Sein letztes Konzert: Ennio Morricone nimmt Abschied

sein-letztes-konzert-ennio-morricone-nimmt-abschied © Sony BMG Masterworks
Über sechs Jahrzehnte lang begleitet die Filmmusik von Ennio Morricone uns. In Berlin gab der 90-Jährige nun sein letztes Filmmusik-Konzert.

Abschied von der Filmmusik

In der Mercedes-Benz Arena in Berlin dirigierte die italienische Filmmusik-Legende Ennio Morricone am Montagabend zum letzten Mal seine großen Hits der Filmmusik. Der 90-Jährige hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, als Filmmusik-Komponist in Rente zu gehen.

Besonders die Filme, die Morricone in den 60er Jahren bekannt machten, standen auf dem Programm: Musik aus Italo-Western Sergio Leones wie etwa „Spiel mir das Lied vom Tod“.

„Es belastet mich nicht zwei Stunden am Pult zu stehen“ sagte er im Interview mit der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera. „Aber ich habe beschlossen, mit Filmmusik aufzuhören, das ist zu anstrengend.“

Er habe bereits mehrere Angebote abgelehnt, eine Ausnahme würde er nur für Regisseur Giuseppe Tornatore machen.

Kein Abschied von der Musik

Morricone will aber weiterhin komponieren und sich dabei vor allem auf Kammermusik und Orchesterwerke konzentrieren. Momentan etwa arbeitet er an einer Komposition für zwei Klaviere und Violine. Er wird auch in Zukunft als Dirigent am Pult zu hören sein.

Eine lebende Legende

Kaum ein anderer Filmmusikkomponist ist so berühmt wie er. Er gilt als Ikone, seit er in den berühmten Italowestern von Regisseur Sergio Leone mitwirkte, in Filmen wie „Für eine Handvoll Dollar“ oder „Zwei glorreiche Halunken“. Für Leone hatte die Musik Morricones einen derartigen Stellenwert, dass er nach dessen Musik die Filmszenen drehte. So auch in „Spiel mir das Lied vom Tod“, in dem Morricone zunächst die Musik komponierte und welcher dann die Szenen des Films angepasst wurden.

Der Heimat Italien treu

Ennio Morricone gehört in die erste Liga der Hollywood-Filmmusikkomponisten. Tatsächlich aber ist er am liebsten in seiner Heimat Rom und arbeitet vorwiegend von dort aus. Hier studierte er Trompete und Chormusik, zunächst arbeitet er dort auch als Theaterkomponist und komponierte für italienische Rundfunksender. In Rom lebt er bis heute auch mit seiner Frau, mit der er seit 1951 verheiratet ist. Besonders ergeben ist Morricone daher auch seinen italienischen Kollegen: neben Regisseur Sergio Leone, mit dem Morricone sogar zur Schule ging, arbeitete er besonders gern und viel mit Giuseppe Tornatore oder Bernardo Bertolucci.

Über 500 Filme auf dem Buckel

Inspiration für seine Musik hole er sich von Johann Sebastian Bach und Anton von Webern, erzählte Morricone in einem Interview. So hatte er seit Mitte der 90er Jahre im Jahr für etwa fünfzehn Filme Musik komponiert. Kultstatus hat er neben den Leone-Filmen erreicht mit seiner Musik zu Filmen wie „Cinema Paradiso“,

2007 wurde Morricone mit einem Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet, den ersten Oscar für Filmmusik gab es dann endlich im Jahr 2017 mit seiner Musik zum Quentin Tarantino-Film „The Hateful Eight“.



 

   

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