Schmidts Streamingtipps KW 46

von Cinema-Experte Florian Schmidt

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Er weiß immer, wo die besten Filme laufen - Klassik Radio Cinema-Experte Florian Schmidt. Für ihr Wochenende hat er seine Filmtipps für Sie zusammengefasst.
„Und morgen die ganze Welt“ – so heißt das Politdrama, das Deutschland bei den Oscars 2021 vertreten wird. Der Film, der Österreich vertreten wird, den können wir jetzt von zuhause aus sehen und zwar bei Netflix.

„Was wir wollten“ heißt er und Lavinia Wilson und Elyas M’Barek spielen die Hauptrollen. Es ist die Geschichte von Alice und Niklas, einem Paar mit unerfülltem Kinderwunsch, das genau an diesem Lebensthema zu zerbrechen droht.



„Was wir wollten“ ist ein leise erzähltes Drama und gerade weil es in vielen Szenen so bedrückend ruhig zwischen den beiden zugeht und ihre verzweifelte Sprachlosigkeit fast schon spürbar wird, hat mich der Film sehr berührt. Einige Figuren sind zwar etwas zu eindimensional und klischeehaft geraten, sehenswert ist das auf einer Kurzgeschichte von Peter Stamm basierende Drama aber allemal.

Bombastisch gute belgische Krimiserie

Bleiben wir bei Netflix – und kommen zu einer wunderbaren belgische Serie, deren erste Staffel mich im letzten Jahr schwer begeistert hat. „Undercover“, ist eine deutsch-belgische Koproduktion von ZDFneo und Netflix, die auf wahren Begebenheiten beruht. Zwei Ermittler geben sich auf einem Campingplatz als Paar aus, um einen Drogendealer zu überführen.

Die erste Staffel hat wirklich Spaß gemacht, das war streckenweise sehr komisch, aber auch richtig spannend, eine prollig-plüschige belgische Noir-Variante sozusagen. Also skandinavische Krimikost ergänzt um ein paar groteske Momente aus dem belgischen Hinterland und viel schwarzen Humor. Jetzt startet bei Netflix die zweite Staffel. Es sind wieder zehn Teile, auf die ich mich sehr freue. Fast noch schöner aber eigentlich für all diejenigen, die auch noch die erste Staffel vor sich haben…

Kinofilme im Fernsehen

Wie immer lohnt natürlich auch in dieser Woche ein Blick in die ARTE Mediathek. Da gibt es z.B. ein Festival mit Kinofilmen, die im Fernsehen gezeigt werden… und auch noch ein paar Tage danach in der Mediathek. Denn es gibt jetzt gerade die mittlerweile auch schon 6. Ausgabe des ARTE FilmFestivals.

Das sind 13 Spielfilme der letzten Jahre, die in Koproduktion mit dem Sender entstanden sind – und da sind interessante Werke mit dabei: das großartige Schwarz-weiß-Melodram „Cold War - Der Breitengrad der Liebe“ von Pawel Pawlikowski, poetisch und preisgekrönt. Dann der deutsche Film „Transit“ von Christian Petzold mit Franz Rogowski und Paula Beer oder „Der Buchladen der Florence Green“ mit Emily Mortimer und Bill Nighy.

15 Jahre an der Seite von Hilary Hahn

Und wo wir gerade in der ARTE Mediathek herumsurfen – es lohnt sich auch ein Blick auf die Doku über die Geigerin Hilary Hahn „Evolution of an Artist“, eine sich über 15 Jahre hinziehende Langzeitbegleitung der Weltklasse-Musikerin. Biographies kommt leider etwas zu kurz, das ist etwas schade, dafür erzählt Hahn sehr viel über ihr Musikverständnis.

Leinwand-Legende Loren mit fulminantem Comeback

Eine Holocaust-Überlebende, die sich eines Straßenjungen annimmt. Darum geht es in dem Netflix-Film „Du hast das Leben noch vor dir“, in dem die mittlerweile 86-jährige Leinwand-Legende Sophia Loren die Hauptrolle spielt und dafür schon jetzt als aussichtsreiche Oscar-Kandidatin gehandelt wird.

„Du hast das Leben vor dir“ klingt zwar überflüssig melodramatisch und kitschig, ist aber mehr als nur ein rührseliges Sozialdrama über den muslimischen Flüchtlingsjungen Mohammed, genannt Momo, den die jüdische Italienerin Madame Rosa beherzt unter ihre Fittiche nimmt.

Lorens Sohn Edoardo Ponti hat Regie geführt und auch wenn er hier mit den ganz großen Themen hantiert, wie Flüchtlingskrise und Holocaust, so hat er  doch meistens angenehm zurückhaltend inszeniert, auch wenn der Trailer des Films die große Kitschkarte ausspielt.



„Du hast das Leben noch vor dir“ ist ein Remake des Film „Madame Rosa“ von 1977 mit der wunderbaren Simone Signoret in der Hauptrolle. Sophia Loren ist also nach gut einem Jahrzehnt wieder in einem vollwertigen Spielfilm zu sehen - was hat die italienische Film-Ikone zurück vor die Kamera gelockt? Sie wurde von der Geschichte inspiriert und motiviert – und das passiert uns Zuschauern auch.

Endlich gibt's die 4. Staffel von "The Crown"

Es geht endlich weiter mit der Serie, die mehr ist als nur Pomp und Circumstance: die Netflix-Serie "The Crown" geht endlich in die 4. Staffel. Es ist eine Serie, vor deren Schönheit als Gesamtkunstwerk man eigentlich mal eben kurz niederknien muss. Denn hier stimmt wirklich alles: das Storytelling, die Ausstattung, das Casting, die Drehbuchsätze, all die geschliffenen, Rhetorik-Funken sprühende Sätze und Dialoge. Dem „The Crown“-Erfinder Peter Morgan also allergrößten Dank dafür – am Sonntag startet nun also die sehnsüchtig erwartete vierte Staffel. Sie führt die Geschichte des englischen Königshauses und der Herrschaft von Queen Elizabeth fort.



Im Mittelpunkt stehen diesmal: Margaret Thatcher, gespielt von X-Files-Agentin Gillian Anderson und Lady Diana – die junge Emma Corrin, die gerade auch im Film „Die Misswahl“ zu sehen war und deren Namen wir uns merken sollten! Also, große Vorfreude auf die Fortsetzung von „The Crown“.

Hommage an die Menschen hinter der Kamera

Und auch hier zum Schluss noch ein Blick in die ARTE Mediathek, denn sehr nett ist dort die Idee einer kleinen Reihe namens „History Catchers“. In zehn vier Minuten kurzen Filmchen geht es um die Menschen, die in den großen Augenblicken der Geschichte hinter der Kamera standen. Ob Mondlandung oder Weltkrieg – wir alle kennen die Fotos und Videos der großen Momente unserer Geschichte. Wer aber sind die Kameraleute, die in diesen Augenblicken auf den Auslöser gedrückt haben? Was hat sie zum Ort des Geschehens verschlagen und welchen Gefahren haben sie sich ausgesetzt? History Catchers heißt diese schöne Hommage an die Menschen hinter der Kamera.

Mehr zu aktuellen Kinostarts, Streamingmöglichkeiten und Heimkino-Erscheinungen hören Sie wieder ab nächste Woche Donnerstag ab 18 Uhr in unserer "Cinemashow" oder zum Nachhören in unserer Mediathek

(F.Schmidt

 

   

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