Weihnachten auftaucht. Das ist stellenweise sehr witzig und herzerwärmend, ohne zu kitschig zu sein.

Und jetzt gerade bin ich mittendrin in einem norwegischen Psychokrimi, Nordic Noir von Feinsten. Die achtteilige Serie heißt „Twin“ und ist in der ARD-Mediathek zu sehen. 

"Game-of-Thrones"-Star Kristofer Hivju spielt in einer Doppelrolle einen Mann, der in das Leben seines toten Zwillingsbruders schlüpft, was von Folge zu Folge nervenaufreibender wird. Dazu kommt noch der Postkarten-Faktor, denn das arktische Surferparadies der Lofoten sieht so imposant und atemberaubend aus, dass man am liebsten sofort dorthin reisen würde. Vielleicht aber eher zum Wandern als zum Surfen…

Zwei Erfolgsserien gehen weiter: „Das Boot“ und „Charité“

Im Zweiten steht die zweite Staffel des auch international beachteten Serien-Events „Das Boot“ bereit; praktischerweise natürlich auch die erste Staffel.

Und noch eine Erfolgsserie geht weiter – nämlich „Charité“. Als die erste Folge vor drei Jahren im Ersten lief, da schauten über 8 Millionen Zuschauer zu – das war dann der erfolgreichste Serien-Neustart seit über 25 Jahren. Nun gibt’s die 3. Staffel der Krankenhaus-Serie, ab Dienstag im Ersten, jetzt schon in der ARD-Mediathek.

Die dritte Staffel spielt im Jahr 1961, zur Zeit des Mauerbaus, in der die Ärztinnen und Ärzte moralisch, politisch wie auch persönlich an ihre Grenzen gehen und Haltung zeigen müssen. Dieses Mal mit dabei sind: Nina Kunzendorf, Nina Gummich, Philip Hochmair und Uwe Ochsenknecht.

Jane Austen meets Gossip Girl

Fehlt noch ein letzter Serientipp - eine Kostümserie, auf die das Etikett „Jane Austen trifft Gossip Girl“ ganz gut passt. „Bridgerton“ heißt diese neue Netflix-Serie, in deren Mittelpunkt die Teenagerin Daphne steht, die älteste Tochter der Bridgerton-Familie, die auf der Suche nach einem Ehemann ist. Was sich als gar nicht so einfach herausstellt.



„Bridgerton“ bietet Kutschfahrten, sich duellierende Männer und Liebesszenen bei Kerzenschein, farbenprächtige Kostüme, schöne Menschen, schlagfertige Dialoge und interessante, divers besetzte, Charaktere bis in die Nebenfiguren hinein.

Blockbuster & Filmkunst bei Netflix

Bleiben wir noch kurz beim Streamingdienst und schauen auf einige der neu eingestellten Spielfilme – im Schnelldurchlauf sei auf drei hingewiesen: auf die die Superhelden-Sause „Wonder Woman“, das hochgelobte Independent-Drama „Raum“ mit Brie Larson, die für ihre grandiose Leistung Oscar und Golden Globe bekommen hat oder auch Guillermo del Toros „Shape of Water“.

Sein etwas eigenartiger, definitiv aber einmaliger und faszinierender Mix aus Horror und großen Gefühlen wurde mit vier Oscars ausgezeichnet – und ist jetzt ebenfalls frisch bei Netflix reingekommen.

Fünf Filme von Emmanuel Mouret

Natürlich schauen wir auch in dieser Woche in der ARTE-Mediathek vorbei, denn hier lohnt sich ja immer ein Besuch. Für Arthaus-Gucker und Freunde des französischen Films empfehle ich eine kleine, feine Reihe, die unter dem Motto steht: Die ewigen Versuchungen der Liebe. Und in der Tat – in den Beziehungskomödien von Regisseur Emmanuel Mouret muss erst einiges passieren, bevor sich die richtigen Paare finden. Fünf heitere und romantische Filme von ihm stehen – übrigens noch bis Mitte Juni – bereit, u.a. "Küss mich bitte!" und "Venus und Fleur“.

Filmpionier und Erfinder der Spezialeffekte

Außerdem lohnt sich eine Reise zurück in die Anfänge der Filmgeschichte und damit ein Blick auf die Doku „Das Geheimnis des Georges Méliès“. Er gilt als der Erfinder der Spezialeffekte und als der erste Zauberer der Filmgeschichte. Zwischen 1896 und 1913 drehte er im ersten Filmstudio überhaupt, das er in seinem Garten in Montreuil gebaut hatte. 



Im Laufe seines Lebens schuf Méliès 520 Filme, die alle als zerstört galten, nachdem er sie 1923 verbrannt hatte. Ein Fund in der Library of Congres aber hat fast 80 Negativfilme des Filmpioniers ans Licht gebracht und einige dieser Filme sind nun in dieser ARTE-Doku zu sehen. Wie überhaupt der deutsch-französische Kulturkanal einige Werke des Filmpioniers und Erfinder der Spezialeffekte in der Mediathek zeigt, darunter Méliès‘ visionäres Meisterwerk „Die Reise zum Mond“ von 1902.

Emmy-prämierte Tanz-Doku

Und zum Schluss noch ein letzter Doku-Tipp, ebenfalls zu finden bei ARTE: der Film „Dance or Die“. Diese drei Worte zieren den Nacken von Ahmad Joudeh. Das Tattoo ist eine Kampfansage an den IS, falls dieser ihn aufgreift. "Dance or Die" heißt auch die bewegende Doku über einen jungen syrischen Tänzer, der dem Krieg entflieht und in Holland ein neues Leben zu finden und den Geistern der Vergangenheit zu entfliehen versucht. Zurecht 2019 mit den Fernsehoscar, mit einem Emmy in der Kategorie "Arts Documentary" ausgezeichnet.

Mehr zu aktuellen Kinostarts, Streamingmöglichkeiten und Heimkino-Erscheinungen hören Sie wieder nächste Woche Donnerstag ab 18 Uhr in unserer "Cinemashow" oder zum Nachhören in unserer Mediathek

(F.Schmidt

 

   

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